
Iran richtet Mohammad Amini Dehaghani nach Verurteilung wegen „Krieg gegen Gott“ hin
Die iranische Justiz hat am Mittwoch einen weiteren Teilnehmer der regierungskritischen Proteste vom Januar hingerichtet; die Verfahren werden international als unfair kritisiert.
Die iranische Justiz hat am Mittwochmorgen Mohammad Amini Dehaghani hingerichtet. Der Verurteilte war nach Darstellung der Behörden in Teheran wegen „Krieg gegen Gott“ (Moharebeh) und „Verderben auf Erden“ zum Tode verurteilt worden. Ihm wurde vorgeworfen, am 9. Januar 2026 während der landesweiten Proteste Molotowcocktails auf das Gouverneursgebäude und die Polizeistation der Stadt Dehaghan in der Provinz Isfahan geworfen zu haben. Die Justiz stützte sich nach eigenen Angaben auf Videoaufnahmen und Geständnisse des Angeklagten. Die Exekution ist die dritte innerhalb einer Woche; am Vortag waren zwei Männer wegen angeblicher Mitgliedschaft in der Terrormiliz „Islamischer Staat“ hingerichtet worden.
Die Proteste, an denen Dehaghani teilgenommen haben soll, hatten Ende Dezember 2025 als Reaktion auf den dramatischen Verfall der Landeswährung Rial und die galoppierende Inflation begonnen. Ausgehend von Teheran weiteten sie sich rasch auf zahlreiche Städte aus und nahmen zunehmend politische Forderungen nach einem Ende des islamischen Herrschaftssystems an. Die Sicherheitskräfte gingen mit massiver Gewalt gegen die Demonstranten vor. Die iranische Führung beziffert die Zahl der Todesopfer auf 3.117 und macht für die Gewalt von den USA und Israel gesteuerte „Unruhen“ verantwortlich. Außerhalb Irans ansässige Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International und die in Norwegen beheimatete Gruppe Human Rights in Iran gehen von einer weit höheren Opferzahl aus; die in den USA ansässige Organisation Herana spricht von mehr als 7.000 Toten. Der amerikanische Präsident Donald Trump nannte am Dienstag die Zahl von 53.000 Getöteten, ohne diese zu belegen.
Internationale Organisationen und Menschenrechtsexperten haben die Verfahren gegen die Festgenommenen wiederholt als grob unfair kritisiert. Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, erklärte Mitte Juni, Iran habe seit Jahresbeginn mindestens 40 Personen wegen „Handlungen gegen die nationale Sicherheit“ hingerichtet, darunter 18 Teilnehmer der Winterproteste. Die UN-Sonderberichterstatterin für Iran, Mai Sato, warf Teheran vor, die Todesstrafe als „Instrument zur Verbreitung von Angst und zur Unterdrückung von Protesten“ einzusetzen. Aus Sicht von Menschenrechtsgruppen beruhen viele Urteile auf unter Folter erpressten Geständnissen; den Angeklagten werde der Zugang zu einem Wahlverteidiger verwehrt, und die Prozesse fänden unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Auch im Fall Dehaghani soll der Anwalt ein Pflichtverteidiger gewesen sein, und die Familie sei an der Informationsweitergabe gehindert worden.
Die Hinrichtungswelle hat sich seit dem Beginn des von den USA und Israel am 28. Februar 2026 gestarteten Militärschlags gegen Iran noch einmal beschleunigt. Nach Angaben der Vereinten Nationen und von Nichtregierungsorganisationen wurden im Jahr 2025 in Iran mindestens 1.639 Menschen hingerichtet – die höchste Zahl seit 1989. Iran liegt damit hinter China an zweiter Stelle der Staaten mit den meisten vollstreckten Todesurteilen. Die Justiz in Teheran hat unter dem Druck von Präsident Ebrahim Raisi und Justizchef Gholam-Hossein Mohseni Ejehi die Verfahren gegen Kriegsgegner, angebliche Spione und Protestteilnehmer forciert. Menschenrechtsaktivisten warnen, dass mindestens vier weitere zum Tode verurteilte Demonstranten auf ihre Exekution warten. Die internationale Gemeinschaft, darunter auch die Bundesregierung in Berlin, hat Iran wiederholt aufgefordert, die Vollstreckung der Todesurteile auszusetzen. Mit einer Änderung der iranischen Haltung wird angesichts der innenpolitischen Dynamik und des anhaltenden Kriegszustands vorerst nicht gerechnet.
| Atlantische / angloamerikanische Presse | −0.80 | critical |
|---|---|---|
| Iranische & verwandte Presse | +0.80 | aligned |
| Arabische Levante-Maghreb-Presse | −0.60 | critical |
Das iranische Regime tötet einen weiteren Demonstranten, während die Haftbedingungen unmenschlich sind.
Durch die detaillierte Beschreibung des Leidens der Häftlinge erzeugt es Empathie und verurteilt das Regime.
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