
Irak stellt OPEC-Mitgliedschaft infrage – Ölpreis gibt nach
Bagdad droht mit Austritt, falls die Förderquote nicht deutlich steigt; offizielle Dementis betonen Verhandlungsbereitschaft.
Am 25. Juni meldete die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf einen hochrangigen Beamten des irakischen Ölministeriums, dass Irak gezwungen sein werde, „alle verfügbaren Optionen zu prüfen“, sollte die OPEC seine Förderquote nicht substanziell erhöhen. Separate Quellen bestätigten, dass irakische Offizielle einen Austritt aus dem Kartell erwogen hätten. Die Rohölpreise weiteten daraufhin kurzzeitig ihre Verluste aus und fielen unter 73 Dollar je Barrel. Wenige Stunden später dementierte das Ölministerium in Bagdad offiziell, dass die Regierung einen Austritt angedroht habe, bekräftigte jedoch, dass eine Entscheidung über Verbleib oder Austritt unausweichlich werde, falls die Quote nicht steige.
Hintergrund der Eskalation ist eine akute Finanzkrise des irakischen Staates, ausgelöst durch den kriegsbedingten Einbruch der Ölexporte. Seit der Eskalation des Iran-Konflikts und der faktischen Blockade der Straße von Hormus sind die irakischen Ausfuhren drastisch gesunken. Lag die Produktion im Februar noch bei knapp 4,2 Millionen Barrel pro Tag, betrug sie im Mai nur noch 1,48 Millionen Barrel. Die für Juli festgesetzte OPEC-Quote von 4,378 Millionen Barrel pro Tag ist damit weitgehend theoretisch. Bagdad argumentiert, dass eine signifikante Quotenerhöhung nötig sei, um die wirtschaftlichen Schäden zu kompensieren und die tatsächliche Förderkapazität abzubilden.
Irak ist nach Saudi-Arabien der zweitgrößte Produzent der Organisation und zudem eines ihrer fünf Gründungsmitglieder; die OPEC wurde 1960 in Bagdad ins Leben gerufen. Ein Austritt hätte daher erhebliches symbolisches und strukturelles Gewicht – zumal die Vereinigten Arabischen Emirate das Bündnis erst im Mai 2026 verlassen haben. Das irakische Ministerium betonte in seiner Stellungnahme, dass die Quotenfrage über die technischen und konsensualen Mechanismen der OPEC+ gelöst werden solle. Die Allianz hat bereits eine systematische Neubewertung der nachhaltigen Förderkapazitäten aller Mitglieder eingeleitet, deren Ergebnisse als Grundlage für die Referenzwerte ab 2027 dienen sollen. Zudem begann die OPEC+ im Juni mit der schrittweisen Rücknahme der freiwilligen Förderkürzungen, was den irakischen Spielraum in den kommenden Monaten automatisch erweitert.
Aus russischer Sicht, so eine mit der Branche vertraute Quelle, stellten die irakischen Äußerungen keine grundsätzliche Gefahr für das OPEC+-Abkommen dar; eine moderate Quotenerhöhung könne zur Entschärfung beitragen. Der weitere Verlauf hängt maßgeblich von zwei Faktoren ab: dem Fortgang der Kapazitätsüberprüfung und der Wiedereröffnung der Straße von Hormus. Eine zwischen Washington und Teheran unterzeichnete Absichtserklärung zielt auf die Wiederherstellung der freien Passage ab; sollte sie umgesetzt werden, könnte Irak seine Exporte binnen weniger Monate wieder auf Vorkriegsniveau bringen und der Druck auf die Quote ließe nach.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Irakische Quellen haben die Möglichkeit eines OPEC-Austritts ins Spiel gebracht, falls die Förderquoten nicht erhöht werden, und verwiesen auf eine schwere Finanzkrise im Zusammenhang mit dem Iran-Konflikt. Das Ölministerium dementierte umgehend und erklärte, es gebe derzeit keine Austrittspläne, und bekräftigte sein Engagement für die Organisation. Die widersprüchlichen Signale werden als Verhandlungstaktik gesehen, um eine höhere Quote zu erwirken.
Der Irak drohte mit einem Austritt aus der OPEC, falls ihm keine deutliche Erhöhung der Förderquote gewährt wird – ein Schritt, der das Kartell nach dem Austritt der Vereinigten Arabischen Emirate weiter schwächen würde. Wenige Stunden später ruderte das Ölministerium zurück und erklärte, ein Austritt sei nicht geplant, doch der Vorfall unterstreicht die wachsenden internen Spannungen. Die Drohung gilt als Druckmittel angesichts der tiefen Finanzkrise Bagdads.
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