
IMD-Ranking: Brasilien fällt auf Platz 65, Hongkong rückt auf Rang zwei vor
Der jährliche Wettbewerbsindex zeigt die wachsende Kluft zwischen Volkswirtschaften mit verlässlichen Institutionen und jenen, die an hohen Kapitalkosten und Bildungsdefiziten leiden.
Das International Institute for Management Development (IMD) hat sein Weltwettbewerbsranking 2026 für 70 Volkswirtschaften veröffentlicht. Brasilien verlor sieben Plätze und liegt nun auf Rang 65 – das schlechteste Ergebnis seit Jahren. Hongkong hingegen stieg auf den zweiten Platz, die höchste Position seit 2019. Kuwait verbesserte sich auf Rang 31, Kolumbien fiel um fünf Plätze auf Rang 59. Der Index misst die Fähigkeit von Ländern, ein günstiges Umfeld für Unternehmen und Investitionen zu schaffen und nachhaltiges Wachstum zu erzielen.
Die Spitzenplätze werden von Volkswirtschaften mit leistungsfähigen Bildungssystemen, niedrigen Kapitalkosten und berechenbaren Institutionen dominiert. Singapur, Hongkong, die Schweiz, Taiwan und die Vereinigten Arabischen Emirate führen das Feld an. Aus Hongkonger Regierungskreisen wird der Aufstieg auf anhaltend hohe Werte bei Regierungseffizienz (Rang 2), Unternehmenseffizienz (Rang 3) sowie Spitzennoten in Steuerpolitik und Wirtschaftsgesetzgebung zurückgeführt. Brasilianische Ökonomen verweisen dagegen auf strukturelle Schwächen: hohe Leitzinsen, teures Kapital und Defizite im Bildungsbereich, die einen negativen Kreislauf aus geringer Produktivität und Abhängigkeit von hohen Renditen zur Kapitalanziehung erzeugen.
In Lateinamerika führt Chile das Feld auf Rang 43 an, gefolgt von Argentinien (58), Kolumbien (59), Peru (60), Mexiko (62), Brasilien (65) und Venezuela (70). Kolumbianische Fachleute nennen als Herausforderungen das Haushaltsdefizit, restriktive Regulierung und die Notwendigkeit, Wachstum stärker auf Innovation und Produktivität zu stützen. In Brasilien belasten der hohe Selic-Zins und die gestiegene Unternehmensverschuldung die Investitionsfähigkeit. Zudem fließt nur ein Bruchteil des Bundeshaushalts in Wissenschaft und Technologie, während fast die Hälfte für Schuldendienst aufgewendet wird.
Das IMD betont, dass in Zeiten geopolitischer Spannungen glaubwürdige Institutionen und verlässliche Regeln zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil werden. Hongkong positioniert sich dabei als „Super Connector“ zum chinesischen Festland. Brasilien verfügt zwar über Stärken bei erneuerbaren Energien und der Anziehung ausländischer Direktinvestitionen, doch die hohen Kapitalkosten wirken als strukturelle Wachstumsbremse. Der nächste sichtbare Meilenstein wird sein, wie die jeweiligen Regierungen auf die Befunde reagieren: In Brasilien stehen Forderungen nach einer Reindustrialisierung und Bildungsreformen im Raum, während Hongkong seinen ersten Fünfjahresplan zur Einbettung in die nationale Entwicklungsstrategie formuliert. Die Ausgabe 2027 des Rankings wird zeigen, ob diese Maßnahmen in verbesserte Wettbewerbsfähigkeit münden.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Lateinamerikas größte Volkswirtschaften fallen im IMD-Ranking 2026 zurück: Brasilien, Kolumbien und Mexiko verlieren Plätze und rutschen nach unten. Hohe Kapitalkosten, Bildungsmängel und ineffiziente Regierungsführung gelten als strukturelle Ursachen für eine Wettbewerbsschwäche, die Investitionen abschreckt und die Schaffung von Arbeitsplätzen hemmt.
Hongkong festigt seinen Aufstieg im IMD-Ranking 2026 und erreicht weltweit den zweiten Platz – die beste Platzierung seit 2019. Der Erfolg wird auf starke Wirtschaftsleistung, unternehmerische Effizienz und das internationale Ansehen seiner Universitäten zurückgeführt, was die Rolle der Stadt als Bildungs- und Wettbewerbszentrum stärkt.
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