
Goldregen durch Meteorit? Neue Einblicke in planetare Geologie aus Australien, Mars und dem All
Ein neu entdeckter Krater in Westaustralien, ein Granatfund in einem Marsmeteoriten und die Analyse der Atmosphäre des rosa Planeten GJ504b erweitern das Verständnis planetarer Prozesse.
In Westaustralien haben Forscher einen bislang unbekannten Einschlagkrater von über vier Kilometern Durchmesser identifiziert, verborgen unter der Landschaft nahe dem Golddistrikt von Kalgoorlie. Die in Meteoritics & Planetary Science publizierte Entdeckung geht auf ein Team um Raiza Quintero von der Universität Puerto Rico zurück. Auffälligkeiten im Schwerefeld der Erde führten zu der Struktur, in der sich Hinweise auf eine Kollision fanden, die Gestein schmolz, Kristalle deformierte und goldhaltige Trümmer in die Atmosphäre schleuderte. Der vorläufig Ora Banda genannte Krater ist erst die zweite bestätigte Impaktstruktur, die vollständig in archaischen Grünsteingesteinen liegt – den ältesten Formationen der Erde. Australien zählt damit 34 bestätigte Meteoritenkrater.
Die Energie des Einschlags war ausreichend, um Gold zu mobilisieren und könnte so die Konzentration der regionalen Lagerstätten erklären. Einen anderen Überraschungsfund lieferte der Marsmeteorit NWA 8171, der im Royal Ontario Museum in Kanada lagert. Unter der Leitung von Tanya Kizovski von der Brock University wurden darin Körnchen des Granatminerals Andradit nachgewiesen – ein auf der Erde in metamorphen Gesteinen verbreitetes Mineral, das auf dem Mars zuvor nie bestätigt worden war. Die in Geochemical Perspectives Letters veröffentlichte Analyse zeigt, dass das winzige Fragment von 0,8 mal 0,5 Millimetern extreme Temperaturen und Drücke dokumentiert. Ob es durch hydrothermale Aktivität auf dem Mars oder durch einen späteren Meteoriteneinschlag dorthin gelangte, ist noch offen.
Der Fund erweitert nach Einschätzung des Planetenwissenschaftlers James Darling von der University of Portsmouth das Bild der marsianischen Krustenentwicklung erheblich und deutet auf alte hydrothermale Systeme oder bisher unbekannte Magmaquellen hin. Zeitgleich haben Beobachtungen des James-Webb-Weltraumteleskops das rätselhafte Objekt GJ504b näher charakterisiert, einen magentafarbenen Himmelskörper in 57 Lichtjahren Entfernung. Forscher der Northwestern University wiesen im Nahinfrarotspektrum Kohlendioxid, Kohlenmonoxid, Schwefelwasserstoff und Ammoniak nach, zusammen mit Hinweisen auf salzhaltige Wolken. Die im Astronomical Journal vorgestellten Daten legen eine planetare Natur nahe, wenngleich eine Einstufung als Brauner Zwerg nicht ausgeschlossen ist. Die Masse wird auf etwa 25 Jupitermassen geschätzt, das Alter auf 2,5 bis 4 Milliarden Jahre.
Diese Befunde zeigen, wie moderne Instrumente – von gravimetrischen Vermessungen bis zu Weltraumteleskopen – Modelle der Planetenentstehung und -geologie präzisieren. Der kürzliche Vorbeiflug der NASA-Sonde Lucy am Asteroiden Donaldjohanson, der einen taumelnden, erdnussförmigen Körper mit eisenreichen Tonmineralen offenbarte, unterstreicht den Nutzen solcher Missionen. Für den australischen Krater sollen geochemische Analysen den Zusammenhang zwischen Impakt und Goldmineralisation erhärten. Die Herkunft des marsianischen Granats wird durch Isotopenstudien weiter untersucht, und für GJ504b könnten künftige Beobachtungszyklen die wahre Natur klären.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Ein Meteoriteneinschlag könnte vor über 100 Millionen Jahren Gold auf Westaustralien haben regnen lassen, wie Spuren in einem neu entdeckten Krater nahelegen. Unterdessen hat das James-Webb-Teleskop das Spektrum des geheimnisvollen rosa Planeten GJ504b analysiert und neue Hinweise auf seine Beschaffenheit geliefert. Diese Studien zeigen, wie Meteoriten und Weltraumbeobachtungen die geologische Geschichte von Himmelskörpern neu schreiben.
Die NASA-Sonde Lucy hat entdeckt, dass der Asteroid Donaldjohanson eine 'wackelige Erdnuss'-Form hat und sich auf zwei Achsen dreht, während er durchs All fliegt. Reich an eisenhaltigen Tonmineralien, scheint er ein Fragment eines größeren, wasser- und kohlenstoffreichen Asteroiden zu sein, der vor 155 Millionen Jahren zerbrach. Der Vorbeiflug testete erfolgreich die Instrumente der Mission und markiert einen entscheidenden Fortschritt für die amerikanische Tiefraumforschung.
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