
Gewaltwelle in Lateinamerika: Femizidversuche, Schießereien und ein Bombenalarm in Schweden
Von Brasilien über Argentinien bis Schweden: Eine Serie von Gewalttaten erschüttert Städte – darunter ein mit einem Hackmesser verübter Angriff auf eine Frau, Schüsse auf Familien und ein verdächtiger Gegenstand in Eskilstuna.
Die wohl erschütterndste Tat ereignete sich am Montagnachmittag in Jaboticabal im brasilianischen Bundesstaat São Paulo. Auf dem Gelände einer Tankstelle griff ein Mann eine Frau mit einem Hackmesser an; Überwachungskameras filmten, wie er mehrfach auf sie einstach, während Umstehende eingriffen und die Frau sich in eine Toilette rettete. Der Angreifer schlug mit der Klinge gegen die Tür, konnte jedoch nicht eindringen und wurde kurz darauf von der Polizei festgenommen – die Behörden werten den Fall als versuchten Femizid. Nur Stunden zuvor war im Nordwesten von Belo Horizonte eine 37-Jährige von ihrem früheren Lebensgefährten bewusstlos geschlagen und gewürgt worden; Videoaufnahmen zeigen, wie der 46-Jährige die reglose Frau aus einem Schönheitssalon trägt und in sein Auto legt. Auch in Maipú in der argentinischen Provinz Mendoza eskalierte in der Nacht zum Montag ein Beziehungsstreit: Ein Mann attackierte seine Partnerin und eine Minderjährige, flüchtete in ein Nachbarhaus und wurde dort mit einer geladenen, selbstgebauten Schusswaffe – einer sogenannten „Tumbera“ – gestellt.
Parallel dazu verzeichneten brasilianische Sicherheitskräfte eine Häufung von Straßenkriminalität und gezielten Angriffen. In São José do Rio Preto stach ein 32-Jähriger einen Obdachlosen nieder, weil es in der Warteschlange einer Essensausgabe zum Streit gekommen war; ein Stich durchbohrte die Lunge des Opfers. In Mauá da Serra schoss ein Unbekannter aus einem silbernen Wagen mindestens vier Mal auf ein Wohnhaus, während sich darin ein Ehepaar mit zwei kleinen Kindern aufhielt – die Kugel schlug in die Wand ein, verletzt wurde niemand. In Apucarana traf es einen Mann, der vor seinem Haus im Viertel Jardim América von einem aus einem Fahrzeug gestiegenen Schützen mit fünf Schüssen attackiert wurde; zwei Projektile streiften Gesicht und Schulter. Hinzu kamen versuchte Einbrüche und Raubüberfälle: In Ivaiporã scheiterten Täter an einem Alarm, in Apucarana lieferte sich ein 26-Jähriger nach dem Versuch, eine Apotheke aufzubrechen, eine körperliche Auseinandersetzung mit der Polizei, und in Três Rios im Bundesstaat Rio de Janeiro wurde ein junger Mann mit einem Metzgermesser noch vor dem Zugriff auf die Kasse überwältigt.
Ein ganz anderes Bedrohungsbild bot sich am Dienstagvormittag im schwedischen Eskilstuna. In einem Secondhand-Laden im Industriegebiet Vallhalla gab ein Kunde einen Gegenstand ab, der beim Personal sofort Misstrauen weckte. Die Polizei riegelte das Areal weiträumig ab, evakuierte das Geschäft sowie angrenzende Betriebe und zog das Bombenkommando hinzu. Nach einer ersten Ferndiagnose und anschließender Untersuchung stellte sich heraus, dass es sich um zwei Handgranaten handelte, die nicht geladen waren. Die Gefahr wurde kurz nach Mittag für beendet erklärt; verletzt wurde niemand. Der Vorfall illustriert die hohe Sensibilität skandinavischer Behörden gegenüber potenziellen Sprengkörpern, die in den vergangenen Jahren im kriminellen Milieu Schwedens wiederholt eingesetzt wurden.
Aus regionaler Perspektive verdichten sich die Meldungen zu einem besorgniserregenden Panorama. In Brasilien, wo Femizide und bewaffnete Übergriffe traurige Alltagsrealität sind, zeigen die Fälle aus Jaboticabal und Belo Horizonte, wie oft tödliche Gewalt gegen Frauen im öffentlichen oder halböffentlichen Raum stattfindet – und wie entscheidend das Eingreifen von Zeugen sein kann. Die argentinische „Tumbera“ wiederum verweist auf einen blühenden Markt für improvisierte Waffen, der die Arbeit der Ermittler erschwert. Aus europäischer Sicht mag der schwedische Fehlalarm glimpflich erscheinen, doch er reiht sich in eine Kette von Vorfällen, die das Sicherheitsgefühl in nordischen Städten beeinträchtigen. Für Deutschland, Österreich und die Schweiz sind solche Nachrichten doppelt relevant: Sie erinnern an die Notwendigkeit grenzüberschreitender polizeilicher Kooperation und unterstreichen, dass häusliche Gewalt und urbane Kriminalität keine geografischen Grenzen kennen. Die Ermittlungen in allen geschilderten Fällen dauern an; nachhaltige Antworten werden indes nur durch eine Kombination aus konsequenter Strafverfolgung, sozialer Prävention und einer Eindämmung illegaler Waffenströme zu finden sein.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Eine Welle der Gewalt erfasst Brasilien und Argentinien: Messerstechereien wegen Essen, Machetenangriffe an Tankstellen, Schüsse auf Wohnhäuser mit Familien darin, brutale häusliche Prügel. Die Polizei verzeichnet einen Anstieg von Mordversuchen, Raubüberfällen und geschlechtsspezifischer Gewalt.
In Schweden löste ein Bombenalarm in einem Secondhand-Laden in Eskilstuna eine Absperrung und Evakuierung aus. Die verdächtigen Gegenstände entpuppten sich als zwei ungeladene Handgranaten, und der Alarm wurde ohne jegliche Gewalt aufgehoben. Die Behörden lobten die Wachsamkeit des Personals und das schnelle Eingreifen der Sicherheitskräfte.
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