
Gegen das Vergessen: Zwei Wirkstoffstudien und ein Lebensstilprogramm zeigen neue Wege bei Demenz
Auf der Alzheimer-Konferenz in London präsentierte Daten zu einem Cannabisextrakt und einem Tau-senkenden Medikament treffen auf eine grosse Lebensstilintervention, die den Nutzen von Ernährung und Bewegung belegt.
Auf der internationalen Konferenz der Alzheimer-Gesellschaft (AAIC) in London sind gleich zwei klinische Studien vorgestellt worden, die das therapeutische Spektrum gegen Demenzerkrankungen erweitern könnten. Eine Phase-2-Studie mit 120 Teilnehmern im fortgeschrittenen Stadium von Alzheimer oder anderen Demenzen zeigte, dass eine oral verabreichte Kombination aus Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD) die Agitiertheit innerhalb von zwei Wochen deutlich reduzierte. Nach zwölf Wochen wiesen 87 Prozent der Behandelten eine globale Verbesserung auf, verglichen mit 24 Prozent in der Placebogruppe. Die als LiBBY-Studie bezeichnete Untersuchung ist multizentrisch, randomisiert und doppelblind angelegt; eine Begutachtung durch Fachkollegen steht noch aus. Die Autoren um den Psychiater Jacobo Mintzer von der University of South Carolina warnen ausdrücklich davor, die im Versuch verwendete, streng kontrollierte Formulierung mit frei verkäuflichen Cannabisprodukten gleichzusetzen.
Ebenfalls in London präsentierte der Hersteller Biogen Daten zu dem Antisense-Wirkstoff Diranersen, der die Produktion des Tau-Proteins im Gehirn drosseln soll. In einer Studie mit rund 400 Personen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung oder frühem Alzheimer verfehlte das Mittel zwar das primäre Studienziel einer Dosis-Wirkungs-Beziehung, doch die niedrigste, halbjährlich in den Rückenmarkskanal injizierte Dosis bremste den kognitiven Abbau in einem Test um 26 Prozent – ein Effekt, der nach Angaben der Studienleiterin Cath Mummery vom University College London in der Grössenordnung der bereits zugelassenen Amyloid-Antikörper liegt. Biogen bereitet eine grössere Folgestudie vor, um den Nutzen zu bestätigen.
Parallel zu diesen pharmakologischen Ansätzen unterstreichen neue Daten die Bedeutung nicht-medikamentöser Massnahmen. Eine zwei Jahre dauernde Untersuchung mit mehr als tausend 60- bis 77-Jährigen in elf lateinamerikanischen Ländern belegt, dass ein strukturiertes Programm aus viermal wöchentlichem Training, personalisierter Ernährungsberatung mit Fokus auf hirngesunde Kost sowie kognitivem Training die Gedächtnisleistung und die Verarbeitungsgeschwindigkeit messbar verbessert. Die Weltgesundheitsorganisation verweist in diesem Zusammenhang auf den weltweit geringen Obst- und Gemüsekonsum – in Indonesien etwa erreichen nur 3,3 Prozent der Bevölkerung die empfohlenen fünf Portionen täglich – und unterstützt Massnahmen wie Nährwertkennzeichnung und die Einschränkung von Werbung für stark verarbeitete Lebensmittel.
Aus Sicht der klinischen Neurologie betont Conrado Estol, dass frühe Bildung das Demenzrisiko um einen bedeutenden Prozentsatz senken kann, wie Publikationen in The Lancet zeigen. Er verweist auf sieben Säulen einer gesunden Langlebigkeit: Stresskontrolle, soziale Bindungen, ausreichender Schlaf, Nikotinverzicht, massvoller Alkoholkonsum, ausgewogene Ernährung und regelmässige Bewegung. Die nächsten greifbaren Meilensteine sind die von Biogen angekündigte grössere Wirksamkeitsstudie zu Diranersen sowie die ausstehende Fachpublikation der LiBBY-Ergebnisse, die über eine mögliche Zulassung eines Cannabis-basierten Arzneimittels gegen Agitiertheit bei Demenz entscheiden werden.
| Südostasiatische Presse | 0.00 | neutral |
|---|---|---|
| Lateinamerikanische Presse | +0.20 | neutral |
| Atlantische / angloamerikanische Presse | +0.30 | aligned |
Indonesia and Southeast Asian countries must adopt healthier eating habits to prevent dementia, following WHO guidelines.
Using WHO authority and scientific studies makes the message universal and indisputable, shifting responsibility to the population.
New drugs or cannabis as therapeutic options are not mentioned, which could offer alternatives for those unable to change lifestyle.
Cannabis research offers new hope for advanced dementia patients, while early education remains the best prevention.
Combining a promising clinical result with expert opinion creates a narrative of balanced progress between treatment and prevention.
The anti-tau drug, another important research avenue, is not discussed, nor are the access difficulties for medical cannabis.
Medical cannabis reduces agitation in 90% of advanced dementia patients, and a new anti-tau drug shows potential to slow the disease.
Using an impressive percentage and clinical language creates a sense of imminent breakthrough, making the pharmacological solution the most credible.
The importance of diet and exercise in prevention is not mentioned, nor the limitations of clinical trials (e.g., phase 2, small sample).
Erweitere deinen Horizont
Hamas ernennt Chefunterhändler Khalil al-Hayya zum neuen Politbürochef
6 Sprachen · 14 Quellen
Aus Economy & MarketsÖlpreis durchbricht 90-Dollar-Marke: Eskalation am Hormuz treibt Rohöl auf Höchststand seit Juni
8 Sprachen · 21 Quellen
Aus TechnologyKimi K3: Chinas neues KI-Modell erschüttert Märkte und zwingt Moonshot zu Aufnahmestopp
6 Sprachen · 12 Quellen