
Inflationssorgen in Schwellenländern: Brasilien, Russland und Indonesien im Fokus
Während Brasiliens Konjunktur an Dynamik verliert, halten Zentralbanken in Moskau und Jakarta an straffer Geldpolitik fest; in Kairo bleibt das Wachstum stabil.
Die brasilianische Wirtschaft ist im Mai gegenüber dem Vormonat um 0,7 Prozent gewachsen, getragen von der Landwirtschaft, dem Dienstleistungssektor und dem privaten Konsum. Dies geht aus dem Konjunkturmonitor der Stiftung Getulio Vargas hervor. Im Vergleich zum Vorjahresmonat betrug das Plus 1,2 Prozent. Allerdings verweisen die Ökonomen der Stiftung auf eine zunehmend ungleichmäßige Zusammensetzung des Wachstums: Die Industrieproduktion stagnierte, und sowohl die Ausrüstungsinvestitionen als auch die Exporte verloren an Schwung. Der Konsum der privaten Haushalte legte im gleitenden Dreimonatszeitraum zwar um 3,3 Prozent zu und erreichte den höchsten Stand seit Ende 2024, doch die nachlassende Breite des Aufschwungs deutet auf eine moderatere Expansion in den kommenden Monaten hin.
Die Inflationserwartungen bleiben das drängendere Problem. Die wöchentliche Umfrage der brasilianischen Zentralbank unter Finanzmarktökonomen (Focus) senkte die Prognose für den Verbraucherpreisindex IPCA im laufenden Jahr zwar zum dritten Mal in Folge – von 5,16 auf 5,15 Prozent. Sie liegt damit aber weiterhin deutlich über der oberen Toleranzgrenze des Inflationsziels von 4,5 Prozent. Besondere Aufmerksamkeit erregte ein ungewöhnlich starker Anstieg der mittelfristigen Erwartungen: Die Medianprognose für das Jahr 2028 sprang innerhalb einer Woche von 3,70 auf 3,78 Prozent. Marktteilnehmer werten dies als Warnsignal für eine nachlassende Verankerung der Inflationserwartungen, zumal das offizielle Ziel bei 3,0 Prozent liegt. Für das Wirtschaftswachstum erwarten die befragten Institute 2026 unverändert 1,99 Prozent.
Auch in anderen großen Schwellenländern zwingt der Inflationsdruck die Notenbanken zur Vorsicht. In Russland rechnen Analysten damit, dass die Zentralbank am 24. Juli ihre Inflationsprognose auf 6,0 bis 7,5 Prozent anheben wird, nachdem die Jahresrate bereits sechs Prozent erreicht hat. Als Haupttreiber gelten lokale Engpässe und Preissteigerungen bei Kraftstoffen, die auf andere Güter überzugreifen drohen. Zehn von dreizehn befragten Experten erwarten daher ein Festhalten am Leitzins von 14,25 Prozent. In Indonesien prognostizieren Ökonomen großer Banken für die Sitzung am 21. und 22. Juli eine Anhebung des Leitzinses um 25 Basispunkte auf 6,0 Prozent. Auslöser sind die anhaltende Rupiah-Schwäche – die Währung notierte zuletzt bei knapp 17.950 pro US-Dollar – sowie steigende Inflationserwartungen.
Ein etwas anderes Bild bietet Ägypten. Eine Reuters-Umfrage unter fünfzehn Ökonomen sieht das Wachstum im abgelaufenen Fiskaljahr bei 4,8 Prozent, etwas höher als noch im April erwartet. Die Devisenreserven stiegen auf 55 Milliarden Dollar, und die Überweisungen ägyptischer Gastarbeiter legten kräftig zu. Dennoch wurde die Inflationsprognose für 2026/27 auf 13,5 Prozent nach oben revidiert. Der Leitzins, der aktuell bei 20 Prozent liegt, dürfte bis Mitte 2027 schrittweise auf 16 Prozent sinken – ein Signal, dass die Notenbank trotz des Preisdrucks Spielraum für Lockerungen sieht.
Die nächsten Wegmarken liegen dicht beieinander: Noch in dieser Woche entscheidet die indonesische Zentralbank, am 24. Juli folgt die russische. In Brasilien tagt das geldpolitische Komitee Copom am 4. und 5. August; der Leitzins liegt derzeit bei 14,25 Prozent, und der Markt preist für die zweite Jahreshälfte noch eine letzte Senkung ein.
| Lateinamerikanische Presse | +0.20 | neutral |
|---|---|---|
| Russische & GUS-Presse | −0.50 | critical |
| Arabische Golfpresse | −0.20 | neutral |
Der Markt senkt die Inflationsprognose, signalisiert Vertrauen in die Geldpolitik, aber immer noch über dem Ziel.
Durch wiederholtes Zitieren des Focus-Berichts und der technischen Natur der Anpassung stellt die Erzählung die Senkung als natürliche Marktkorrektur dar, nicht als politischen Erfolg.
Russland bereitet sich auf eine Verschlechterung der Inflation vor: Die Zentralbank wird ihre Prognose anheben, und die Preise steigen bereits.
Durch die Betonung der Beschleunigung der Inflation und des Konsenses unter den Analysten erzeugt die Erzählung ein Gefühl der Unvermeidlichkeit und Dringlichkeit.
Die ägyptische Wirtschaft zeigt Widerstandsfähigkeit angesichts des Nahostkrieges, aber die Inflation bleibt ein Anliegen.
Durch das Zitieren einer Reuters-Umfrage und die Präsentation einer ausgewogenen Sicht auf Wachstum und Inflation positioniert sich die Erzählung als objektiv und datengesteuert.
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