
Frankreichs Dürre erreicht Rekordniveau – 99 Départements mit Wasserrestriktionen
Eine aussergewöhnlich frühe und intensive Trockenheit hat in nahezu allen französischen Départements zu Nutzungsbeschränkungen geführt, während die Regierung eine Krisensitzung einberief.
In Frankreich unterliegen derzeit 99 der 101 Départements des Mutterlandes ganz oder teilweise Beschränkungen der Wassernutzung – ein noch nie seit Beginn der nationalen Erfassung im Jahr 2013 verzeichneter Wert. In 43 Départements gilt die höchste Krisenstufe, bei der Wasser ausschliesslich prioritären Zwecken wie der Trinkwasserversorgung vorbehalten bleibt. Die Ministerin für den ökologischen Wandel, Monique Barbut, sprach nach einer eigens einberufenen Krisensitzung in Paris von einer «aussergewöhnlichen» und «sehr besorgniserregenden» Lage, die gegenüber den Vorjahren einen zeitlichen Vorsprung von rund einem Monat aufweise.
Die Trockenheit trifft auf Böden, deren Feuchtigkeitsniveau sich nahe an historischen Tiefstständen bewegt. Zugleich sinken die Abflussmengen der Fliessgewässer landesweit rapide; an einem Drittel der Messstellen liegen die Werte unter den Minima der vergangenen zwei Jahrzehnte, ein Viertel der kleinen Wasserläufe ist bereits trockengefallen. Bemerkenswert ist, dass die Frühjahrsniederschläge insgesamt im Normalbereich lagen. Aus Pariser Sicht unterstreicht dies die durch den Klimawandel ausgelöste tiefgreifende Störung des Wasserkreislaufs, die dazu führe, dass selbst durchschnittliche Regenmengen eine derartige Dürre nicht mehr abfedern könnten.
Parallel zur Wasserknappheit hat der französische Wetterdienst Météo-France für Paris und weite Teile des Westens die höchste Hitzewarnstufe «Rot» ausgerufen. In mehreren Städten wurden Temperaturen von über 40 Grad Celsius gemessen, in der Hauptstadt annähernd 37 Grad. Die Hitzewelle, die auch andere europäische Staaten erfasst, führte zu vorgezogenen Schliessungen von Sehenswürdigkeiten wie dem Eiffelturm und dem Louvre. Gleichzeitig erschweren die Bedingungen die Bekämpfung von Waldbränden: Im Raum Fontainebleau sind rund 2.000 Hektar betroffen, die Feuer gelten als unter Kontrolle, aber noch nicht als vollständig gelöscht; auch auf Korsika und in Savoyen dauern die Einsätze an. Nach Angaben der Behörden sind derzeit etwa 100.000 Einwohner von akuter Wasserknappheit betroffen, und der einsetzende Tourismus erhöht den Verbrauch zusätzlich.
Die Dürre fällt in eine politisch sensible Phase. Am Vortag der Krisensitzung stand die Einberufung des Vermittlungsausschusses zum umstrittenen Agrarnotstandsgesetz bevor, das nach einer tiefgreifenden Überarbeitung durch den Senat aus Sicht von Umweltschützern, Wissenschaftlern und lokalen Mandatsträgern die französische Wasserpolitik grundlegend zu verändern droht. Die nächste faktische Wegmarke ist die Sitzung dieses Ausschusses, während die Meteorologen ein Andauern der Hitzewelle bis mindestens Mitte der kommenden Woche erwarten.
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Die französische Regierung und ihre Ministerin sprechen mit Autorität und stellen die Dürre als außergewöhnliche nationale Krise dar, die sofortiges administratives Handeln erfordert.
Offizielle Stellungnahmen und die Bilder der Krisensitzung vermitteln eine kontrollierte Dringlichkeit und legitimieren die Einschränkungen als notwendig und verhältnismäßig.
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Die russische Nachrichtenagentur berichtet sachlich über die Aussage der französischen Ministerin, ohne Kommentare hinzuzufügen, und stellt die Dürre als bemerkenswertes, aber fernes Ereignis dar.
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