
Putins Zustimmungswerte fallen so stark wie seit Kriegsbeginn nicht mehr
Während in Russland die Umfragewerte des Präsidenten einbrechen, überholt China die USA erstmals im globalen Ansehen, zeigt eine Pew-Studie.
Die Zustimmung zur Arbeit des russischen Präsidenten Wladimir Putin ist in der zweiten Juliwoche binnen sieben Tagen um fünf Prozentpunkte auf 66 Prozent gesunken. Dies geht aus einer Erhebung des staatsnahen Fonds für öffentliche Meinung (FOM) hervor, die am Mittwoch veröffentlicht wurde. Es handelt sich um den stärksten Rückgang seit Beginn der großangelegten Invasion in der Ukraine im Februar 2022. Auch das Vertrauen in Putin gab nach – von 69 auf 67 Prozent. Das ebenfalls dem Kreml nahestehende Institut WZIOM meldete einen geringeren, aber stetigen Abwärtstrend: Die Zustimmung sank dort auf 65,1 Prozent, das Vertrauen auf 71 Prozent. Beide Institute verzeichnen seit dem Frühjahr 2026 rückläufige Werte, die Beobachter in Moskau mit Internetblockaden, der Sperrung des Nachrichtendienstes Telegram sowie wachsender Unzufriedenheit über die Benzinknappheit und den Kriegsverlauf in Verbindung bringen.
Die FOM-Erhebung, die auf persönlichen Interviews mit 1.500 Befragten basiert, weist eine statistische Fehlertoleranz von 3,6 Prozentpunkten auf. Das WZIOM nutzt überwiegend Telefonumfragen, was nach Einschätzung russischer Soziologen zu abweichenden Ergebnissen führen kann. Dennoch bestätigen beide Methoden einen Vertrauensverlust, der sich auch auf die Regierung und Ministerpräsident Michail Mischustin erstreckt. Der Kreml hat die neuen Zahlen bislang nicht kommentiert.
Parallel zu dieser innenpolitischen Entwicklung hat das amerikanische Pew Research Center eine globale Verschiebung der Wahrnehmung dokumentiert. In einer am 15. Juli publizierten Umfrage unter mehr als 42.000 Menschen in 36 Ländern überholt China erstmals seit fast zwei Jahrzehnten die Vereinigten Staaten im internationalen Ansehen. 46 Prozent der Befragten äußerten sich positiv über China, während nur 36 Prozent den USA ein günstiges Bild attestierten – eine Umkehrung der Werte von 2023. In 25 der untersuchten Staaten genießt China inzwischen ein besseres Image als die USA, besonders in Entwicklungs- und Schwellenländern Lateinamerikas, Afrikas und Südostasiens. Das Vertrauen in Staatschef Xi Jinping übertrifft in 22 Ländern jenes in US-Präsident Donald Trump, wenngleich beide Führungsfiguren insgesamt niedrige Vertrauenswerte erzielen.
Aus westlicher Perspektive unterstreichen die Daten einen relativen Ansehensverlust der Vereinigten Staaten, der mit der Außenpolitik der Trump-Regierung – darunter der Iran-Konflikt und Zollerhöhungen – in Verbindung gebracht wird. Gleichzeitig bleibt die Sorge vor Chinas Umgang mit individuellen Freiheiten groß: Im globalen Durchschnitt glauben nur 26 Prozent, dass Peking die Freiheitsrechte respektiert. In Brasilien, das in der Pew-Studie gesondert ausgewiesen wird, vertrauen lediglich 22 Prozent Xi Jinping, während 66 Prozent ihm misstrauen. Die Zustimmung zu China ist dort unter jüngeren und politisch links oder der Mitte zugeordneten Befragten überdurchschnittlich hoch.
Die weitere Entwicklung der Zustimmungswerte in Russland wird vor dem Hintergrund der anhaltenden Treibstoffkrise und der Kriegsmüdigkeit mit Spannung erwartet. Die Pew-Studie deutet unterdessen auf einen langfristigen Trend hin, der die geopolitische Gewichtsverteilung in der öffentlichen Meinung vieler Länder zugunsten Chinas verschiebt. Konkrete politische Reaktionen aus Moskau oder Washington stehen noch aus.
| Russische & GUS-Presse | 0.00 | neutral |
|---|---|---|
| Kontinentaleuropäische Presse | −0.80 | critical |
| Südostasiatische Presse | +0.80 | aligned |
Russland bewahrt Stabilität: Die Zustimmungsrate des Präsidenten bleibt hoch; ein leichter Rückgang verändert das Gesamtbild der öffentlichen Unterstützung nicht.
Die Zahlen werden als routinemäßige Statistiken präsentiert, nicht als Alarmsignal, wodurch die Bedeutung des Rückgangs heruntergespielt wird.
Die globale Umfrage, die zeigt, dass Chinas Image das der USA übertrifft, wird ausgelassen, und der Fokus liegt ausschließlich auf dem Rückgang der Inlandsbewertung.
Putins Bewertung bricht mit Rekordgeschwindigkeit ein und offenbart die wahren Kosten des Krieges und die Erosion des öffentlichen Vertrauens.
Indem die Geschwindigkeit des Rückgangs hervorgehoben und mit der Mobilisierungskrise verglichen wird, wird der Rückgang als Urteil über die Legitimität des Regimes dargestellt.
Die globale Umfrage, die zeigt, dass Chinas Image das der USA übertrifft, wird ausgelassen, und der Fokus liegt ausschließlich auf dem Rückgang der Inlandsbewertung.
Die Welt wendet sich China zu: Das globale Vertrauen begünstigt nun Peking gegenüber Washington und bestätigt eine historische Verschiebung in der internationalen Wahrnehmung.
Die Pew-Umfragedaten werden als objektiver Trend präsentiert, aber die Auswahl der Länder und die Rahmung von „Vertrauen“ verstärken die Erzählung vom unvermeidlichen Aufstieg Chinas.
Der Rekordrückgang von Putins Zustimmungsrate wird ausgelassen, und der Fokus liegt ausschließlich auf der globalen Umfrage zu China und den USA.
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