
Nach Skandalfinale um den Afrika-Cup: CAS verhandelt Senegals Einspruch am 8. Oktober
Das Schiedsgericht in Lausanne prüft, ob die Aberkennung des 1:0-Sieges Senegals gegen Marokko im Endspiel 2025 rechtmäßig war.
Das Endspiel um den Afrika-Cup 2025 zwischen Gastgeber Marokko und Senegal geriet zur Groteske – und endete doch mit einem sportlichen Triumph der Gäste. Nachdem der Schiedsrichter in der Nachspielzeit der regulären Spielzeit nach VAR-Intervention einen Elfmeter für Marokko gab, verließen die Senegalesen unter Anweisung ihres Trainers Pape Bouna Thiaw geschlossen das Feld. Erst nach vierzehn Minuten kehrten sie zurück, gedrängt von Kapitän Sadio Mané. Den fälligen Strafstoß vergab Brahim Díaz; in der Verlängerung erzielte Pape Gueye das einzige Tor und sicherte Senegal den scheinbaren Titel. Doch das Nachspiel sollte die Wahrnehmung des Finales umkehren.
Die ursprünglich nur mit Geld- und Sperrstrafen gegen den senegalesischen Verband und einzelne Akteure belegte Partie wurde auf Betreiben Marokkos neu bewertet: Die Berufungskammer des afrikanischen Verbandes CAF erklärte am 17. März 2026 den Rückzug Senegals zum Spielabbruch und wertete das Finale mit 3:0 für Marokko, das so zum Champion ernannt wurde. Aus senegalesischer Sicht ein willkürlicher Eingriff in den sportlich erbrachten Leistungsbeweis, legte der Verband am 25. März Berufung beim Internationalen Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne ein.
Nun hat der CAS den 8. Oktober 2026 als Termin für die mündliche Verhandlung unter Ausschluss der Öffentlichkeit festgesetzt. Eine von Senegal gewünschte Beschleunigung des Verfahrens scheiterte am fehlenden Einverständnis aller Parteien; der Fall folgt daher dem regulären Prozedere. Das Schiedsgericht mahnte zugleich, kursierenden Falschinformationen keinen Glauben zu schenken – offizielle Mitteilungen erfolgten ausschließlich über seine Kanäle. Ein Urteil ist nicht am selben Tag zu erwarten; die Richter werden nach der Anhörung in die Beratung eintreten und zu einem späteren Zeitpunkt schriftlich entscheiden.
Der Ausgang des Verfahrens könnte die Geschichtsschreibung des Afrika-Cups neu justieren. Bestätigt das Gericht die CAF-Entscheidung, bliebe Marokko Sieger der Ausgabe 2025; gibt es Senegals Antrag statt, würde der auf dem Platz errungene 1:0-Erfolg nachträglich anerkannt und der Titel umgeschrieben. Mit der Anhörung in der Schweiz rückt die juristische Aufarbeitung eines der ungewöhnlichsten Fußballendspiele in ihre entscheidende Phase.
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