
Fiskalische Weichenstellungen: Brasilien, Argentinien und Indonesien präsentieren Budgetpläne für 2027
Während Brasilien vor unerfüllbaren Primärzielen warnt, versprechen Argentinien und Indonesien sinkende Inflation und neue Arbeitsplätze – Schweden debattiert über die Wirksamkeit expansiver Politik.
Das brasilianische Schatzamt hat in seinem jüngsten Projektionsbericht eine deutliche Warnung ausgesprochen: Ohne zusätzliche Maßnahmen wird die Regierung die verfassungsmäßigen Primärergebnisziele zwischen 2028 und 2030 verfehlen. Selbst unter Einrechnung automatischer Ausgabenblockaden in Höhe von durchschnittlich 0,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts bliebe das Ergebnis unter der zulässigen Toleranzgrenze. Der nächste Präsident – die Amtszeit beginnt 2027 – müsse daher ein strukturelles Anpassungsvolumen von jährlich 1,2 Prozent der Wirtschaftsleistung erwirtschaften, vor allem weil die Pflichtausgaben für Renten und Sozialhilfe real um 3,5 bis 5,6 Prozent pro Jahr wüchsen.
Einen anderen Kurs skizziert die argentinische Regierung in ihrem am Mittwoch an das Parlament übermittelten Vorabbericht zum Haushalt 2027. Das von Wirtschaftsminister Luis Caputo und Kabinettschef Diego Santilli unterzeichnete Dokument stellt eine „signifikante Desinflation“, steigende Reallöhne und die Beibehaltung des Primärüberschusses in Aussicht, verzichtet jedoch auf konkrete Zahlen zu Inflation, Wechselkurs oder Außenhandel. Auffällig ist der abermalige Rückgang der beantragten öffentlichen Investitionsprojekte: Für 2027 wurden nur noch 1.765 Vorhaben mit einem Volumen von 10,2 Billionen Pesos eingereicht, nach 2.014 im Vorjahr und 4.496 im Jahr 2025. Der endgültige Gesetzentwurf muss bis zum 15. September vorliegen – mitten im beginnenden Präsidentschaftswahlkampf.
In Jakarta einigten sich Regierung und Haushaltsausschuss des Parlaments auf die Eckwerte des Staatshaushalts 2027. Vorgesehen sind ein Wirtschaftswachstum von 5,8 bis 6,5 Prozent, eine Inflationsrate von 1,5 bis 3,5 Prozent und ein Defizit von 1,8 bis 2,4 Prozent des BIP. Die Planung zielt auf die Schaffung von bis zu 3,49 Millionen neuen Arbeitsplätzen, wobei der Anteil formeller Beschäftigung auf 40,8 Prozent steigen soll. Bangladesch wiederum peilt für das kommende Fiskaljahr ein Wachstum von 6,5 Prozent an und will die Inflation von zuletzt 8,6 auf 7,5 Prozent drücken, während die Exporte zuletzt rückläufig waren und die Überweisungen von Arbeitsmigranten einen Rekord erreichten.
In Stockholm kritisierten die Ökonomen des Gewerkschaftsdachverbands LO die expansive Finanzpolitik der Regierung als ineffizient. Die für 2026 und 2027 erwarteten Defizite von rund 200 Milliarden Kronen lägen weit vom Überschussziel des finanzpolitischen Rahmens entfernt. Steuersenkungen für hohe Einkommen und Kapitaleinkünfte hätten eine geringere Multiplikatorwirkung als öffentliche Investitionen oder Transfers an breite Bevölkerungsschichten, so der Vorwurf. Die Debatte verdeutlicht, wie unterschiedlich die fiskalischen Prioritäten in den einzelnen Weltregionen gesetzt werden – von der Angebotspolitik in Buenos Aires über die investitionsgetriebene Planung in Jakarta bis zum strukturellen Sparzwang in Brasília. Der nächste Prüfstein ist die Vorlage des vollständigen argentinischen Haushaltsentwurfs im September, gefolgt von der Verabschiedung des indonesischen Budgetgesetzes Ende Oktober.
| Lateinamerikanische Presse | −0.30 | critical |
|---|---|---|
| Kontinentaleuropäische Presse | 0.00 | neutral |
The government promises growth, but ordinary people will pay the price. The structural risks are real and will hit the most vulnerable.
It personalizes the state as a distant and unreliable entity, contrasting everyday experience with official statements.
Technical details of macroeconomic forecasts and official Russian government sources are omitted.
Macroeconomic data point to fiscal risks, but the outlook remains manageable with appropriate reforms. Public debt requires monitoring, not panic.
It adopts a detached, technical tone, using standard economic indicators to normalize the discussion and reduce emotional urgency.
Immediate social implications and domestic political criticism within Russia are not considered.
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