
Englands Assistenzärzte nehmen Tarifangebot an – Streiks beendet
Die Abstimmung beendet eine der längsten Arbeitsniederlegungen in der Geschichte des NHS; in Australien bereiten sich Krankenhausärzte derweil auf erste Kampfmaßnahmen seit zwei Jahrzehnten vor.
Die Assistenzärzte in England haben das jüngste Angebot der Regierung angenommen und damit eine Streikserie beendet, die seit Juli 2025 zu 21 Ausfalltagen geführt hatte. In einer Urabstimmung votierten 53 Prozent der Mitglieder der British Medical Association (BMA) für die Annahme, die Beteiligung lag bei 57 Prozent. Die unmittelbare Folge: Eine für Mitte Juni geplante viertägige Arbeitsniederlegung, die sechzehnte Runde seit 2023, war bereits ausgesetzt worden und findet nun nicht statt.
Das Paket sieht eine durchschnittliche Gehaltssteigerung von 6,6 Prozent vor, gestaffelt bis April 2027. Zusammen mit früheren Erhöhungen liegen die Bezüge dann nach Berechnung des Gesundheitsministeriums um 35,2 Prozent über dem Niveau von vor vier Jahren. Hinzu kommen 4.500 zusätzliche Facharztausbildungsplätze innerhalb von drei Jahren sowie die flächendeckende Anwendung der Standardvertragsbedingungen von 2016 für alle lokal beschäftigten Mediziner. Gesundheitsminister James Murray sprach von einem Schlußstrich unter die monatelangen Störungen und einem Neuanfang für den Wiederaufbau des staatlichen Gesundheitsdienstes NHS.
Während der Konflikt in England damit beigelegt ist, zeichnet sich im australischen Bundesstaat Victoria eine Zuspitzung ab. Die Ärztegewerkschaft AMA Victoria und die Australian Salaried Medical Officers’ Federation haben nach zehnmonatigen Verhandlungen ohne formelles Lohnangebot der Regierung von Premierministerin Jacinta Allan einen Antrag auf eine geschützte Kampfmaßnahmen-Abstimmung bei der Fair Work Commission angekündigt. Ein Mitgliedertreffen stimmte mit überwältigender Mehrheit für diesen Schritt. Sollte die Kommission zustimmen, könnten die Ärzte in einer Urabstimmung über gestaffelte Maßnahmen bis hin zu Arbeitsniederlegungen entscheiden – es wäre der erste größere Arbeitskampf der Krankenhausärzte Victorias seit 2002. Als zentrale Streitpunkte gelten der Zugang zu Überstundenvergütung und die Angleichung der Elternzeit an andere Bereiche des öffentlichen Dienstes.
Beide Auseinandersetzungen sind Teil einer breiteren Welle von Tarifkonflikten im öffentlichen Sektor angelsächsischer Länder, bei der Inflationsausgleich und Arbeitsbedingungen im Mittelpunkt stehen. In England richtet sich der Blick nun auf die Umsetzung der Zusagen bis 2027. In Victoria wird die Entscheidung der Fair Work Commission über den Antrag auf eine geschützte Abstimmung der nächste verfahrensbestimmende Schritt sein.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Junge Ärzte in England haben einen Gehaltsdeal angenommen und beenden damit ein Jahr Streiks mit durchschnittlich 6,6 % mehr Lohn und zusätzlichen Ausbildungsplätzen. Unterdessen steuern Ärzte im australischen Victoria auf den ersten Arbeitskampf seit zwanzig Jahren zu und werfen der Regierung Wortbruch vor. Die angelsächsische Presse vermerkt die pragmatische Lösung im Vereinigten Königreich, blickt aber skeptisch auf den drohenden Konflikt in Australien.
Die Ärzte in England haben das Gehaltsangebot der Regierung angenommen und beenden damit ein Jahr Streiks, die den Gesundheitsdienst belastet hatten. Der Deal bringt eine durchschnittliche Gehaltserhöhung von 6,6 % und Tausende zusätzliche Ausbildungsplätze – eine gute Nachricht für Ärzte, Patienten und den NHS.
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