
Nach Drohnenangriffen auf Moskau: El Al setzt Flüge in die russische Hauptstadt aus
Die israelische Fluggesellschaft reagiert auf zunehmende ukrainische Drohnenattacken und Luftraumsperrungen – russische Carrier fliegen die Strecke weiterhin.
Die israelische Nationalfluggesellschaft El Al hat am Donnerstag ihre Direktverbindung zwischen Tel Aviv und Moskau vorläufig ausgesetzt. Betroffen sind die für den 25., 28. und 29. Juni geplanten Flüge. Das Unternehmen begründete den Schritt mit den jüngsten Entwicklungen im russisch-ukrainischen Konflikt und „Vorfällen in der regionalen Luftfahrt“. Nach Angaben des russischen Branchenverbands ATOR bleibt das direkte Luftverkehrsband jedoch erhalten, da die russischen Carrier Azimuth und Red Wings die Strecke weiter bedienen. Ein Sprecher von El Al kündigte für die kommende Woche eine Neubewertung der Sicherheitslage an; vom Ergebnis hänge die Wiederaufnahme der Verbindung ab.
Hintergrund sind massive ukrainische Drohnenangriffe auf Ziele in Russland, die sich in den vergangenen Tagen auch auf die Hauptstadtregion ausweiteten. In der Nacht zum Donnerstag meldeten russische Behörden den Anflug von 301 unbemannten Fluggeräten, von denen nach offiziellen Angaben knapp 60 nahe Moskau abgefangen wurden. Die Flughäfen Scheremetjewo, Domodedowo, Wnukowo und Schukowski stellten den Betrieb zeitweise ein, hunderte Flüge fielen aus. Schon in den Wochen zuvor hatte die ukrainische Armee wiederholt mit Drohnenschwärmen russische Raffinerien und Treibstofflager angegriffen – zuletzt auch Ziele in über 1500 Kilometer Entfernung von der Front, wie etwa Anlagen in der Ufa-Region und in Krasnodar.
Die Auswirkungen auf die russische Energieversorgung sind spürbar. Seit mehreren Tagen gilt ein Exportverbot für Benzin und Flugbenzin, Medienberichte deuten auf einen möglichen Diesel-Exportstopp hin. Auf der annektierten Halbinsel Krim ist die Treibstoffknappheit so gravierend, dass die Behörden den Verkauf an Privatpersonen und Unternehmen weitgehend untersagten und den öffentlichen Nahverkehr sowie Beleuchtung einschränkten. Moskau dementiert eine Krise nicht, sondern spricht von „vorübergehenden Maßnahmen“. Beobachter in westlichen Hauptstädten werten die Angriffe als Teil einer ukrainischen Strategie, den Krieg in die russische Tiefe zu tragen und die Logistik der Streitkräfte zu erschweren. Gleichzeitig rücken die Angriffe das Risiko für die zivile Luftfahrt in ein neues Licht.
Die Entscheidung von El Al, die Flüge einzustellen, ist nicht ohne Präzedenz. Bereits im Dezember 2024 hatte die Airline ihre Moskau-Verbindung nach dem Abschuss einer aserbaidschanischen Passagiermaschine durch eine russische Luftabwehrrakete für vier Monate ausgesetzt. Damals starben 38 Menschen. Die jetzige Suspendierung, die aus israelischer Perspektive allein aus Sicherheitserwägungen erfolgt, wird in Moskau unterschiedlich kommentiert. Während staatliche Stellen die Lage als beherrschbar darstellen, verweisen unabhängige russische Analysten auf einen wachsenden Vertrauensverlust. „Die Israelis haben Angst, nach Russland zu fliegen – nicht umgekehrt“, schrieb der frühere Putin-Redenschreiber und heutige Exilpolitologe Abbas Galljamow in einem Kommentar. Die Fluggesellschaft ihrerseits plant, in der kommenden Woche die Risikobewertung zu aktualisieren. Derweil hat die russische Luftfahrtbehörde keine generelle Warnung ausgesprochen; ausländische Carrier aber könnten künftig ähnliche Vorsichtsmaßnahmen ergreifen.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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El Al hat die Flüge Tel Aviv-Moskau wegen der durch ukrainische Langstreckenangriffe auf russische Ölanlagen verursachten Luftunsicherheit ausgesetzt. Die Fluggesellschaft wird die Lage nächste Woche neu bewerten, während Kiew die Angriffe auf strategische Ziele tief im russischen Gebiet verstärkt.
Die israelische Fluggesellschaft El Al hat die Moskau-Flüge vorübergehend ausgesetzt, Tickets sind ab Juli wieder erhältlich. Der Schritt hängt mit den Entwicklungen in den russisch-ukrainischen Beziehungen zusammen, direkte Flugverbindungen bestehen jedoch über andere Anbieter fort.
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