
EasyJet weist drittes Castlelake-Angebot zurück – Bieter wendet sich an Aktionäre
Die US-Investmentgesellschaft Castlelake legt ihr auf 4,74 Milliarden Pfund erhöhtes Übernahmeangebot offen, nachdem der Verwaltungsrat der Billigfluglinie eine dritte Offerte binnen zehn Tagen als opportunistisch abgelehnt hat.
Der Übernahmepoker um die britische Billigfluggesellschaft EasyJet hat eine neue Eskalationsstufe erreicht. Castlelake, eine auf Luftfahrtinvestitionen spezialisierte US-Fondsgesellschaft, gab am Montag bekannt, am 20. Juni ein drittes indikatives Angebot über 625 Pence je Aktie unterbreitet zu haben. Dies bewertet EasyJet mit rund 4,74 Milliarden Pfund (etwa 5,5 Milliarden Euro) und entspricht einem Aufschlag von 59 Prozent auf den Kurs vor Bekanntwerden der Übernahmeabsichten Ende Mai. Der Verwaltungsrat in Luton wies die Offerte bereits am 21. Juni zurück, woraufhin Castlelake den Vorgang publik machte, um die Aktionäre direkt zu mobilisieren.
Aus Londoner Sicht begründet der EasyJet-Verwaltungsrat die Ablehnung mit dem Vorwurf des Opportunismus. Der Aktienkurs sei durch den Iran-Krieg und dessen Auswirkungen auf Kerosinpreise und Buchungsverhalten temporär gedrückt; die Angebote spiegelten nicht den fundamentalen Wert der paneuropäischen Marke mit fast 100 Millionen Kunden in 37 Ländern wider. Zudem verweist das Gremium auf erhebliche regulatorische Hürden: EasyJet unterliegt als EU-Fluglinie der Vorschrift, dass mehr als 50 Prozent der Eigentumsanteile und die effektive Kontrolle in Händen von EU-Staatsangehörigen liegen müssen. Die von Castlelake skizzierte Struktur – 49 Prozent über den Fonds, 51 Prozent über nicht namentlich genannte europäische Investoren – sei intransparent und lasse keine Prüfung der Durchführbarkeit zu.
Castlelake, das über verwaltete Vermögen von 36 Milliarden US-Dollar verfügt und bereits an der Rettung von Scandinavian Airlines beteiligt war, hält derzeit rund 2,14 Prozent an EasyJet. Der Fonds argumentiert, sein Angebot biete selbst dann überzeugenden Wert, wenn EasyJet sein ambitioniertes Mittelfristziel von mehr als einer Milliarde Pfund Vorsteuergewinn erreiche. Die Offerte sieht eine teilweise Kapitalbeteiligung vor, sodass Aktionäre nach einem Delisting privat an der Gesellschaft beteiligt bleiben könnten. Parallel dazu verdeutlicht ein Blick auf den irischen Konkurrenten Ryanair, wie unterschiedlich Anreize im Billigflugsegment gesetzt werden: Dessen Vorstandsvorsitzender Michael O’Leary kann bei Erreichen bestimmter Kurs- oder Gewinnziele Aktienoptionen im Wert von bis zu 175 Millionen Dollar realisieren – ein Modell, das auf langfristige Kurssteigerung setzt, während EasyJet sich gegen eine kurzfristige Übernahmeprämie stemmt.
Die britische Übernahmekommission hat Castlelake eine Frist bis zum 26. Juni um 17 Uhr gesetzt, um ein festes Angebot vorzulegen oder zurückzuziehen („Put-up or Shut-up“). Der Fonds betont, dass keineswegs sicher sei, ob ein formelles Angebot erfolgen werde. Die kommenden Tage werden zeigen, ob sich unter den EasyJet-Aktionären eine ausreichende Unterstützung für den Vorstoß formiert oder ob der Verwaltungsrat seine ablehnende Haltung durchhält.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Der amerikanische Fonds Castlelake hat ein drittes Übernahmeangebot für EasyJet vorgelegt, das die Fluggesellschaft mit 4,74 Milliarden Pfund bewertet. Der Vorstand lehnte es als Unterbewertung ab und nicht im Interesse der Aktionäre, und warf dem Bieter vor, billig kaufen zu wollen. Castlelake wendet sich nun direkt an die Aktionäre.
Der Vorstand von EasyJet lehnte ein 6,3-Milliarden-Dollar-Angebot des US-Fonds Castlelake ab und bezeichnete es als opportunistisch und billig. Das Angebot zielte darauf ab, den durch den Nahostkonflikt gedrückten Aktienkurs auszunutzen. Castlelake umgeht nun den Vorstand und wendet sich direkt an die Aktionäre.
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