
Ukrainische Drohnen treffen Moskaus größte Ölraffinerie – Vergeltung für russischen Großangriff auf Kiew
Nach dem verheerenden russischen Luftschlag mit über 600 Drohnen und 70 Raketen auf die Ukraine setzt Kiew seine Strategie der tiefen Schläge gegen die russische Energieinfrastruktur fort.
In den frühen Morgenstunden des Dienstags griff eine Salve ukrainischer Langstreckendrohnen die wichtigste Ölraffinerie der russischen Hauptstadt an. Das Gazprom-eigene Werk im südöstlichen Stadtteil Kapotny, nur fünfzehn Kilometer vom Kreml entfernt, wurde von mindestens einer Drohne getroffen und ging in Flammen auf. Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin sprach von sechzig abgefangenen Drohnen, doch Videos in sozialen Netzwerken zeigten eine gewaltige schwarze Rauchsäule über der Anlage, die rund vierzig Prozent des Moskauer Benzinbedarfs und die Hälfte des Dieselkraftstoffs der Region liefert. Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte den Schlag öffentlich und veröffentlichte selbst Aufnahmen des Einschlags – eine bewusste Demonstration der nun 500 Kilometer tief in russisches Territorium reichenden ukrainischen Fähigkeiten. Es war bereits der neunte Tag in Folge, an dem Moskau Drohnenattacken meldete; auch ein Treibstofflager in der südlichen Region Krasnodar wurde getroffen.
Der Angriff war unmittelbare Vergeltung für den massivsten russischen Luftschlag gegen die Ukraine seit Monaten. Am Montag hatte Moskau nach Kiewer Angaben mehr als 600 Drohnen und 70 Raketen – darunter ballistische Flugkörper – auf Kiew, Charkiw und Dnipro abgefeuert. Mindestens elf Menschen starben, unter ihnen fünf Rettungskräfte, die in Charkiw einen Brand löschen wollten. Besonders erschütternd war der Treffer auf das zum UNESCO-Weltkulturerbe zählende Mariä-Entschlafens-Kloster aus dem 11. Jahrhundert in Kiew, dessen Kathedrale in Brand geriet. Russland bestritt eine gezielte Attacke auf das Gotteshaus und machte eine ukrainische Patriot-Rakete für die Schäden verantwortlich. Mehr als 140.000 Haushalte in Kiew waren zeitweise ohne Strom.
Aus strategischer Sicht markieren die wechselseitigen Schläge eine neue Eskalationsstufe im Drohnen- und Raketenkrieg. Die Ukraine hat ihre Angriffe auf russische Raffinerien seit Jahresbeginn verdoppelt; Branchendaten zufolge führten die Treffer bereits zu spürbaren Produktionsrückgängen bei Benzin, Diesel und Flugzeugtreibstoff. Das nun beschädigte Moskauer Werk verarbeitete 2024 noch 11,6 Millionen Tonnen Rohöl und versorgte auch die Hauptstadtflughäfen. Kiew betrachtet die systematische Schwächung der russischen Energielogistik als zentralen Hebel, um Moskau an den Verhandlungstisch zu zwingen. Gleichzeitig traf ein ukrainischer Drohnenangriff die Stadt Tula, wo drei Zivilisten getötet wurden – ein Beleg dafür, dass der Konflikt längst auf beiden Seiten der Front zivile Opfer fordert.
Die militärische Eskalation fällt in eine Woche intensiver Diplomatie. Im französischen Evian begann am Montag der G7-Gipfel, auf dem die Staats- und Regierungschefs über einen Waffenstillstandsplan beraten. Selenskyj schlug überraschend ein direktes Treffen mit Wladimir Putin in den Vereinigten Staaten vor. Parallel eröffnete die Europäische Union offiziell Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine – ein symbolträchtiger Schritt, der die westliche Bindung Kiews vertieft. Aus Moskauer Sicht sind all diese Entwicklungen Teil eines westlichen Druckszenarios, das durch die ukrainischen Tiefenschläge militärisch untermauert wird.
Für Deutschland, Österreich und die Schweiz bedeutet die anhaltende Eskalation fortgesetzte geopolitische Unsicherheit und das Risiko neuer Energiepreisschocks. Die Fähigkeit Kiews, Ziele in der russischen Hauptstadtregion zu treffen, stellt die Zuverlässigkeit der russischen Luftabwehr infrage und könnte das Drohnen-Wettrüsten weiter anheizen. Der Krieg, der inzwischen länger dauert als der Erste Weltkrieg, entfernt sich mit jedem Vergeltungsschlag weiter von einer diplomatischen Lösung. Westliche Beobachter warnen, dass die wechselseitigen Angriffe auf zivile Infrastruktur und Kulturgüter die Gräben so sehr vertiefen, dass selbst ein Waffenstillstand in weiter Ferne bleibt.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Ukrainische Langstreckendrohnen griffen Moskau den neunten Tag in Folge an, beschädigten eine große Ölraffinerie und führten zu Flugbeschränkungen an allen vier internationalen Flughäfen. Der Bürgermeister meldete, dass Dutzende Drohnen abgefangen wurden, eine jedoch die Anlage beschädigte, was die wachsende Reichweite der Drohnenkampagne gegen die russische Energieinfrastruktur verdeutlicht.
Die Ukraine griff eine Gazprom-eigene Raffinerie im Südosten Moskaus an, was Kiew als gerechte Vergeltung für den massiven russischen Raketen- und Drohnenangriff vom Vortag bezeichnete, bei dem mindestens 11 Menschen getötet und ein historisches Kloster beschädigt wurden. Präsident Selenskyj veröffentlichte ein Video des Angriffs und erklärte, Moskau bekomme nun die Langstreckenfähigkeit der Ukraine zu spüren, und der Angriff sei eine Antwort darauf, dass Russland einen Krieg in die Länge ziehe, der beendet werden müsse.
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