
Digitale Täuschungswelle: Von gefälschten Busfahrkarten bis zu gehackten Warnsystemen
In Bogotá, brasilianischen Metropolen und russischen Universitätsstädten nutzen Kriminelle zunehmend gefälschte offizielle Kanäle, um an Geld und Daten zu gelangen.
In mehreren Ländern Lateinamerikas und Europas haben sich in den vergangenen Tagen Vorfälle gehäuft, bei denen Bürger durch manipulierte digitale Kommunikationswege geschädigt wurden. In der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá warnte die Distriktverwaltung für Sicherheit vor einer Betrugsmasche, bei der Reisende über gefälschte Google-Einträge und WhatsApp-Nachrichten um den Preis vermeintlicher Busfahrkarten gebracht werden. Mindestens ein Fall ist dokumentiert, bei dem eine Person 95.000 Pesos an eine digitale Brieftasche überwies und erst am Terminal erfuhr, dass keine Buchung existierte. Die Behörden betonen, dass der Busbahnhof selbst keine Tickets über WhatsApp verkauft.
Zeitgleich ermittelt die brasilianische Bundespolizei zu gefälschten Warnmeldungen, die am vergangenen Wochenende über das offizielle Zivilschutzsystem in sechs Hauptstädten – darunter São Paulo und Rio de Janeiro – verbreitet wurden. Die Nachrichten enthielten das Wort „Misanthropie“ und stammten von autorisierten Zugängen aus dem Bundesstaat Pará. Nach Darstellung des Integrationsministeriums könnten die Zugangsdaten über das Darknet abgeflossen sein; ob die Inhaber selbst oder Dritte die Meldungen auslösten, ist noch ungeklärt. Als Sofortmaßnahme wurde der Zugang auf das interne Netz beschränkt und eine Zwei-Faktor-Authentifizierung über das Gov.br-Portal vorgeschrieben. Eine neue, sicherere Plattform soll im Juli starten.
In Russland warnt die staatliche Qualitätskontrolle Roskatschestwo vor betrügerischen Gruppen in sozialen Netzwerken, die sich als Zulassungsstellen von Universitäten ausgeben. Die Täter kopieren offizielle Logos und Diskussionen, bieten Hilfe bei der Einreichung von Dokumenten an und leiten Studienbewerber auf gefälschte Portale, um Zugangsdaten zum staatlichen Dienstleistungsportal „Gosuslugi“ zu erbeuten. Die Experten betonen, dass echte Zulassungskommissionen niemals Passwörter oder SMS-Codes verlangen. Ein weiteres, vom IT-Sicherheitsunternehmen F6 aufgedecktes Schema lockt Nutzer mit angeblichen Drohnenwarnungen auf fingierte Seiten, um sie später in betrügerischen Callcentern unter Druck zu setzen.
Die Vorfälle unterstreichen eine grenzüberschreitende Entwicklung: Kriminelle imitieren zunehmend vertrauenswürdige staatliche oder institutionelle Schnittstellen, um persönliche Daten und Geld zu erlangen. Während in Bogotá und Brasilien die unmittelbaren finanziellen Schäden im Vordergrund stehen, zielen die russischen Angriffe auf die Übernahme digitaler Identitäten. Die Behörden aller betroffenen Länder rufen dazu auf, ausschließlich offizielle Webseiten und verifizierte Kanäle zu nutzen und verdächtige Vorfälle unverzüglich zu melden. Die Ermittlungen zu den Urhebern der gefälschten Zivilschutzmeldungen in Brasilien dauern an.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Russische Behörden warnen die Bürger vor neuen Telefonbetrugsmaschen, darunter gefälschte Anrufe zum Austausch von Gegensprechanlagen und falsche Drohnenalarme. Die Betrüger bringen die Opfer dazu, persönliche Daten preiszugeben, und geben sich dann als Polizeibeamte aus, um Geld zu stehlen. Das Innenministerium und Cybersicherheitsfirmen decken diese Methoden aktiv auf.
Die algerische Post hat eine dringende Warnung vor elektronischem Betrug herausgegeben, der auf Nutzer der Baridi-Mob-App abzielt. Kunden werden davor gewarnt, Bankdaten oder OTP-Codes an verdächtige Anrufer weiterzugeben. Falls ein Code weitergegeben wurde, müssen Nutzer sofort ihr Passwort ändern und Dienste deaktivieren, um Kontodiebstahl zu verhindern.
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