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Wissenschaft & GesundheitSonntag, 28. Juni 2026

Jüngere Generationen altern biologisch schneller – doch Bewegung kann das Gehirn verjüngen

Eine grosse Studie zeigt, dass um 1990 Geborene eine höhere biologische Alterung aufweisen, während gezieltes Training in der Lebensmitte das Hirnalter senken kann.

Eine in Nature Medicine veröffentlichte Untersuchung der Washington University in St. Louis an über 160.000 Personen aus den USA und dem Vereinigten Königreich hat ergeben, dass die biologische Alterung bei jüngeren Kohorten beschleunigt ist. Demnach wiesen die zwischen 1990 und 1999 Geborenen im Vergleich zu den in den 1960er-Jahren Geborenen eine signifikant höhere biologische Alterung auf, gemessen an Blutmarkern wie dem PhenoAge-Index. Mit jedem Anstieg dieser Marker erhöhte sich das Risiko für Krebserkrankungen vor dem 55. Lebensjahr um etwa acht Prozent, besonders für Tumore der Lunge, des Magen-Darm-Trakts und der Gebärmutter. Die Autoren sehen als mögliche Treiber eine Kombination aus chronischem Stress, Bewegungsmangel und veränderter Ernährung, ohne eine einzelne Ursache zu benennen.

Parallel dazu unterstreichen mehrere Studien die zentrale Rolle des Schlafs. Der Langlebigkeitsexperte Rafael García Guzmán bezeichnet unzureichenden Schlaf als einen der grössten täglichen Fehler, der die zelluläre Reparatur behindere und das Immunsystem schwäche. Ab dem 45. Lebensjahr verschiebt sich zudem der zirkadiane Rhythmus: Die Melatoninausschüttung setzt früher ein, was zu vorzeitigen Aufwachphasen führt und die Gesamtschlafdauer verkürzt. Eine anhaltend schlechte Schlafkontinuität und unregelmässige Bettzeiten – von Forschern als „sozialer Jetlag“ bezeichnet – werden mit Bluthochdruck, Vorhofflimmern und einem erhöhten Herzinfarktrisiko in Verbindung gebracht, unabhängig von der reinen Stundenzahl.

Bewegung erweist sich als wirksamer Gegenpol. Eine einjährige Interventionsstudie des AdventHealth Research Institute in Orlando mit 130 zuvor inaktiven Erwachsenen, meist in den Vierzigern, zeigte, dass regelmässiges aerobes Training das biologische Hirnalter messbar verjüngte, während es bei der Kontrollgruppe weiter anstieg. Die Forscher um Kirk I. Erickson sprechen von einem möglichen „Wendepunkt“ in der Lebensmitte, um die Alterungskurve des Gehirns langfristig zu beeinflussen. Ergänzend deuten Untersuchungen darauf hin, dass dynamisches Dehnen vor dem Sport die Leistung erhält, während statisches Dehnen sie kurzfristig mindern kann. Für den Stressabbau haben sich laut einer Studie der Universität Göteborg besonders intensive Trainingseinheiten bewährt, aber auch Yoga, Tanzen und einstündige Spaziergänge in der Natur, die die Aktivität der stressassoziierten Amygdala reduzieren.

Aus deutschsprachiger Perspektive bestätigen diese Befunde die Empfehlungen der Sport- und Schlafmedizin, wonach eine Kombination aus regelmässiger Bewegung, konstanten Schlafenszeiten und Stressregulation die wirksamste nicht-pharmakologische Strategie gegen vorzeitige Alterungsprozesse darstellt. Die nächste Forschungsphase wird klären müssen, über welche molekularen Pfade genau die trainingsinduzierte Hirnverjüngung vermittelt wird und ob sich die Erkenntnisse zur biologischen Alterung in individualisierte Präventionsprogramme überführen lassen.

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Jüngere Generationen altern biologisch schneller – doch Bewegung kann das Gehirn verjüngen

Eine grosse Studie zeigt, dass um 1990 Geborene eine höhere biologische Alterung aufweisen, während gezieltes Training in der Lebensmitte das Hirnalter senken kann.

Eine in Nature Medicine veröffentlichte Untersuchung der Washington University in St. Louis an über 160.000 Personen aus den USA und dem Vereinigten Königreich hat ergeben, dass die biologische Alterung bei jüngeren Kohorten beschleunigt ist. Demnach wiesen die zwischen 1990 und 1999 Geborenen im Vergleich zu den in den 1960er-Jahren Geborenen eine signifikant höhere biologische Alterung auf, gemessen an Blutmarkern wie dem PhenoAge-Index. Mit jedem Anstieg dieser Marker erhöhte sich das Risiko für Krebserkrankungen vor dem 55. Lebensjahr um etwa acht Prozent, besonders für Tumore der Lunge, des Magen-Darm-Trakts und der Gebärmutter. Die Autoren sehen als mögliche Treiber eine Kombination aus chronischem Stress, Bewegungsmangel und veränderter Ernährung, ohne eine einzelne Ursache zu benennen.

Parallel dazu unterstreichen mehrere Studien die zentrale Rolle des Schlafs. Der Langlebigkeitsexperte Rafael García Guzmán bezeichnet unzureichenden Schlaf als einen der grössten täglichen Fehler, der die zelluläre Reparatur behindere und das Immunsystem schwäche. Ab dem 45. Lebensjahr verschiebt sich zudem der zirkadiane Rhythmus: Die Melatoninausschüttung setzt früher ein, was zu vorzeitigen Aufwachphasen führt und die Gesamtschlafdauer verkürzt. Eine anhaltend schlechte Schlafkontinuität und unregelmässige Bettzeiten – von Forschern als „sozialer Jetlag“ bezeichnet – werden mit Bluthochdruck, Vorhofflimmern und einem erhöhten Herzinfarktrisiko in Verbindung gebracht, unabhängig von der reinen Stundenzahl.

Bewegung erweist sich als wirksamer Gegenpol. Eine einjährige Interventionsstudie des AdventHealth Research Institute in Orlando mit 130 zuvor inaktiven Erwachsenen, meist in den Vierzigern, zeigte, dass regelmässiges aerobes Training das biologische Hirnalter messbar verjüngte, während es bei der Kontrollgruppe weiter anstieg. Die Forscher um Kirk I. Erickson sprechen von einem möglichen „Wendepunkt“ in der Lebensmitte, um die Alterungskurve des Gehirns langfristig zu beeinflussen. Ergänzend deuten Untersuchungen darauf hin, dass dynamisches Dehnen vor dem Sport die Leistung erhält, während statisches Dehnen sie kurzfristig mindern kann. Für den Stressabbau haben sich laut einer Studie der Universität Göteborg besonders intensive Trainingseinheiten bewährt, aber auch Yoga, Tanzen und einstündige Spaziergänge in der Natur, die die Aktivität der stressassoziierten Amygdala reduzieren.

Aus deutschsprachiger Perspektive bestätigen diese Befunde die Empfehlungen der Sport- und Schlafmedizin, wonach eine Kombination aus regelmässiger Bewegung, konstanten Schlafenszeiten und Stressregulation die wirksamste nicht-pharmakologische Strategie gegen vorzeitige Alterungsprozesse darstellt. Die nächste Forschungsphase wird klären müssen, über welche molekularen Pfade genau die trainingsinduzierte Hirnverjüngung vermittelt wird und ob sich die Erkenntnisse zur biologischen Alterung in individualisierte Präventionsprogramme überführen lassen.

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