
Die Kaaba im neuen Gewand: Saudi-Arabien erneuert die Kiswa zum Hijri-Jahr 1448
Am ersten Muharram wurde die heilige Kaaba in Mekka mit einer aufwendig aus Seide, Gold und Silber gefertigten Kiswa bekleidet – ein Ritual, das saudische Handwerkskunst und jahrhundertealte Tradition vereint.
Mit dem Einzug des islamischen Neujahrs 1448 nach der Hidschra hat Saudi-Arabien am Dienstag die Kiswa der Kaaba erneuert. In einer feierlichen Zeremonie im Masdschid al-Haram in Mekka wurde die alte schwarze Seidenhülle abgenommen und durch eine neue ersetzt, die über elf Monate hinweg von rund 150 saudischen Kunsthandwerkern im König-Abdulaziz-Komplex für die Kaaba-Kiswa gefertigt worden war. Der Wechsel, der traditionell am 1. Muharram vollzogen wird, markiert nicht nur den Beginn des neuen Jahres, sondern symbolisiert auch die fortdauernde Sorge des Königreichs um das höchste Heiligtum des Islam.
Die neue Kiswa besteht aus vier separaten Bahnen und dem Türvorhang, die einzeln auf das Dach der Kaaba gehoben und dann über die alte Hülle herabgelassen werden. Für ihre Herstellung wurden nach saudischen Angaben rund 1000 Kilogramm reine Naturseide verarbeitet, ergänzt durch 120 Kilogramm goldbeschichtete und 50 Kilogramm silberne Fäden. In die schwarze Seide sind dreißig Koranverse in kunstvoller Kalligraphie eingestickt, wobei die Silberfäden mit 24-karätigem Gold überzogen wurden. Das Gesamtgewicht der Kiswa beträgt etwa 1410 Kilogramm. Die Präzisionsarbeit vereint jahrhundertealtes Wissen mit modernen Fertigungstechniken und unterstreicht den Anspruch Saudi-Arabiens, die Hüterrolle der beiden heiligen Stätten mit handwerklicher Exzellenz auszufüllen.
In der arabischen Welt, von den Golfstaaten bis nach Nordafrika, wurde die Zeremonie mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Medien in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Algerien und Marokko berichteten ausführlich über die technischen Details und die spirituelle Bedeutung des Kiswa-Wechsels. Auch in Südasien, etwa in Bangladesch, würdigten Kommentatoren die meisterhafte islamische Handwerkskunst, die in die Herstellung der kostbaren Hülle einfließt. Für Millionen Muslime weltweit, nicht zuletzt in Deutschland, Österreich und der Schweiz, ist die jährliche Erneuerung der Kiswa ein sichtbares Zeichen der Beständigkeit und der tiefen Verbundenheit mit dem heiligen Ort.
Die Tradition der Kiswa reicht bis in vorislamische Zeit zurück, wurde jedoch unter den Abbasiden und Osmanen weiterentwickelt und liegt heute vollständig in saudischer Hand. Mit dem König-Abdulaziz-Komplex verfügt das Königreich über eine eigens diesem Zweck gewidmete Manufaktur, die nicht nur die jährliche Erneuerung sicherstellt, sondern auch das textile Erbe des Islam bewahrt. Der Einsatz moderner Webstühle und computergestützter Stickerei bei gleichzeitiger Pflege traditioneller Handarbeit zeigt, wie Saudi-Arabien technologische Innovation mit religiöser Pietät verbindet. Die Kiswa des Jahres 1448 ist damit mehr als ein rituelles Gewand – sie ist ein Ausdruck staatlicher Souveränität und kultureller Kontinuität, die weit über die Grenzen der arabischen Halbinsel hinaus Beachtung findet.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Zum Beginn des islamischen Neujahrs wurde die Kaaba in ihre neue Kiswa gehüllt, eine schwarze Seidenhülle, bestickt mit Gold- und Silberfäden. Das Werk von 150 saudischen Kunsthandwerkern über elf Monate unterstreicht die beständige Fürsorge des Königreichs für die heiligste Stätte des Islam und seine Meisterschaft in sakraler Handwerkskunst.
Am ersten Tag des Muharram erhielt die Kaaba ihre neue Hülle in einer Zeremonie, die Tradition und technische Präzision vereint. 159 Techniker und Handwerker tauschten die vier Bahnen und den Türvorhang unter Aufsicht der saudischen Behörden für die Heiligen Moscheen aus.
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