
Damaskus signalisiert Gesprächsbereitschaft mit Hisbollah – aber keine Militärintervention
Bei seinem Besuch in Beirut stellte Syriens Außenminister Asaad al-Shibani klar, dass Damaskus für ein Treffen mit der libanesischen Hisbollah offen sei, eine militärische Einmischung jedoch ausschließe.
Der syrische Außenminister Asaad al-Shibani hat am Donnerstag in Beirut die Bereitschaft seiner Regierung bekundet, mit der libanesischen Hisbollah in einen Dialog zu treten, sofern dies den Interessen Damaskus’ diene. Gleichzeitig schloss er eine militärische Intervention Syriens im Libanon kategorisch aus. Anlass des Besuchs war die Unterzeichnung eines Abkommens zur Einrichtung eines Hohen Komitees für Kooperation und Partnerschaft, das als Plattform für die Vertiefung der bilateralen Beziehungen in den Bereichen Energie, Transport und Grenzsicherheit dienen soll. Shibani überbrachte zudem eine Einladung von Präsident Ahmad al-Sharaa an den libanesischen Staatschef Joseph Aoun zu einem offiziellen Besuch in Damaskus.
Aus Damaszener Sicht zielt die Reise darauf ab, das Verhältnis zum Nachbarland auf eine neue, staatlich fundierte Grundlage zu stellen. Die neue syrische Führung, die aus den Reihen der früheren Rebellenkoalition hervorgegangen ist und jahrelang gegen die mit dem gestürzten Präsidenten Baschar al-Assad verbündete Hisbollah kämpfte, betont ihr Interesse an Stabilität und Nicht-Einmischung. Laut libanesischen Regierungsstellen versicherte Shibani, dass Syrien in den innerlibanesischen Angelegenheiten keine Partei ergreifen werde. Präsident Aoun bekräftigte seinerseits das Prinzip der gegenseitigen Nichteinmischung und sprach von einer „neuen Seite“ in den Beziehungen, nachdem Damaskus unter der Assad-Familie jahrzehntelang eine politische und militärische Vormachtstellung im Libanon ausgeübt hatte.
In Washington hatte Präsident Donald Trump zuvor mehrfach die Möglichkeit ins Spiel gebracht, Syrien könne die Hisbollah im Libanon bekämpfen, und damit Kritik an der israelischen Kriegsführung verbunden. Amerikanische Regierungsvertreter sollen Damaskus im März ermutigt haben, Truppen in den Ostlibanon zu entsenden, um die Entwaffnung der Hisbollah zu unterstützen – ein Szenario, das der US-Sondergesandte für Syrien später als „falsch und unzutreffend“ zurückwies. Die syrische Führung unter al-Sharaa hat solche Überlegungen wiederholt als unbegründete Gerüchte bezeichnet und signalisiert damit, dass sie eine Verwicklung in den regionalen Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran vermeiden will.
Die Gespräche in Beirut berührten auch das Rahmenabkommen zwischen dem Libanon und Israel. Shibani erklärte, es handle sich um eine rein libanesische Angelegenheit; Syrien unterstütze jeden politischen Weg, der der Stabilität des Nachbarlandes diene. Die neue syrische Regierung, die sich seit dem Sturz Assads 2024 als Verbündeter Washingtons positioniert, steht vor der Herausforderung, ihre feindselige Haltung gegenüber der Hisbollah mit dem Ziel innenpolitischer Beruhigung und regionaler Zurückhaltung in Einklang zu bringen. Die Unterzeichnung des Kooperationskomitees und die ausgesprochene Einladung an Aoun markieren vor diesem Hintergrund den Versuch, die Beziehungen zu institutionalisieren, ohne sich in die offenen Konfliktlinien des Nahen Ostens hineinziehen zu lassen. Ein Termin für den möglichen Besuch Aouns in Damaskus steht noch nicht fest.
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Bei einem Besuch in Beirut erklärte der syrische Außenminister, Damaskus sei offen für ein Treffen mit der Hisbollah, falls nationale Interessen dies erforderten. Die Äußerung fällt in eine Zeit, in der Washington Syrien zu einer aktiveren Rolle gegen die vom Iran unterstützte Gruppe drängt. Die Gespräche mit libanesischen Führern behandelten die Hisbollah-Frage nicht direkt.
Damaskus hat sich bereit erklärt, an einem Treffen mit Hisbollah-Vertretern teilzunehmen, wenn dies syrischen Interessen dient. Die Erklärung erfolgte, während Präsident Trump Israels Methoden kritisierte und andeutete, Syrien könne die Gruppe effektiver bekämpfen. Die syrische Führung hat jedoch nicht die Absicht, militärisch im Libanon zu intervenieren.
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