
Chris Brown legt Schuldbekenntnis wegen Landfriedensbruchs ab – schwerere Vorwürfe fallen gelassen
Der US-Sänger bekannte sich vor einem Londoner Gericht der gewalttätigen Auseinandersetzung in einer Nachtklub schuldig, wodurch ein Prozess wegen versuchter schwerer Körperverletzung vermieden wird.
Der amerikanische R&B-Sänger Chris Brown hat sich am Freitag vor dem Southwark Crown Court in London des Landfriedensbruchs (affray) schuldig bekannt. Im Gegenzug ließ die britische Anklagebehörde (Crown Prosecution Service) die schwerwiegenderen Anklagepunkte der versuchten schweren Körperverletzung mit Vorsatz, der tätlichen Beleidigung mit tatsächlicher Körperverletzung und des Besitzes einer offensiven Waffe – einer Flasche – fallen. Brown und sein Mitangeklagter, der 40-jährige Gesangstrainer Omololu Akinlolu, der ebenfalls des Landfriedensbruchs schuldig sprach, erwarten nun am 26. Oktober ihr Strafmaß. Das Delikt des Landfriedensbruchs sieht im Vereinigten Königreich eine Höchststrafe von drei Jahren Haft vor.
Die Vorwürfe gehen auf einen Vorfall in der exklusiven privaten Mitgliederklub Tape am Hanover Square im Londoner Stadtteil Mayfair am 19. Februar 2023 zurück. Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft schlug Brown dem Musikproduzenten Abraham Diaw auf der Tanzfläche zweimal mit einer Glasflasche auf den Kopf, woraufhin Akinlolu sich mit einem Faustschlag beteiligte und das Opfer im weiteren Verlauf getreten wurde, als es am Boden saß. Diaw erlitt Kopf- und Knieverletzungen und wurde im Krankenhaus behandelt. Wie die Polizei mitteilte, wurde der Angriff von Überwachungskameras aufgezeichnet und habe sich in einem vollen Klub abgespielt.
Die Strafverfolgung hatte sich über zwei Jahre hingezogen, weil Brown nach dem Vorfall das Vereinigte Königreich verlassen hatte und erst im Mai 2025 bei der Rückkehr für ein Konzert in Manchester verhaftet wurde. Nach einer Woche in Haft wurde er gegen eine Sicherheitsleistung von fünf Millionen Pfund (rund 6,7 Millionen Dollar) auf Kaution freigelassen und durfte seine Welttournee fortsetzen, unter der Auflage, seinen Reisepass bei Ankunft in jedem Land abzugeben. Die Verteidigung hatte zuvor alle schwereren Anklagen bestritten; das nunmehrige Schuldeingeständnis erfolgte in einer nur wenige Minuten dauernden Anhörung.
Der Fall fügt sich in eine Reihe von juristischen Auseinandersetzungen des Sängers ein, der 2009 die damalige Freundin Rihanna tätlich angriff und sich deswegen eines Verbrechens schuldig bekannte. Auch nachfolgend kam es mehrfach zu gewalttätigen Vorfällen und Anzeigen, unter anderem wegen Körperverletzung und Verstoßes gegen Bewährungsauflagen. Vor diesem Hintergrund betonte die leitende Staatsanwältin Claire Campbell in einer Stellungnahme: „Diese Art von Gewalt ist völlig inakzeptabel, und die Strafverfolgungsbehörden werden unermüdlich daran arbeiten, solche Fälle zu verfolgen und zu beweisen, dass niemand über dem Gesetz steht.“
Mit dem Schuldeingeständnis bleibt Brown ein öffentliches Hauptverfahren erspart, doch das Strafmaß steht noch aus. Bis zur Verkündung bleibt er auf freiem Fuß. Die Entscheidung des Southwark Crown Court wird für Ende Oktober erwartet.
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