
Südkoreas „Scheidung des Jahrhunderts“: Gericht ordnet Rekordzahlung von 566 Millionen Euro an
Die Seoul High Court verpflichtet SK-Chef Chey Tae-won zur Zahlung von 944 Milliarden Won an seine Ex-Frau Roh Soh-yeong – geringer als ein vorheriges Urteil, doch die höchste je in Südkorea verhängte Scheidungszahlung.
Der Seoul High Court hat am Freitag den Vorsitzenden der SK Group, Chey Tae-won, dazu verurteilt, seiner früheren Ehefrau Roh Soh-yeong 944 Milliarden Won (umgerechnet rund 566 Millionen Euro) als Vermögensauseinandersetzung zu zahlen. Das Gericht stützte sich dabei auf die Feststellung, dass sich der Wert der von Chey gehaltenen Anteile an der Holdingsgesellschaft SK Inc. während der Ehe erheblich vermehrt habe und Roh durch Kindererziehung, Haushaltsführung sowie öffentliche Aktivitäten für den Konzern zu diesem Wertzuwachs beigetragen habe. Maßgeblich war aus Sicht der Richter der globale Boom bei Künstlicher Intelligenz, der die Aktien des Halbleiterunternehmens SK Hynix – und damit das Vermögen Cheys – in die Höhe getrieben habe.
Die Anwälte des Milliardärs bedauerten die durch das Verfahren entstandene Besorgnis und kündigten an, über eine Berufung zu entscheiden, sobald die schriftliche Urteilsbegründung vorliege. Bereits 2024 hatte dieselbe Kammer eine Summe von 1,38 Billionen Won festgelegt, die der Oberste Gerichtshof Südkoreas jedoch aufhob: Die von Rohs Seite vorgebrachte angebliche Finanzhilfe ihres Vaters, des früheren Präsidenten Roh Tae-woo, in Höhe von 30 Milliarden Won aus einem schwarzen Fonds könne nicht als rechtmäßiger Beitrag zum Unternehmenswachstum gewertet werden. Das nun ergangene Urteil könnte ebenfalls vor das Höchstgericht gelangen, falls eine der Parteien Rechtsmittel einlegt.
SK Group ist der zweitgrößte der südkoreanischen Chaebol, jener familiengeführten Mischkonzerne, die die Wirtschaft des Landes dominieren. Die Tochter SK Hynix kontrolliert nach Branchenangaben etwa 56 Prozent des Weltmarkts für High-Bandwidth-Memory-Chips, die in den modernsten KI-Servern zum Einsatz kommen. Mit der Kursrally – die Aktien von SK Inc. haben seit Anfang 2026 um rund 143 Prozent zugelegt – stieg Cheys persönliches Vermögen auf zuletzt geschätzte 5,3 Milliarden Dollar. Investoren beobachten genau, ob der Konzernchef zur Erfüllung der Auflage Anteile an der Holding veräußern oder verpfänden muss; ein solcher Schritt könnte die Kontrollstruktur des chaebolartig aufgebauten Imperiums beeinflussen.
Der Fall gilt in Südkorea als Präzedenzfall für die Aufteilung ehelichen Vermögens, das durch politische Verbindungen und unternehmerischen Erfolg entstanden ist. Aus europäischer Perspektive unterstreicht er, wie die KI-Nachfrage Vermögensverhältnisse selbst in traditionsreichen asiatischen Industriekonglomeraten neu ordnet: SK Hynix zählt neben Samsung und Micron zu den Schlüssellieferanten für Nvidia, dessen Grafikprozessoren in Rechenzentren auch deutscher und schweizerischer Unternehmen verbaut werden. Eine endgültige Entscheidung des Obersten Gerichtshofs in Seoul wird innerhalb der kommenden Monate erwartet; beiden Seiten steht der Rechtsweg offen.
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The Seoul High Court issued a historic ruling reducing the initial claim and imposing a record payment.
The bloc turns the story into an objective legal fact, prioritizing procedural details and the sum over personal circumstances.
It omits the extramarital affair and the child, which could have moralized the narrative.
Chey Tae-won, enriched by the AI boom, must pay a huge sum to his ex-wife after a legal battle marked by infidelity.
The bloc links the wealth increase to the AI boom to suggest the billionaire benefited from favorable conditions, while the divorce threatens his fortune.
It does not mention the reduction from the initial 1.38 trillion won ruling, which would have downplayed the defeat.
The merging of two Korean dynasties ends with a record divorce that seals the division of an economic empire.
The bloc elevates the private matter to a national historic event, using dynasty and power-balance language to universalize the conflict.
It omits legal details and the reduction of the claim, which would have made the ruling less epic.
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