
Vietnamesischer Frachter im Südchinesischen Meer gesunken – 23 Vermisste
Chinesische Retter bargen 39 Seeleute aus dem Wasser; die Unglücksursache vor dem umstrittenen Fiery Cross-Riff ist noch ungeklärt.
Am Samstagabend (Ortszeit) sank der unter vietnamesischer Flagge fahrende Frachter „Khoi Nguyen 18“ in Gewässern nahe dem Fiery Cross-Riff (Yongshu-Riff) im Südchinesischen Meer. An Bord befanden sich nach übereinstimmenden Angaben chinesischer Staatsmedien 62 vietnamesische Staatsbürger. 39 von ihnen konnten gerettet werden; 23 Personen galten am Sonntagmorgen weiterhin als vermisst. Die Suche wurde mit sechs chinesischen Schiffen, einem Rettungshubschrauber und einem vietnamesischen Fahrzeug fortgesetzt.
Das Unglück wurde am Samstag gegen 18.30 Uhr Ortszeit (10.30 Uhr GMT) bemerkt, als das chinesische Rettungsschiff „Nanhai Jiu 115“ ein Notsignal auffing, bei dem es sich vermutlich um eine Fallschirm-Leuchtrakete handelte. Die Besatzung des 69,9 Meter langen und 999 Bruttoregistertonnen großen Frachters hatte zuvor einen Notruf abgesetzt. Die chinesischen Behörden in der Provinz Hainan bestätigten die Rettungsaktion; vietnamesische Stellen äußerten sich zunächst nicht auf Anfragen von Nachrichtenagenturen.
Die Zahlenangaben in ersten Meldungen waren nicht einheitlich. Eine arabischsprachige libanesische Zeitung berichtete unter Berufung auf die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua von 37 Geretteten. Die meisten chinesischen und internationalen Medien sprachen später von 39 Geretteten und 23 Vermissten. Die zuständige Seenotrettungsbehörde der Stadt Sansha auf der Inselprovinz Hainan erklärte, die Suche dauere an; die Unglücksursache werde untersucht.
Das Seegebiet um das Fiery Cross-Riff (von China Yongshu-Riff genannt) gehört zu den Spratly-Inseln (Nansha-Inseln), die im Zentrum eines Territorialkonflikts im Südchinesischen Meer stehen. Peking beansprucht nahezu das gesamte Seegebiet und hat auf mehreren Riffen künstliche Inseln mit Landebahnen und militärischer Infrastruktur errichtet. Die Hoheitsansprüche Chinas überschneiden sich mit denen Vietnams, der Philippinen, Malaysias, Bruneis und Taiwans. Völkerrechtliche Schiedssprüche, die die chinesischen Ansprüche zurückweisen, werden von Peking nicht anerkannt.
Der Untergang ereignete sich in einer stark befahrenen Wasserstraße, die auch für den internationalen Handel von Bedeutung ist. Die Rettungskräfte setzten ihre Suche am Sonntag fort; mit einer abschließenden Bilanz wird in den kommenden Tagen gerechnet.
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