
Chery-Rückruf in Australien als Prüfstein für globale Ambitionen chinesischer Hersteller
Während Chery in Australien 5.556 SUV wegen eines Bremsdefekts zurückruft, treiben chinesische Marken ihre Expansion in Südostasien, Europa und Südamerika mit neuen elektrifizierten Modellen voran.
Der chinesische Automobilkonzern Chery hat in Australien einen Rückruf für 5.556 Einheiten des SUV Tiggo 8 Pro Max der Modelljahre 2023 bis 2026 eingeleitet. Auslöser ist ein Produktionsfehler, bei dem eine Bremsleitung am Motor scheuern und beschädigt werden kann. Die am 23. Juni 2026 beim australischen Infrastrukturministerium eingereichte Meldung warnt vor einem möglichen Austritt von Bremsflüssigkeit und einer daraus folgenden Verminderung der Bremswirkung, was das Unfallrisiko erhöhe. Chery Motors Australia wird betroffene Halter schriftlich informieren und eine kostenlose Inspektion sowie Reparatur in Vertragswerkstätten anbieten.
Der Rückruf trifft einen Hersteller, der parallel seine internationale Modelloffensive beschleunigt. In Marokko bringt Chery mit dem Tiggo 7 Pro PHEV ein Plug-in-Hybrid-SUV auf den Markt, das mit einer Systemleistung von 346 PS, einer elektrischen Reichweite von 93 Kilometern und einer Gesamtreichweite von bis zu 1.300 Kilometern antritt. Die 18,3-kWh-Batterie lässt sich am Gleichstromlader in 19 Minuten von 30 auf 80 Prozent laden. In Italien kündigte die Chery-Gruppe auf dem MiMo in Monza an, ab dem zweiten Halbjahr 2026 die Marken Chery und Lepas sowie 2027 iCAUR einzuführen. Die Modellpalette reicht vom Plug-in-Hybrid-SUV Tiggo 8 und Tiggo 9 über den Range-Extender iCAUR V27 bis zu kompakten Stromern.
Auch andere chinesische Hersteller weiten ihre Präsenz aus. Xpeng präsentierte in Jakarta den G6 mit Allradantrieb und zwei Elektromotoren, dessen Leistung auf 358 kW und 660 Nm Drehmoment steigt, was den Sprint von 0 auf 100 km/h in 4,13 Sekunden ermöglicht. Zugleich wurde eine überarbeitete Version des großen X9 vorgestellt, die unter anderem eine aktive Kühlerjalousie und ein neu gestaltetes Lenkrad mit direkten Fahrmodustasten erhält. In Argentinien testet die Fachpresse derweil die Chery-Limousine Arrizo 8 CSH mit Plug-in-Hybrid-System, die 205 PS und 365 Nm kombiniert und eine elektrische Reichweite von 101 Kilometern nach WLTP erreicht.
Für den australischen Markt steht nun die praktische Abwicklung des Rückrufs im Fokus, während Chery in Europa die ersten Auslieferungen der Marken Lepas und iCAUR vorbereitet. In Indonesien wird Xpeng am 28. Juni die Preise für das X9-Facelift bekannt geben. Die Gleichzeitigkeit von Qualitätsmangel und Modelloffensive verdeutlicht die Herausforderungen, vor denen die schnell wachsenden chinesischen Hersteller bei der Eroberung regulierter Märkte stehen.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Chery hat in Australien 5.556 Einheiten des Tiggo 8 Pro Max zurückgerufen, da ein Produktionsfehler dazu führen kann, dass die Bremsleitung am Motor scheuert, was zu Flüssigkeitslecks und verminderter Bremswirkung führt. Die Rückrufmitteilung wurde beim australischen Infrastrukturministerium eingereicht und wird nach Standardverfahren abgewickelt. Der Bericht beschränkt sich auf die technischen Fakten und die Zahl der betroffenen Fahrzeuge, ohne die chinesische Fahrzeugqualität allgemein zu kommentieren.
Die chinesische Automobiloffensive geht weiter mit dem Chery Arrizo 8 CSH, einer Plug-in-Hybrid-Limousine, die einen Turbo-Benziner mit zwei Elektromotoren kombiniert und so für spritzige Beschleunigung und niedrigen Verbrauch sorgt. Erste Testfahrten loben die Wettbewerbsfähigkeit im Segment, die fortschrittliche Hybridtechnik zu einem erschwinglichen Preis bietet. Der Fokus liegt ganz auf Fahrerlebnis und Marktpotenzial, ohne jeden Hinweis auf anderswo gemeldete Qualitätsprobleme.
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