
Pogacar pulverisiert Pantanis Rekord und zementiert seine Dominanz auf der Alpe d’Huez
Mit einer beispiellosen Aufholjagd überwand der Slowene einen Rückstand von mehr als drei Minuten, gewann die 19. Etappe und unterbot den 30 Jahre alten Bergrekord des Italieners um über eine Minute.
Tadej Pogačar hat der 113. Tour de France am Freitag ihren spektakulärsten Tag beschert. Auf der 19. Etappe von Gap hinauf zur Alpe d’Huez fuhr der Mann im Gelben Trikot einen Rückstand von 3:30 Minuten auf eine starke Ausreißergruppe zu und gewann nach 127,9 Kilometern mit sechs Sekunden Vorsprung auf den Franzosen Lenny Martinez und neun auf den Ecuadorianer Richard Carapaz. In 35:26 Minuten – nach ersten Zeitmessungen sogar noch schneller – durchmaß er die 13,8 Kilometer und 21 Kehren des mythischen Anstiegs und unterbot Marco Pantanis legendäre Marke von 1995 (36:40) um mehr als eine Minute. Es war sein fünfter Tageserfolg bei dieser Rundfahrt und der 26. Etappensieg seiner Karriere bei der Grande Boucle.
Der Sieg Pogačars, der bis dahin auf der Alpe d’Huez noch nie gewonnen hatte, entsprang einer taktischen Meisterleistung. Bei nur noch 12 Kilometern bis zum Ziel attackierte der Slowene aus der Favoritengruppe heraus und überholte einen Konkurrenten nach dem anderen, als wären sie Standbilder. Die Spitzengruppe mit Martinez, Carapaz und dem Amerikaner Sepp Kuss hatte sich zu lange mit gegenseitigen Attacken beschäftigt und wurde auf den letzten 1.500 Metern regelrecht verschluckt. Remco Evenepoel, der als Gesamtzweiter 2:29 Minuten einbüßte, zollte der Leistung Respekt: „Es ist beeindruckend, das aus der Nähe zu erleben – wir sehen, wie Geschichte geschrieben wird.“
Unterdessen hatte das UAE-Team mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Brandon McNulty war bereits am Vortag wegen Magen-Darm-Beschwerden ausgestiegen, Adam Yates und Tim Wellens laborierten an ähnlichen Symptomen. Pogačar selbst trug auf der Etappe auffälligerweise eine schwarze Hose anstelle der sonst üblichen gelben Radlerhose, was in den Medien Spekulationen über eine eigene Betroffenheit auslöste. Sein Team dementierte jedoch einen Virusbefall und führte die Beschwerden auf die allgemeine Belastung der dritten Woche zurück. Yates, der sich in der Ausreißergruppe befand, konnte seinem Kapitän auf den letzten zehn Kilometern sogar noch wertvolle Wechseldienste leisten.
In der Gesamtwertung baute Pogačar seinen Vorsprung auf 7:11 Minuten vor Evenepoel aus und steuert unaufhaltsam auf seinen fünften Toursieg zu. Dahinter verteidigte der Mexikaner Isaac del Toro mit Platz sieben (+2:41) den dritten Rang, während der Franzose Paul Seixas als Neunter nur vier Sekunden einbüßte und mit 24 Sekunden Rückstand weiter auf das Podium hofft. Der Spanier Juan Ayuso erlebte einen Einbruch, fiel vom fünften auf den siebten Gesamtrang zurück und verlor über sechs Minuten. Überschattet wurde die Etappe von einem schweren Sturz: Der Kolumbianer Einer Rubio prallte ungebremst in ein Begleitfahrzeug und musste mit Gesichtsverletzungen aufgeben. Die Königsetappe am Samstag über 170,9 Kilometer mit erneutem Ziel auf der Alpe d’Huez, diesmal über den umstrittenen Col de Sarenne, wird den Kampf um die Plätze hinter dem scheinbar enteilten Gesamtführenden neu entfachen.
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Carapaz zeigt seine Klasse und Del Toro bestätigt sein Versprechen, der lateinamerikanische Radsport ist im Aufschwung.
Durch die Hervorhebung individueller lateinamerikanischer Erfolge erzeugt die Erzählung ein Gefühl von regionalem Stolz und kollektivem Erfolg.
Der historische Verweis auf Luis Ocaña und die Krankheit der UAE-Teamkollegen fehlen, der Fokus liegt ausschließlich auf dem lateinamerikanischen Erfolg.
Carapaz gönnt sich einen Prestigeerfolg, die Favoriten neutralisieren sich vor dem Alpe d'Huez.
Indem die Etappe im historischen Erbe von Luis Ocaña verankert wird, erhebt die Erzählung das Rennen zu einem strategischen Schachspiel mit tiefen Wurzeln.
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Carapaz holt sich einen emotionalen Sieg, Pogacar bleibt am Ruder.
Durch die Fokussierung auf Carapaz' persönliche Emotion und die Erzählung eines Soloausreißers wird die Geschichte zu einem menschlichen Interessenstück statt einer taktischen Analyse.
Der historische Verweis auf Ocaña und die Gesundheitsprobleme des UAE-Teams werden nicht erwähnt, stattdessen liegt der Fokus auf Carapaz' emotionalem Moment.
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