
Norris durchbricht den Bann: Erster Saisonsieg in Ungarn – Verstappen überrascht, Antonelli baut Führung aus
Lando Norris gewinnt den Großen Preis von Ungarn und beendet eine achtmonatige Sieglosigkeit, während Max Verstappen mit einer taktischen Meisterleistung Zweiter wird und Kimi Antonelli seine WM-Führung auf 50 Punkte ausbaut.
Anderthalb Stunden lang schien auf dem Hungaroring nichts an einen Sieg von Lando Norris zu erinnern. Der Weltmeister verlor die Führung schon in der zweiten Kurve an seinen Teamkollegen Oscar Piastri und hing über weite Strecken in dessen dreckiger Luft fest. Dann wendete sich das Blatt: Piastri kollidierte beim Überrunden mit Carlos Sainz, Norris zog beim folgenden Boxenstopp vorbei, und als der Australier wenig später mit einem Getriebeschaden ausschied, war der Weg frei. Mit 15 Sekunden Vorsprung vor Max Verstappen holte Norris seinen ersten Grand-Prix-Erfolg seit São Paulo im November – und den ersten für McLaren in dieser Saison.
Der zweite Platz von Verstappen wirkte wie ein sportliches Wunder. Red Bull hatte das ganze Wochenende über Probleme; im Qualifying reichte es nur zu Startplatz vier. Im Rennen aber wehrte er sich zunächst verbissen gegen Lewis Hamilton, überholte diesen spektakulär spät bremsend in Kurve eins und hielt in den letzten 29 Runden seine weichen Reifen geschickt am Leben. So sicherte er sich einen Podestplatz, den vor dem Start kaum jemand erwartet hatte. Dritter wurde der WM-Führende Andrea Kimi Antonelli, der trotz einer Startplatzstrafe und eines nicht optimalen Mercedes von Rang sieben nach vorne fuhr und seinen Vorsprung auf Hamilton auf 50 Zähler ausbaute.
Ferrari erlebte ein Debakel. Charles Leclerc fiel am Start vom zweiten auf den fünften Platz zurück; Hamilton wurde durch eine fragwürdige Boxenstopp-Strategie während einer virtuellen Safety-Car-Phase eingebremst und obendrein mit einer Fünf-Sekunden-Strafe belegt. Der Brite überschritt die Höchstgeschwindigkeit in der Boxengasse um nur 0,1 km/h und rutschte dadurch hinter seinen Teamkollegen auf Rang fünf. Aus deutscher Perspektive gab es einen Lichtblick: Nico Hülkenberg holte als Neunter die ersten Punkte für Audi, das damit seinen achten Platz in der Konstrukteurs-WM festigt.
Hinter den Spitzenteams zeigte sich das Mittelfeld in Bewegung. Racing Bulls überflügelte mit den Positionen acht und zehn Alpine, das ein enttäuschendes Wochenende erlebte. Franco Colapinto wurde nur Fünfzehnter und klagte über mangelnden Grip; Alpine fiel in der Teamwertung auf Rang sechs zurück. Aston Martin, mit deutlichen Ausbaustufen, ließ zumindest aufhorchen: Lance Stroll und Fernando Alonso kamen auf den Plätzen 13 und 14 vor dem Argentinier ins Ziel.
Die Formel 1 verabschiedet sich nun in die vierwöchige Sommerpause. Die WM wird am 23. August im niederländischen Zandvoort fortgesetzt, wo Verstappen vor eigenem Publikum an seinen Aufwärtstrend anknüpfen will. Antonelli führt die Fahrerwertung mit 219 Punkten vor Hamilton (169) und George Russell (160) an; bei den Konstrukteuren thront Mercedes (379) vor Ferrari (307) und McLaren (220).
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