
Blutiger Überfall auf Public Viewing in Mexiko – Festnahmen von Kartellmitgliedern in mehreren Städten
Bei einem Angriff in Yautepec starben drei Menschen, darunter der Ehemann einer Politikerin; in Mexiko-Stadt, Tijuana und weiteren Orten gelangen den Behörden Schläge gegen organisierte Kriminalität.
Bei einem Angriff bewaffneter Männer auf eine Public-Viewing-Veranstaltung während des WM-Spiels Mexiko gegen Ecuador in Yautepec, Morelos, sind am 30. Juni drei Menschen getötet und neun weitere verletzt worden. Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft von Morelos wurden drei Tatverdächtige festgenommen und eine Schusswaffe sowie Drogen sichergestellt. Unter den Todesopfern befand sich der Ehemann einer Bürgermeisterkandidatin der Partei Morena; die Ermittlungen werden auch unter dem Aspekt des Feminizids geführt.
Im Zentrum von Mexiko-Stadt nahm die Polizei in den Stadtteilen Cuauhtémoc und Venustiano Carranza vier mutmaßliche Mitglieder der Gruppe 'Anti Unión Tepito' im Alter von 17 bis 23 Jahren fest. Bei ihnen fanden die Beamten zwei Pistolen, Munition und mehrere Dosen Marihuana. Den Sicherheitsbehörden zufolge sind die Männer vorbestraft und stehen im Verdacht, in Auseinandersetzungen um die Kontrolle des Drogenhandels verwickelt zu sein. In Tijuana griff die Polizei einen 29-jährigen Mann auf, der 600 Portionen Methamphetamin und eine Pistole bei sich trug.
In anderen Landesteilen Mexikos vermeldeten die Behörden weitere Einsätze: In Mexiko-Stadt wurden zwei mutmaßliche Erpresser festgenommen, die einem Ladenbesitzer unter Berufung auf das Kartell Jalisco Nueva Generación insgesamt 25.000 Pesos abgepresst haben sollen. Im nordmexikanischen Ciudad Juárez befreite die Polizei fünf Migranten aus einer Wohnung, in der sie offenbar gegen ihren Willen festgehalten wurden; ein 18-Jähriger wurde mit Schusswaffen gestellt.
Auch in Südamerika kam es zu bemerkenswerten Straftaten und Festnahmen. Im brasilianischen Bundesstaat Paraná nahm die Polizei einen Mann fest, der seinen Bruder erpresst hatte, indem er sich in Textnachrichten als Mitglied eines Verbrecherkartells ausgab und mit dem Mord an dessen sechsjährigem Enkel drohte. Der Erpresste übergab 10.000 Real, bevor der Betrug aufflog. Ebenfalls in Paraná entdeckte ein Jugendlicher auf dem Handy seiner Mutter einen Auftragsmordplan gegen eine Heimangestellte und verhinderte so die Tat. In Kolumbien wurden in Cúcuta vier Personen wegen Drogen- und Waffenhandels verhaftet, darunter ein mehrfach vorbestrafter Mann, der bereits früher mit dissidenten FARC-Gruppen in Verbindung gebracht worden war.
Die Vorfälle stehen nach Behördenangaben nicht in einem direkten Zusammenhang, illustrieren jedoch die vielfältigen Erscheinungsformen der Kriminalität in Lateinamerika. In allen Fällen dauern die Ermittlungen an; die Festgenommenen wurden den zuständigen Justizbehörden überstellt.
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