
ASML hebt Prognose an und forciert Kapazitätsausbau – KI-Nachfrage treibt Halbleiterkonjunktur
Der niederländische Halbleiterausrüster übertrifft im zweiten Quartal die Erwartungen und rechnet nun mit einem Jahresumsatz von bis zu 45 Milliarden Euro; parallel meldet Intel Fortschritte bei der 18A-Fertigung.
ASML hat seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2026 auf 43 bis 45 Milliarden Euro angehoben – zuvor lag die Spanne bei 36 bis 40 Milliarden Euro. Auslöser ist ein zweites Quartal, das mit einem Nettoumsatz von 9,3 Milliarden Euro und einem Nettogewinn von 2,9 Milliarden Euro die Markterwartungen deutlich übertraf. Vor allem das Servicegeschäft mit installierten Anlagen trug mit 2,76 Milliarden Euro überproportional zum Wachstum bei. Die Bruttomarge erreichte 54 Prozent, für das dritte Quartal stellt das Unternehmen 55 bis 57 Prozent in Aussicht.
Die Hochstufung spiegelt eine anhaltend starke Auftragsdynamik wider, die nach Darstellung von Konzernchef Christophe Fouquet massgeblich von Investitionen in Künstliche Intelligenz getrieben wird. Die Nachfrage nach fortschrittlichen Logik- und Speicherchips veranlasse die Kunden, ihre Kapazitätsausbaupläne zu beschleunigen. ASML reagiert darauf mit einer Ausweitung der Produktionskapazitäten: Die Fertigung von Low-NA-EUV-Systemen soll 2027 gegenüber dem Vorjahr um 30 Prozent steigen, eine weitere Erhöhung um 30 Prozent im Jahr 2028 wird geprüft. Für Immersions-DUV-Systeme ist eine analoge Stufenplanung vorgesehen.
Parallel dazu verdichten sich Hinweise auf eine Verschiebung im Wettbewerbsgefüge der fortgeschrittenen Fertigung. Einem Bericht der Investmentbank KeyBanc zufolge hat Intel die Ausbeute seines 18A-Prozesses von 65 auf 85 Prozent gesteigert. Damit liegt das Unternehmen zwar noch hinter dem N2-Niveau von TSMC mit rund 90 Prozent, jedoch deutlich vor Samsungs SF2-Prozess, der auf 50 bis 60 Prozent taxiert wird. Die verbesserte Ausbeute, so KeyBanc, bewege Intel dazu, den Grossteil der Nova-Lake-Chiplet-Fertigung wieder intern zu vergeben, statt sie an TSMC auszulagern. Zudem habe Intel Design-Wins von AMD, Nvidia, Marvell, Microsoft und OpenAI erzielt. ASML selbst bestätigte, dass Intel die High-NA-EUV-Technologie für die Panther-Lake-Prozessoren einsetzt und die 18A-Fertigung in Oregon mit dieser Technik validiert wurde.
Für das laufende Quartal erwartet ASML einen Umsatz zwischen 11 und 12 Milliarden Euro. Die Forschungs- und Entwicklungskosten werden mit 1,2 Milliarden Euro veranschlagt, die Vertriebs- und Verwaltungskosten mit 400 Millionen Euro. Eine Aktualisierung der mittel- und langfristigen Marktperspektive kündigte das Unternehmen für den Kapitalmarkttag am 10. Juni 2027 an. Bis dahin bleibt die Entwicklung der KI-Investitionen und der Fortschritt bei den nächsten Lithografietechniken der zentrale Taktgeber für die Bewertung des Sektors.
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