
ASEAN-Außenminister in Manila: „Tiefe Besorgnis“ über Eskalation zwischen USA und Iran
Die Staatengemeinschaft warnt vor Folgen für Energieversorgung und Welthandel; parallel beraten die Minister über den Myanmar-Konflikt und Spannungen im Südchinesischen Meer.
Die Außenminister der elf Mitgliedstaaten des Verbands Südostasiatischer Nationen (ASEAN) haben am Dienstag in Manila ihre „tiefe Besorgnis“ über die erneute offene Konfrontation zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran zum Ausdruck gebracht. In einer gemeinsamen Erklärung nach einer nichtöffentlichen Sitzung warnten sie, die Feindseligkeiten untergrüben die Vermittlungsbemühungen und verringerten die Aussichten auf eine friedliche Lösung. Die Eskalation, so die Minister, habe bereits „schwerwiegende Auswirkungen“ auf die Energieversorgung, den Handel und die Stabilität der Agrar- und Düngemittellieferketten in der Region.
Südostasien ist als bedeutender Ölimporteur mit einem gemeinsamen Bruttoinlandsprodukt von 3,8 Billionen US-Dollar in hohem Maße von der freien Passage durch die Straße von Hormus abhängig, über die nach Angaben der Internationalen Energieagentur rund 60 Prozent der Energieversorgung der Region laufen. Die jüngste Ankündigung der Huthi-Miliz im Jemen, eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien zu verhängen, hat die Risiken nach Darstellung der ASEAN-Staaten zusätzlich erhöht. Die philippinische Regierung, die in diesem Jahr den Vorsitz innehat, hatte zuvor bereits einen nationalen Energienotstand ausgerufen; mehrere Mitgliedsländer drängen auf eine beschleunigte Aktivierung eines gemeinsamen Ölverteilungsmechanismus.
Neben der Nahostkrise beherrschten die anhaltenden Konflikte in Myanmar und die Spannungen im Südchinesischen Meer die Gespräche. Zu Myanmar fand eine informelle Konsultation statt, bei der das Militärregime erneut nur durch einen nichtpolitischen Vertreter, einen stellvertretenden Außenminister, vertreten war. Die 2021 nach dem Putsch aufgelegte Friedensinitiative der ASEAN kommt nach Darstellung des philippinischen Vorsitzes kaum voran; Schätzungen zufolge hat der Bürgerkrieg bislang rund 100.000 Menschen das Leben gekostet. Die ASEAN hoffe, so ein Sprecher, dass Myanmar künftig wieder mit einem Minister oder Regierungschef teilnehmen könne, doch sei derzeit kein Weg dorthin erkennbar.
Im Südchinesischen Meer verschärfte ein Zwischenfall am Vortag die Lage: Die philippinische Küstenwache warf China vor, ein Besatzungsmitglied mit einem Schlagstock am Kopf verletzt zu haben; Peking wies dies als „falsch“ zurück und bestellte den philippinischen Botschafter ein. Das US-Außenministerium verurteilte die aus seiner Sicht „gefährlichen und aggressiven“ Aktionen Chinas und bekräftigte die Gültigkeit des Schiedsspruchs von 2016, der Chinas Hoheitsansprüche verwarf. US-Außenminister Marco Rubio, der am Dienstag in Manila eintraf, warnte in einem Gastbeitrag in philippinischen Zeitungen ohne Nennung Chinas davor, dass die Freiheit der Schifffahrt „keineswegs garantiert“ sei, und stellte eine Kontrolle der Gewässer durch eine Macht, die Handel als geopolitische Waffe einsetze, als existenzielle Bedrohung dar.
Die ASEAN und China verhandeln seit fast einem Jahrzehnt über einen Verhaltenskodex für das Südchinesische Meer, ohne dass ein Abschluss in Sicht wäre. Die Gespräche in Manila werden in den kommenden Tagen mit der Teilnahme von Rubio und dem chinesischen Außenminister Wang Yi fortgesetzt; ein Treffen der beiden am Rande gilt als möglich. Auch Indien, Japan, Australien, Südkorea, Russland, Großbritannien und die EU sind vertreten. Australien kündigte unterdessen eine weitere Finanzhilfe von 6,7 Millionen US-Dollar für ein Drohnenpaket zur Stärkung der maritimen Überwachungsfähigkeiten der philippinischen Küstenwache an.
| Lateinamerikanische Presse | −0.60 | critical |
|---|---|---|
| Atlantische / angloamerikanische Presse | 0.00 | neutral |
| Südostasiatische Presse | −0.30 | critical |
| Indische & südasiatische Presse | −0.40 | critical |
Lateinamerika warnt, dass die Schließung von Hormus die Schwellenländer treffen wird, und fordert eine sofortige Deeskalation.
Durch die Betonung konkreter wirtschaftlicher Folgen und der Anfälligkeit der Lieferketten verwandelt der Diskurs einen fernen Konflikt in eine unmittelbare Bedrohung für das regionale Wohlergehen.
Erwähnt nicht die internen ASEAN-Spaltungen über Myanmar, die andere Blöcke als dominantes Thema hervorheben.
Die ASEAN äußert ernste Besorgnis über den Konflikt, aber der Fokus bleibt auf diplomatischen Verfahren und der gemeinsamen Erklärung.
Durch einen distanzierten Ton und die Berufung auf offizielle Quellen normalisiert der Bericht die Krise als einen von vielen Tagesordnungspunkten.
Geht nicht auf die spezifischen wirtschaftlichen Auswirkungen für die Region ein, im Gegensatz zu den lateinamerikanischen und indischen Blöcken.
Die südostasiatischen Länder betonen die doppelte Bedrohung durch den US-Iran-Konflikt und die Myanmar-Krise und fordern regionalen Zusammenhalt.
Indem Myanmar als prioritäres internes Thema dargestellt wird, balanciert der Diskurs externe Bedenken mit der Notwendigkeit regionaler Einheit aus.
Erwähnt nicht die maritimen Spannungen mit China, die der indische Block hervorhebt.
Indien beobachtet die Eskalation mit Besorgnis und betont die Auswirkungen auf die Energiesicherheit und die Stabilität des Indischen Ozeans.
Indem der Konflikt im Kontext der maritimen Spannungen mit China gerahmt wird, erweitert der Diskurs die Bedrohung zu einer regionalen strategischen Herausforderung.
Erwähnt nicht die Myanmar-Frage, die für den südostasiatischen Block zentral ist.
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