
Trump und Aoun vereinbaren Direktflüge und diskutieren Entwaffnung der Hisbollah bei erstem Besuch seit 2009
US-Präsident Trump kündigt nach Gesprächen mit dem libanesischen Präsidenten Aoun die Wiederaufnahme direkter Flugverbindungen an und lotet Wege zur Entwaffnung der Hisbollah aus.
US-Präsident Donald Trump hat am Dienstag im Weißen Haus den libanesischen Staatspräsidenten Joseph Aoun empfangen – den ersten Besuch eines libanesischen Staatsoberhaupts in Washington seit 2009. Im Anschluss an das Treffen kündigte Trump an, amerikanischen Fluggesellschaften wieder Direktflüge nach Libanon zu gestatten; die Verbindung war seit 1985 nach der Entführung eines TWA-Fluges ausgesetzt. Die Begegnung stand im Zeichen des von Washington vermittelten Rahmenabkommens zwischen Libanon und Israel vom 26. Juni, das einen schrittweisen israelischen Truppenabzug aus dem Südlibanon und die Entwaffnung der schiitischen Hisbollah-Miliz vorsieht.
Aus Washingtoner Sicht ist die Entwaffnung der Hisbollah Voraussetzung für eine dauerhafte Stabilisierung. Präsident Trump erklärte, Libanon sei „sehr schlecht behandelt“ worden, und sicherte umfangreiche Hilfe zu. Aoun legte nach Angaben aus US-Regierungskreisen einen schriftlichen Plan vor, der die alleinige Waffenhoheit des Staates festschreibt und den Ausbau der libanesischen Streitkräfte vorsieht. Trump zeigte sich auf Nachfrage bereit, direkt mit der Hisbollah zu sprechen, falls Beirut dies wünsche. In Beirut wiederum betonte Aoun, die libanesische Armee sei das Rückgrat der Stabilität; ohne sie breche alles zusammen. Er ersuchte Washington um Druck auf Israel, den Abzug vollständig und nach Zeitplan umzusetzen. Die israelische Regierung, die den Abzug an die Entwaffnung der Miliz knüpft, erklärte, man passe die Truppenpräsenz in einer der drei „Pilotzonen“ an, um der libanesischen Armee die Übernahme zu ermöglichen.
Die Umsetzung des Abkommens erweist sich indes als fragil. Am Dienstag rückten libanesische Soldaten in das Dorf Zawtar al-Gharbija ein, das zu den Pilotzonen gehört. Nach libanesischen Militärangaben eröffneten israelische Kräfte das Feuer in der Nähe der Einheiten; die israelische Armee sprach von Warnschüssen, nachdem libanesische Soldaten ein nicht zum Abkommen gehörendes Gebiet betreten hätten. Die Hisbollah-nahe Nachrichtenagentur Al-Manar meldete, der israelische Rückzug sei bei dem Treffen nicht thematisiert worden, und äußerte Zweifel am Nutzen der Begegnung. Die Miliz lehnt sowohl direkte Verhandlungen mit Israel als auch die staatlichen Entwaffnungsbemühungen ab. Aus europäischer Sicht wird die Entwicklung aufmerksam verfolgt, da eine Eskalation unmittelbare Auswirkungen auf die Migrations- und Sicherheitslage im Mittelmeerraum hätte.
Das Treffen ist Teil der breiter angelegten Nahost-Diplomatie der Trump-Administration, die auch ein Rahmenabkommen mit Iran umfasst. Aouns Plan wird nun von den zuständigen US-Behörden geprüft. Die nächsten konkreten Schritte hängen vom Fortgang der Truppenverlegungen in den Pilotzonen und von den israelischen Parlamentswahlen im Oktober ab. Die libanesische Regierung strebt unterdessen eine internationale Geberkonferenz zur wirtschaftlichen Stabilisierung an. Ob es gelingt, die Hisbollah zur Aufgabe ihrer Waffen zu bewegen, bleibt offen.
| Kontinentaleuropäische Presse | −0.30 | critical |
|---|---|---|
| Atlantische / angloamerikanische Presse | 0.00 | neutral |
| Arabische Levante-Maghreb-Presse | +0.20 | neutral |
Lebanese President Aoun brings Trump a plan to disarm Hezbollah, criticizing the group's decision to drag Lebanon into war and calling for Israeli withdrawal.
The bloc builds credibility by attributing to Aoun a clear, morally superior stance, contrasting his presidential role with Hezbollah as a destabilizing actor.
The Aoun-Trump meeting is presented as an opportunity for the US to pressure Beirut to disarm Hezbollah, a condition for Israeli withdrawal.
The bloc makes the narrative plausible by emphasizing the logical sequence: disarmament as a prerequisite, and US mediation as the guarantor.
The meeting is framed as a step toward lasting calm, aiming for both Israeli withdrawal and Hezbollah disarmament, in a balance mediated by the US.
The bloc builds credibility by presenting both sides as equally in need of concessions, without assigning specific blame.
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