
Anthropics Börsengang rückt näher – KI-Modelle wecken Sicherheitsbedenken und schaffen immense Vermögen
Der KI-Entwickler Anthropic bereitet für Oktober den Börsengang vor, während seine Modelle in Washington Sicherheitsdebatten auslösen und in San Francisco eine Welle neuen Reichtums entsteht.
Die Vorbereitungen des KI-Unternehmens Anthropic auf einen Börsengang treten in die entscheidende Phase. Nach einer Finanzierungsrunde im Mai mit einer Bewertung von 965 Milliarden Dollar verhandelt das Unternehmen nach Angaben von mit den Gesprächen vertrauten Personen derzeit mit Banken über zusätzliche Kreditlinien in Milliardenhöhe. Erste Treffen mit Investoren könnten bereits in den kommenden Wochen stattfinden, ein IPO im Oktober ist demnach möglich. Anthropic würde damit den Konkurrenten OpenAI überholen, der einen Börsengang erst für 2027 anstrebt. In China bereitet sich unterdessen DeepSeek auf einen ähnlichen Schritt vor.
Die rasante Wertsteigerung – noch 2023 lag die Bewertung bei 4,1 Milliarden Dollar – speist sich aus der starken Nachfrage nach den KI-Modellen des Unternehmens, insbesondere nach Werkzeugen, die Software-Schwachstellen aufdecken. Das Modell Mythos, das JPMorgan derzeit testet, hat nach Angaben von Konzernchef Jamie Dimon Tausende Sicherheitslücken in Unternehmenssoftware identifiziert. Dimon warnte auf einem Verteidigungsgipfel in Pennsylvania, der Zugang zu derart leistungsfähiger KI müsse streng kontrolliert werden, und verglich die Technologie mit ballistischen Raketen in den Händen Einzelner.
Aus Washingtoner Sicht haben sich die Sicherheitsbedenken bereits in konkreten Auflagen niedergeschlagen. Im Juni verpflichteten US-Behörden Anthropic, den Zugang zu den Spitzenmodellen Fable 5 und Mythos 5 für ausländische Nutzer zu sperren, nachdem Schwachstellen für sogenannte Jailbreaks entdeckt worden waren. Die Beschränkungen wurden später aufgehoben, nachdem das Unternehmen neue Sicherheitsvorkehrungen implementiert hatte. Die Vorfälle unterstreichen das regulatorische Spannungsfeld, in dem sich die Branche bewegt.
In San Francisco zeichnet sich unterdessen eine beispiellose Vermögenskonzentration ab. Tausende Mitarbeiter von Anthropic und OpenAI könnten durch den Börsengang zu Multimillionären werden. Ein mittlerer technischer Angestellter mit einem Aktienpaket aus dem Jahr 2024 sähe dessen Wert auf geschätzt 72 Millionen Dollar steigen. Die sieben Mitgründer von Anthropic kämen auf jeweils über 15 Milliarden Dollar. Laut einer Schätzung von Redfin könnten die Beschäftigten beider Unternehmen nach dem IPO gemeinsam fast ein Drittel aller Wohnimmobilien im Großraum San Francisco erwerben – eine Entwicklung, die die Stadt sozial zu spalten droht.
Für Investoren wie die Wagniskapitalgesellschaft Menlo Ventures hat sich der frühe Einstieg ausgezahlt. Die Firma investierte ab 2023 insgesamt eine Milliarde Dollar, ein Anteil, der heute auf rund 14 Milliarden Dollar geschätzt wird. Der für das Investment verantwortliche Partner Matt Murphy räumte ein, es habe anfangs „Sodbrennen“ in der Firma gegeben, da Anthropic zu jenem Zeitpunkt noch keine Umsätze erzielte und kein öffentliches Modell vorweisen konnte. Der nächste Meilenstein ist nun die für Oktober erwartete Preisfestsetzung der Aktien, die den endgültigen Marktwert des Unternehmens bestimmen wird.
| Indische & südasiatische Presse | −0.80 | critical |
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Der CEO von JPMorgan warnt: Anthropics KI ist wie die Vergabe ballistischer Raketen an Einzelpersonen, eine Bedrohung, die sofortige Kontrollen erfordert.
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