
Zwischen Aliens und Gangstern: Hollywoods neue Erzählwelten von Spielberg bis zu den Duffer-Brüdern
Während Steven Spielbergs „Disclosure Day“ in Brasilien startet und polarisiert, kündigen die „Stranger Things“-Macher einen Kinofilm für 2028 an – und Netflix erweitert das „Peaky Blinders“-Universum.
Steven Spielbergs Rückkehr zur Science-Fiction gerät zu einem Lehrstück über die Macht des Marketings. Nach vier Jahren Leinwandabstinenz läuft sein neuer Film „Disclosure Day“ – in Brasilien unter dem Titel „Dia D“ – derzeit in den kuratierten Kinos von Curitiba, begleitet von einer Werkschau seiner Klassiker in der städtischen Cinemateca. Was die Trailer als spektakuläre Alien-Begegnung im Geiste von „Arrival“ oder „E.T.“ verkauften, entpuppt sich jedoch als ein Thriller, der das Außerirdische nur als Hintergrundrauschen nutzt. Eine afrikanische Wirtschaftszeitung konstatiert, der Film sei eher ein Mix aus „Auf der Flucht“ und „Der Staatsfeind Nr. 1“, in dem ein Whistleblower, eine Meteorologin und eine mächtige Organisation einem MacGuffin mit Alien-Bezug nachjagen. Die Außerirdischen seien präsent, aber nie im Zentrum – eine Polarisierung, die in den USA durch die Entdeckung einer Nebendarstellerin zusätzliche Kontur erhält. Die „Los Angeles Times“ rückt Courtney Grace ins Licht, eine frühere Nachrichtensprecherin, die dem Film mit ihrer Rückkehr zu den journalistischen Wurzeln den emotionalen Höhepunkt verleiht und Emily Blunt sowie Josh O’Connor die Schau stiehlt.
Während Spielbergs jüngster Coup die Kritik spaltet, richtet sich der Blick bereits auf die nächste Generation von Blockbuster-Erzählern. Aus Washingtoner und Hollywood-Sicht bestätigen die Duffer-Brüder ihren lange erwarteten Sprung von Netflix auf die große Leinwand. Argentinische Medien melden, dass Matt und Ross Duffer im Rahmen ihres exklusiven Vierjahresvertrags mit Paramount einen Kinofilm schreiben und inszenieren werden, dessen Handlung streng geheim bleibt. Fest steht allein der Starttermin: der 3. November 2028, ein Freitag, der mit dem Thanksgiving-Wochenende zusammenfällt – einem der umkämpftesten Startfenster der US-Filmindustrie. Es ist die erste Kinoregie der „Stranger Things“-Schöpfer seit mehr als einem Jahrzehnt und signalisiert, dass selbst die Architekten des Streaming-Booms die Aura des Kinos als ultimative Weihestätte für große Erzählungen nicht gering schätzen.
Parallel dazu treibt Netflix die Expansion eines anderen Serienuniversums voran, das im deutschsprachigen Raum eine treue Fangemeinde besitzt. Wie aus Buenos Aires verlautet, befindet sich eine Fortsetzung des „Peaky Blinders“-Kosmos in fortgeschrittener Entwicklung. Nach dem Film, der Tommy Shelbys Tod und Vermächtnis besiegelte, soll die neue Produktion zehn Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg spielen und die Welt der Birminghamer Gangster um bislang unbekannte Figuren und namhafte Darsteller erweitern. Ein Start wird für Anfang 2027 avisiert. Der Schritt unterstreicht die Strategie der Plattform, bewährte Stoffe über Jahrzehnte hinweg auszuschlachten und zugleich den britischen Gangster-Mythos global weiterzuspinnen.
Für das Kinopublikum in Deutschland, Österreich und der Schweiz zeichnet sich damit ein dichtes Tableau ab: Spielbergs polarisierender Thriller dürfte nach seiner lateinamerikanischen Premierenphase zeitnah auch in hiesige Säle kommen, während die Duffer-Brüder mit ihrem geheimnisumwitterten Projekt die Erwartungen auf ein Kinoereignis schüren, das die Grenzen zwischen Streaming-Ästhetik und Leinwand-Epos neu vermessen könnte. Die „Peaky Blinders“-Fortsetzung wiederum wird die Abonnenten hierzulande wohl zeitgleich mit der globalen Ausstrahlung erreichen. So verdichten sich die Signale, dass die großen Erzählmaschinen Hollywoods und der Streamingdienste trotz aller Disruption weiterhin auf universelle Mythen setzen – seien es Außerirdische, telekinetische Kinder oder messerscharfe Gangster mit flat caps.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Hollywood erweitert seine Erzählwelten: Spielberg kehrt mit einem Science-Fiction-Film über die Offenlegung außerirdischen Lebens zurück, die Duffer-Brüder bereiten ein geheimnisvolles Kinoprojekt für 2028 vor und die Peaky-Blinders-Saga wird mit einem Spin-off fortgesetzt. In Curitiba begleitet eine Retrospektive den Kinostart des neuen Werks.
Das Marketing für Spielbergs neuesten Film hat irreführende Erwartungen geweckt, indem es eine Begegnung mit Außerirdischen versprach, während es sich tatsächlich um einen politischen Thriller mit außerirdischen Elementen im Hintergrund handelt. Die Werbung hat das Publikum polarisiert und die wahre Natur des Films verschleiert.
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