
Zidane übernimmt Frankreichs Nationalelf – Vertrag bis 2030
Nach dem WM-Aus im Halbfinale und dem Abschied von Didier Deschamps verpflichtet der französische Verband Zinédine Zidane als neuen Cheftrainer.
Die Entscheidung ist gefallen: Zinédine Zidane wird neuer Trainer der französischen Nationalmannschaft. Wie der Transferexperte Fabrizio Romano am Dienstag berichtete, hat der 54-Jährige einen Vertrag bis Mitte 2030 unterzeichnet. Eine offizielle Bestätigung des französischen Fußballverbands steht zwar noch aus, doch aus Verbandskreisen verlautet, dass die Präsentation in den kommenden Tagen erfolgen soll. Zidane tritt damit die Nachfolge von Didier Deschamps an, der nach vierzehn Jahren an der Seitenlinie sein Amt niederlegte.
Deschamps’ Ära endete mit einer Enttäuschung: Bei der gerade zu Ende gegangenen Weltmeisterschaft scheiterte Frankreich im Halbfinale mit 0:2 an Spanien und verlor anschließend das Spiel um Platz drei mit 4:6 gegen England. Stürmerstar Kylian Mbappé krönte sich dennoch mit zehn Turniertreffern zum Torschützenkönig und übertraf mit nun 22 WM-Toren den bisherigen Rekord. Unter Deschamps hatte Les Bleus 2018 den WM-Titel geholt, 2022 das Finale erreicht und 2021 die Nations League gewonnen. Der Verband würdigte den scheidenden Coach als „Verkörperung von Exzellenz, Disziplin und Teamgeist“.
Zidane kehrt damit auf die große Bühne zurück. Als Spieler führte er Frankreich 1998 zum WM-Triumph und 2000 zum EM-Titel; als Trainer gewann er mit Real Madrid dreimal in Folge die Champions League (2016–2018) und zweimal die spanische Meisterschaft. Seit seinem Abschied aus Madrid 2021 war er ohne Anstellung. Französische Medien wie L’Équipe hatten seine Berufung bereits seit Längerem als Wunschlösung gehandelt. Aus algerischer Perspektive wird zudem an seine familiären Wurzeln erinnert: Zidane, Sohn algerischer Eltern aus Bejaïa, wäre beinahe wegen seiner Herkunft nicht für Frankreich nominiert worden, wie sein erster Trainer kürzlich enthüllte.
Italienische Beobachter ordnen den Wechsel in ein europaweites Trainerkarussell ein. So soll Jürgen Klopp zeitnah als Bundestrainer der deutschen Nationalmannschaft vorgestellt werden, nachdem Julian Nagelsmann nach dem enttäuschenden Abschneiden bei der WM in Amerika zurückgetreten war. Auch die Niederlande, Belgien, Schottland und Kroatien stehen vor oder haben bereits einen Trainerwechsel vollzogen. In Übersee übernimmt Diego Forlán Uruguay, und Roberto Martínez wechselt von Portugal nach Saudi-Arabien.
Für Zidane beginnt nun die Arbeit an einem neuen Projekt. Er hat bereits seinen engsten Stab zusammengestellt und soll das Team grundlegend erneuern. Sein erstes großes Ziel ist die Nations League 2027, ehe die Europameisterschaft 2028 und die Weltmeisterschaft 2030 anstehen. Die offizielle Vorstellung wird in Paris mit Spannung erwartet.
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Zidane, Sohn algerischer Einwanderer, musste Rassismus überwinden, um französischer Nationaltrainer zu werden.
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Frankreich sichert sich einen Weltklasse-Trainer, in einem Sommer, in dem große Nationalmannschaften sich mit prestigeträchtigen Namen erneuern.
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