
Wenn die Katze leckt: Studie entdeckt subtile Aggression hinter sozialer Fellpflege
Belgische Forscher zeigen anhand von Videoanalysen, dass gegenseitiges Lecken bei Katzen oft keine Zuneigung, sondern eine konfliktvermeidende Einschüchterung ist – mit Folgen für die Haltung.
Eine in der Fachzeitschrift Applied Animal Behavior Science veröffentlichte Studie der Universität Gent stellt die bisherige Deutung der gegenseitigen Fellpflege bei Katzen infrage. Die Analyse von 106 Tieren aus 53 europäischen Haushalten ergab, dass rund ein Fünftel der Leckaktionen an den Ohren erfolgte und dort ein Zurückdrehen der Ohrmuscheln auslöste – ein bei Katzen etabliertes Zeichen von Irritation oder Furcht. In mehreren Fällen gingen dem Lecken Konflikte voraus oder folgten Stresssignale wie Starren, lautes Miauen und Pfotenhiebe. Die belgischen Verhaltensforscherinnen Noema Gajdos Kmecova und Morgane Van Belle sehen darin eine elegante, eskalationsvermeidende Form der Einschüchterung, mit der eine Katze einer anderen etwa einen begehrten Liegeplatz streitig macht, ohne eine offene Auseinandersetzung zu riskieren.
Die Ergebnisse legen nahe, dass das als „Allogrooming“ bekannte Verhalten zwei gegensätzliche Funktionen erfüllt: soziale Bindung und soziale Spannung. In knapp einem Viertel der beobachteten Katzenpaare traten kooperative Interaktionen auf, die auf eine freundschaftliche Beziehung hindeuteten. In der Mehrzahl der Fälle jedoch fehlte diese Gegenseitigkeit; das beleckte Tier zeigte Abwehrreaktionen, ohne das Verhalten zu erwidern. Die Forscherinnen betonen, dass Katzen damit eine bemerkenswerte Flexibilität in der Konfliktlösung demonstrieren – ein Befund, der die verbreitete Annahme revidiert, gegenseitige Fellpflege sei stets ein Ausdruck von Zuneigung.
Für Halter von mehreren Katzen hat die Neubewertung praktische Konsequenzen. Chronische, subtile Spannungen lassen sich anhand der beschriebenen Körpersignale nun besser erkennen, noch bevor sie in offene Aggression umschlagen. Die Studie reiht sich damit in eine wachsende Zahl von Arbeiten ein, die das Verständnis der nonverbalen Kommunikation von Haustieren vertiefen. So weist ein italienischer Hundetrainer darauf hin, dass ein Einrollen der Zunge beim Hecheln auf einen drohenden Hitzschlag hindeutet und sofortige Ruhe erfordert. Brasilianische Verhaltensexperten um André Cavalieri wiederum zeigen, dass Hunde die emotionale Verfassung und Körpersprache ihrer Halter unmittelbar spiegeln – ein unruhiger Mensch erzeugt oft ein unruhiges Tier.
Auch das Schlafverhalten und die olfaktorische Erkundung werden neu eingeordnet. Der kanadische Psychologe Stanley Coren beschreibt das gemeinsame Schlafen von Hund und Halter als bindungsstärkende, stressreduzierende Nähe, warnt jedoch vor pauschalen Regeln: Entscheidend seien entspannte Körperhaltung und ruhige Atmung des Tieres. Dass Katzen nachts das Gesicht ihres schlafenden Menschen beschnuppern, dient aus Sicht von Tierärzten weniger der Zuneigung als vielmehr der Informationssammlung über Identität und Gesundheitszustand des Halters. Die Botschaft aller Befunde ist einheitlich: Wer das Zusammenleben mit Haustieren verbessern will, muss lernen, ihre feinen körpersprachlichen Signale zu lesen, statt sie vorschnell in menschliche Kategorien wie „lieb“ oder „ungehorsam“ einzuordnen.
| Lateinamerikanische Presse | 0.00 | neutral |
|---|---|---|
| Atlantische / angloamerikanische Presse | −0.30 | critical |
Wissenschaftler beginnen zu vermuten, dass das Lecken zwischen Katzen eine subtile Methode der Quälerei sein könnte.
Durch die Verwendung des Ausdrucks 'vielleicht nur um zu ärgern' nimmt der Text einen umgangssprachlichen Ton an, der die Entdeckung weniger alarmierend und nachvollziehbarer macht.
Es erwähnt weder den Namen der Forscherin noch die spezifischen Verhaltensgruppen, die analysiert wurden, was die wissenschaftliche Spezifität verringert.
Eine neue Studie hat ergeben, dass Katzen, die sich gegenseitig lecken, ein Zeichen von Bosheit statt Freundschaft sein könnten.
Die Verwendung des Wortes 'finster' und die Betonung der Bosheit erzeugen ein Gefühl der Alarmbereitschaft und verwandeln ein alltägliches Verhalten in ein potenzielles Konfliktsignal.
Es erwähnt nicht, dass gegenseitige Fellpflege bei vielen Tieren üblich ist, und lässt den evolutionären Kontext aus, der das Verhalten normalisieren könnte.
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