
Wenn der Name Zidane für Algerien aufläuft: Die Migrationsgeschichten der WM 2026
Luca Zidane, Sohn einer französischen Legende, hütet das Tor für Algerien – während Spieler mit indischen und pakistanischen Wurzeln für andere Nationen antreten und selbst der Ball aus Sialkot stammt.
Das WM-Debüt Argentiniens gegen Algerien an diesem Dienstag in Kansas City schreibt eine bemerkenswerte Familiengeschichte fort. Im Tor der nordafrikanischen Mannschaft steht Luca Zidane, der älteste Sohn des französischen Weltmeisters Zinédine Zidane. Der 26-Jährige, geboren in Frankreich und ausgebildet in der Jugend des Real Madrid, entschied sich bewusst für das Heimatland seiner Großeltern väterlicherseits – und tritt nun ausgerechnet gegen Lionel Messi und den amtierenden Champion an. Angeführt werden die „Wüstenfüchse“ von Riyad Mahrez, der wie Zidane in Frankreich aufwuchs, jedoch dem Vermächtnis seines algerischen Vaters folgte. Beide verkörpern eine diasporische Identität, die den modernen Fussball prägt: verwurzelt in Europa, emotional verbunden mit dem Maghreb.
Auch abseits des algerischen Teams wird die WM zur Bühne für Migrationsbiografien. Der neuseeländische Mittelfeldspieler Sarpreet Singh, dessen Eltern aus Jalandhar im indischen Punjab emigrierten, stand gegen Iran in der Startelf und trug die Nummer 10. Er ist der erste Spieler indischer Herkunft, der ein WM-Spiel von Beginn an bestritt. Wenige Tage zuvor debütierte der australische Flügelstürmer Nishan Velupillay, ebenfalls mit indischen Wurzeln. Indien selbst hat nie an einer Endrunde teilgenommen – 1950 zog sich das Team zurück, weil die FIFA das Barfußspielen untersagte –, doch seine Diaspora ist längst auf der grossen Bühne angekommen.
Eine ähnliche Premiere feiert Zidane Iqbal. Der 23-jährige Mittelfeldspieler des FC Utrecht, einst in der Akademie von Manchester United, läuft für den Irak auf und ist der erste Fussballer pakistanischer Abstammung bei einer Männer-WM. Für ein Land mit über 240 Millionen Einwohnern, dessen Nationalelf nie in die Nähe einer Qualifikation kam, trägt dieser Auftritt enorme symbolische Kraft. Dass Pakistan dennoch allgegenwärtig ist, verdankt das Turnier Khawaja Masood Akhtar. Der Bauingenieur gründete 1991 in Sialkot mit 20 Mitarbeitern eine Firma, die heute jährlich 20,5 Millionen Fussbälle produziert und zum vierten Mal in Folge den offiziellen WM-Ball liefert – vom „Brazuca“ 2014 bis zum aktuellen Modell.
Aus globaler Perspektive zeigt die WM 2026, wie sehr Migration, Identität und wirtschaftliche Verflechtung den Fussball durchdringen. Während Nationen wie Indien und Pakistan sportlich abwesend bleiben, prägen ihre Auswanderergemeinschaften und ihre Industrie das Geschehen. Diese Entwicklung dürfte sich fortsetzen: Die nächste Generation von Weltmeistern wird immer häufiger zwischen mehreren Pässen und Kulturen aufwachsen – und der Ball, mit dem sie spielen, kommt weiterhin aus derselben pakistanischen Stadt.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Die WM 2026 inszeniert Geschichten migrantischer Identitäten: Luca Zidane, Sohn von Zinedine, hat sich entschieden, das Tor Algeriens, der Heimat seiner Großeltern, zu verteidigen, und trifft auf Messis Argentinien. Riyad Mahrez, in Frankreich als Sohn eines algerischen Vaters und einer marokkanischen Mutter geboren, führt die Wüstenfüchse in einer Art 'Last Dance' gegen den Weltmeister. Der Zufall macht das Debüt zu einem Geflecht aus Familienerbe und persönlichen Entscheidungen.
Die WM 2026 feiert Erfolge der Diaspora: Sarpreet Singh, indischer Abstammung, ist der jüngste Spieler mit südasiatischen Wurzeln, der glänzt, während ein pakistanischer Unternehmer jeden Spielball produziert. Zidane Iqbal, ehemals Manchester United, wird zum ersten Spieler pakistanischer Herkunft bei einer Männer-WM, für den Irak. Geschichten des Aufstiegs, die in einem einzigen Raum oder einer europäischen Akademie beginnen und auf die globale Bühne führen.
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