
US-Visumspolitik und ein Torwart-Märchen: Wie Vozinhas Mutter doch noch zur WM kommt
Nach dem überraschenden 0:0 von Kap Verde gegen Spanien sorgte die Visa-Hürde für die Mutter des Torhüters Vozinha für politische Interventionen – nun kann sie das nächste Spiel sehen.
Die erste große Überraschung dieser Weltmeisterschaft trug sich in Atlanta zu: Der 67. der FIFA-Weltrangliste, Kap Verde, trotzte dem amtierenden Europameister Spanien ein torloses Remis ab. Zum Helden des Abends wurde der 40-jährige Torhüter Josimar Dias, genannt Vozinha, der mit sieben Glanzparaden und insgesamt 27 abgewehrten Torschüssen selbst den eingewechselten Lamine Yamal zur Verzweiflung brachte. Über Nacht gewann der Schlussmann mehr als zehn Millionen Instagram-Follower – fast das Zwanzigfache der Einwohnerzahl seines Heimatlandes. Doch hinter der sportlichen Sensation verbarg sich eine private Tragik: Vozinhas Mutter Ana Cândida Évora hatte die Partie nicht im Stadion verfolgen können, weil die Familie die Kosten für das amerikanische Visum nicht aufbringen konnte. Kap Verde war im Januar von der Regierung Trump auf eine Liste von Staaten gesetzt worden, deren Bürger für die Einreise in die USA eine Kaution von bis zu 15.000 Dollar hinterlegen müssen.
Aus Washingtoner Sicht war die Aufregung zunächst ein Missverständnis. Das State Department erklärte, es liege gar kein Visumsantrag der Mutter vor, und verwies darauf, dass Angehörige von WM-Teilnehmern von der Kautionspflicht ausgenommen seien. Der demokratische Minderheitsführer im Repräsentantenhaus, Hakeem Jeffries, dessen Mutter von den Kapverden stammt, nahm sich des Falles öffentlich an und forderte Außenminister Marco Rubio zum Handeln auf. Wenige Tage später verkündete Jeffries, dass alle Gebühren erlassen seien und die Reisevorbereitungen liefen, damit Évora das zweite Gruppenspiel ihres Sohnes gegen Uruguay in Miami am Sonntag live miterleben könne. Die Intervention zeigt, wie sehr die Weltmeisterschaft als globales Ereignis plötzlich nationale Verwaltungslogiken überschreiben kann.
In europäischen Hauptstädten, auch in Berlin, Wien und Bern, wurde der Fall mit einer Mischung aus Befremden und Erleichterung aufgenommen. Die Visumspolitik der USA, die unter der Trump-Administration für Dutzende Länder verschärft wurde, wirft einen Schatten auf das Turnier, das eigentlich Völkerverständigung inszenieren will. Während deutsche oder österreichische Fans ohne nennenswerte Hürden einreisen können, bleiben Angehörige aus afrikanischen und karibischen Staaten oft außen vor. Dass nun eine Einzelfalllösung gefunden wurde, ändert nichts an der grundsätzlichen Schieflage, die Beobachter in vielen Regionen als Widerspruch zum Geist des Sports kritisieren.
Für Vozinha selbst ist die Geschichte untrennbar mit seiner eigenen Biografie verwoben. Nach dem Schlusspfiff weinte er nicht nur aus Freude, sondern auch in Trauer um seine Großeltern, die ihn großgezogen hatten und nicht mehr leben. Dass nun wenigstens die Mutter nach Miami reisen kann, verleiht dem sportlichen Märchen eine versöhnliche Note. Der Torwart, der inzwischen sogar ein Trikot der brasilianischen Nationalelf geschenkt bekam, wird am Sonntag nicht mehr allein auf dem Platz stehen – und die Weltöffentlichkeit dürfte genau hinschauen, ob Kap Verde auch gegen Uruguay für eine Überraschung gut ist.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Ein führender Demokrat drängt das Außenministerium, das Visum für die Mutter des kapverdischen Torwarts zu beschleunigen, die wegen einer kostspieligen Kaution bei seinem heldenhaften WM-Debüt fehlte. Ziel ist es, die Familie vor dem nächsten Spiel zusammenzubringen – aus Mitgefühl und gesundem Menschenverstand.
Die USA haben Schritte unternommen, um das Visum für die Mutter des kapverdischen Torwart-Sensationsspielers zu erleichtern, nachdem sein emotionaler Appell die Belastung durch eine Kaution von 15.000 Dollar offenbarte. Die Behörden stehen nun in direktem Kontakt mit der Familie, und sie könnte das nächste Spiel besuchen – aus einer bürokratischen Hürde wird eine herzerwärmende Geschichte.
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