
Israel bricht Kontakt zu EU-Außenbeauftragter Kallas ab – Apartheid-Vergleich als diplomatischer Sprengsatz
Nach Berichten über einen Apartheid-Vergleich in vertraulichen Gesprächen hat Israels Außenminister Gideon Saar sämtliche Verbindungen zur EU-Chefdiplomatin Kaja Kallas gekappt – Brüssel bemüht sich um Schadensbegrenzung.
Israels Außenminister Gideon Saar hat am Donnerstag einen drastischen Schritt vollzogen: Er setzte „jeglichen Kontakt“ zur Hohen Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, Kaja Kallas, aus. Anlass sind Berichte des europäischen Nachrichtenportals Euractiv, wonach Kallas bei einem vertraulichen Treffen mit mexikanischen Regierungsvertretern im Mai Israel mit dem rassistischen Apartheid-Regime Südafrikas verglichen habe. Saar warf der estnischen Politikerin vor, „seit Langem obsessiv und mit flagranter Ungerechtigkeit“ gegen den jüdischen Staat zu agieren, und forderte eine Rücknahme der „Blutverleumdung“ – ein Begriff, der auf antisemitische Ritualmordlegenden anspielt. Kallas selbst hat die angeblichen Äußerungen bislang weder bestätigt noch dementiert.
Aus Brüsseler Sicht wird der Eklat als schwerer Rückschlag für die ohnehin belasteten Beziehungen gewertet. Kallas reagierte auf Saars Ankündigung mit einem öffentlichen Schreiben auf X, in dem sie den Dialog als „Grundlage der Diplomatie“ bezeichnete und ihre Wertschätzung für die Zusammenarbeit bekundete. Zugleich bekräftigte sie die EU-Position: Die Zweistaatenlösung bleibe der einzige gangbare Weg zum Frieden, und die illegalen israelischen Siedlungen im Westjordanland würden dieses Ziel zunehmend erschweren. Der EU-Botschafter in Israel, Michael Mann, stellte gegenüber der Jerusalem Post klar, dass die Union Israel nicht als Apartheidstaat betrachte und es sich bei dem kolportierten Zitat um eine inoffizielle Äußerung handle. Dennoch ist die Verstimmung tief, denn die Wortwahl berührt einen empfindlichen Nerv: Der Apartheid-Vorwurf wird in Israel als Delegitimierung des Staates empfunden.
In Jerusalem deutet man den Vorgang als Teil einer systematischen Voreingenommenheit europäischer Institutionen. Saar verwies darauf, dass Kallas sich nicht von den Aussagen distanziert habe, und teilte Beiträge, die den Euractiv-Bericht zitierten. Die israelische Regierung sieht sich seit dem Gaza-Krieg vom Oktober 2023 und angesichts der Siedlergewalt im Westjordanland mit wachsender internationaler Kritik konfrontiert. Aus israelischer Perspektive ist der Apartheid-Vergleich nicht nur historisch falsch, sondern auch geeignet, antisemitische Narrative zu befeuern. Die Schärfe der Reaktion zeigt, dass man in Jerusalem nicht bereit ist, derartige Rahmungen hinzunehmen – selbst wenn sie in vertraulichen Gesprächen gefallen sein sollen.
In den arabischen und iranischen Medien wird der Vorfall aufmerksam registriert. Kommentatoren in Beirut und Teheran sehen in dem Eklat ein Indiz für die zunehmende Isolation Israels auch unter westlichen Partnern. Die libanesische Zeitung An-Nahar und das iranische Portal Donya-e Eqtesad berichteten prominent über den Abbruch der Kontakte und unterstrichen die EU-Kritik an den Siedlungen. Aus Teheraner Sicht fügt sich der Streit in ein Narrativ, wonach selbst traditionelle Verbündete Israels dessen Vorgehen gegenüber den Palästinensern nicht mehr widerspruchslos hinnehmen. In europäischen Hauptstädten hingegen wird die Sorge laut, der Bruch könne die ohnehin schwierige Vermittlerrolle der EU im Nahostkonflikt weiter schwächen.
Für Deutschland, Österreich und die Schweiz, die historisch enge Beziehungen zu Israel pflegen und zugleich die gemeinsame EU-Außenpolitik mittragen, stellt der Konflikt eine heikle Gratwanderung dar. Berlin hat sich bislang nicht offiziell geäußert, doch in diplomatischen Kreisen wird erwartet, dass die Bundesregierung hinter verschlossenen Türen auf Deeskalation drängen wird. Die Affäre zeigt, wie fragil der Gesprächsfaden zwischen Brüssel und Jerusalem geworden ist. Sollte Kallas nicht einlenken oder Israel seine Boykotthaltung verfestigen, droht eine längerfristige Eiszeit, die auch die europäische Fähigkeit zur Einflussnahme auf den Friedensprozess empfindlich beschneiden würde.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Israels Außenminister brach sämtliche Kontakte zur EU-Außenbeauftragten ab und warf ihr obsessives und eklatant unfaires Verhalten vor, nachdem sie Israel Berichten zufolge mit dem rassistischen Apartheidregime verglichen hatte. Er erklärte, er werde nicht mit ihr sprechen, bis sie die antisemitische Blutanklage zurücknehme, und wies darauf hin, dass sie die Äußerungen weder dementiert noch klargestellt habe. Zudem lobte er europäische Amtsträger, die den Vergleich verurteilt hatten.
Israels Außenminister kündigte den Abbruch aller Kontakte zur EU-Spitzendiplomatin an und berief sich auf eine schwer verifizierbare Angabe, sie habe Israel bei einem nichtöffentlichen Treffen mit dem Apartheid-Südafrika verglichen. Die Entscheidung stützt sich auf einen Medienbericht über eine vertrauliche Zusammenkunft, und der Minister bezeichnete die angebliche Äußerung als antisemitische Blutanklage. Die EU-Beamtin hat die Aussage öffentlich weder bestätigt noch dementiert.
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