
Weltdrogentag: Neue Suchtdaten aus Kenia und Indonesien offenbaren Handlungsdruck
Während Kenia 4,7 Millionen Konsumenten meldet und Indonesien einen Anstieg auf 4,6 Millionen erwartet, warnen die Vereinten Nationen vor synthetischen Drogen und wachsender Unsicherheit.
Am Internationalen Tag gegen Drogenmissbrauch und unerlaubten Suchtstoffverkehr haben mehrere Länder neue Daten vorgelegt, die das Ausmaß der Krise verdeutlichen. In Kenia ergab eine Erhebung der Nationalen Behörde für den Kampf gegen Alkohol- und Drogenmissbrauch (NACADA), dass 4,7 Millionen Menschen im Alter von 15 bis 65 Jahren mindestens eine Droge oder Suchtsubstanz konsumieren. Die Küstenregion weist mit 29,3 Prozent die höchste Prävalenz auf, wobei Mombasa mit 34,4 Prozent besonders betroffen ist. Aus Jakarta berichtete das Gesundheitsministerium, dass die Zahl der Drogenkonsumenten in Indonesien von geschätzten 4,1 Millionen im Jahr 2025 auf voraussichtlich 4,6 Millionen im Jahr 2026 steigen werde, wobei die Altersgruppe der 20- bis 29-Jährigen den größten Anteil stellt und ein Anstieg bei Jugendlichen unter 19 Jahren zu verzeichnen ist.
Als treibende Kräfte benannten die Vereinten Nationen in Abuja den wachsenden Markt für synthetische Substanzen, veränderte Schmuggelrouten und die Verflechtung von Drogenökonomien mit organisierter Kriminalität und Unsicherheit. Der UNODC-Ländervertreter für Nigeria, Cheikh Toure, betonte, dass diese Dynamiken selbst robuste Systeme herausforderten und innovative, evidenzbasierte Antworten erforderten. Weltweit schätzt die UNODC für 2023 rund 316 Millionen Drogenkonsumenten, wobei der Markt sich zunehmend auf synthetische Stoffe verlagert und die Kokainproduktion ein Rekordniveau von etwa 3.700 Tonnen erreichte. In Ghana warnte Innenminister Mohammed-Mubarak Muntaka vor einem zunehmenden Missbrauch von Cannabis, Tramadol und Tapentadol, der die nationale Sicherheit und die öffentliche Gesundheit bedrohe.
Die Regierungen reagieren mit einem Mix aus Strafverfolgung, Prävention und Ausbau von Behandlungsangeboten. Kenias Behörden verwiesen auf die Beschlagnahmung von 1.024 Kilogramm Crystal Meth im Indischen Ozean im Wert von umgerechnet rund 65 Millionen Euro sowie auf den Einsatz von Abwasseranalysen zur nahezu echtzeitnahen Überwachung von Konsummustern. Indonesiens Gesundheitsministerium forderte eine Stärkung der 1.494 Gesundheitseinrichtungen in 35 Provinzen, die medizinische Rehabilitation anbieten, und eine Ausweitung der Methadon-Erhaltungstherapie, da die Versorgungskapazitäten weit hinter dem Bedarf von Hunderttausenden zurückblieben. In Ghana kündigte die Regierung den Aufbau eines forensischen Labors an, um die Drogenbekämpfung zu verbessern.
In Ghana steht die Errichtung dieses Labors bevor, in Indonesien die Integration standardisierter Screenings in die Primärversorgung. Die UNODC unterstützt Nigeria derweil beim Aufbau von Frühwarnsystemen für neue psychoaktive Substanzen.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Kenia kämpft mit einer schweren Drogenkrise: 4,7 Millionen Konsumenten, die Küstenregion ist das Epizentrum. Die Regierung hat Razzien und Rehabilitationsprogramme verstärkt, doch die Lage bleibt alarmierend. Die Krise ist Teil eines größeren Trends in Afrika und Asien, der dringendes Handeln erfordert.
Indonesien stärkt die Gesundheitsdienste, um die medizinische Rehabilitation für Drogenkonsumenten auszuweiten, da die Prävalenz von 4,1 auf 4,6 Millionen steigt. Der Fokus liegt auf Betreuung und Behandlung, nicht nur auf Strafverfolgung. Die Gesundheitsbehörden verfolgen einen pragmatischen, maßvollen Ansatz gegenüber dem wachsenden Problem.
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