
Washington bereitet neue Dauerzölle für rund 60 Handelspartner vor
Während der befristete globale 10-Prozent-Zoll von Präsident Trump in dieser Woche ausläuft, kündigt der US-Handelsbeauftragte Greer eine neue, auf Zwangsarbeit gestützte Zollrunde an – die EU, China und Kanada sind betroffen.
Die handelspolitische Architektur der Vereinigten Staaten steht vor einem abermaligen Umbruch. Der nach einer Niederlage vor dem Supreme Court im Februar verhängte temporäre Zoll von 10 Prozent auf Einfuhren aus den meisten Ländern läuft am Freitag aus. An seine Stelle soll ein gestaffeltes System dauerhafter Abgaben treten, das auf Untersuchungen des US-Handelsbeauftragten (USTR) zu unzureichenden Maßnahmen gegen Zwangsarbeit beruht. Jamieson Greer, der Handelsbeauftragte, stellte am Dienstag gegenüber CNBC Maßnahmen in Aussicht, die den Großteil des amerikanischen Außenhandels betreffen würden.
Die geplanten Zölle stützen sich auf Section 301 des Handelsgesetzes und sehen zwei Tarifstufen vor. Für rund 45 Länder, die nach Washingtoner Lesart keine Einfuhrverbote für in Zwangsarbeit hergestellte Güter erlassen haben – darunter China, Indien und Japan –, ist ein Satz von 12,5 Prozent vorgesehen. Eine reduzierte Rate von 10 Prozent soll für jene Volkswirtschaften gelten, die zwar über entsprechende Gesetze verfügen, diese aber aus Sicht der US-Behörden nur unzureichend durchsetzen. Hierzu zählen die Europäische Union, Kanada, Mexiko, Taiwan und das Vereinigte Königreich. Die EU hat diese Begründung bereits als „ungerechtfertigt“ zurückgewiesen.
Parallel verschärft Washington den Druck auf einzelne Handelspartner mit länderspezifischen Abgaben. Auf brasilianische Waren wird ab Mittwoch ein Zoll von 25 Prozent fällig, den die Regierung in Brasília mit dem Vorwurf unfairer Handelspraktiken und eines erschwerten Marktzugangs für US-Exporteure begründet. Gegenüber Kanada tritt in 30 Tagen ein Aufschlag von 50 Prozent auf zahlreiche Produkte in Kraft, den Greer als Reaktion auf diskriminierende Behandlung amerikanischer Güter und anhaltende Vergeltungsmaßnahmen Ottawas bezeichnete. Der kanadische Premierminister Carney erklärte, man prüfe „alle Optionen“ und habe mit Trump eine Intensivierung der Gespräche vereinbart.
Aus europäischer Perspektive rückt damit die Frage in den Vordergrund, ob die neuen Zölle die transatlantischen Handelsbeziehungen dauerhaft belasten. Für deutsche Exporteure bedeutet der 10-Prozent-Satz auf EU-Waren eine Verstetigung der bereits temporär geltenden Belastung. Der nächste faktische Meilenstein ist die erwartete Bekanntgabe der USTR-Ergebnisse noch in dieser Woche, bevor die befristete Abgabe am 24. Juli 2026 außer Kraft tritt. Zugleich bleiben die Verhandlungen über das nordamerikanische Freihandelsabkommen USMCA ein Unsicherheitsfaktor, da Washington die Zölle gegenüber Kanada auch als Hebel in diesen Gesprächen einsetzt.
| Lateinamerikanische Presse | −0.20 | neutral |
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| Atlantische / angloamerikanische Presse | −0.30 | critical |
| Indische & südasiatische Presse | 0.00 | neutral |
Argentinien und andere lateinamerikanische Länder leiden unter den neuen US-Zöllen, während Washington versucht, seine Handelsagenda nach rechtlichen Niederlagen wiederzubeleben.
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Washington nutzt den Vorwand der Zwangsarbeit, um neue Zölle zu verhängen, während Analysten die Aufrichtigkeit des Schritts in Frage stellen.
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Der US-Handelsbeauftragte kündigt neue Zölle wegen Zwangsarbeit an, während die globale Abgabe ausläuft.
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