
Über tausend Tote in Gaza seit der Waffenruhe – Israels Militärschläge gehen weiter
Trotz des im Oktober 2025 vereinbarten Waffenstillstands hat Israel mehr als 1.000 Palästinenser getötet; die humanitäre Lage im Küstenstreifen bleibt katastrophal.
Seit dem Inkrafttreten der Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas im Oktober 2025 sind nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums 1.005 Menschen im Gazastreifen durch israelische Militäroperationen getötet und 3.157 weitere verletzt worden. Die Gesamtzahl der Todesopfer seit Beginn der Eskalation am 7. Oktober 2023 beläuft sich damit auf 73.016, die der Verletzten auf 173.265. Nahezu täglich kommt es zu Drohnenangriffen, Artilleriebeschuss und Schusswechseln entlang der Demarkationslinie, die das Gebiet in eine israelisch und eine palästinensisch kontrollierte Zone teilt. Erst in dieser Woche forderten Angriffe auf Orte im zentralen Abschnitt sowie auf Gaza-Stadt zahlreiche weitere Opfer.
Aus israelischer Sicht handelt es sich um gezielte Maßnahmen gegen verbliebene Hamas-Strukturen. Das Militär bestätigte einen Luftschlag in Chan Yunis im Süden des Küstenstreifens, bei dem zwei Palästinenser starben und sechs verwundet wurden; das Ziel sei ein „Terrorist“ gewesen. Gleichzeitig hat Israel die von ihm kontrollierte Pufferzone ausgeweitet. Kritiker in der arabischen Welt und in Teilen der europäischen Öffentlichkeit sehen darin eine schleichende Fortsetzung der Kriegshandlungen unter dem Deckmantel eines brüchigen Waffenstillstands.
Die humanitären Folgen sind verheerend. Das Gesundheitsministerium in Gaza warnte, man könne gezwungen sein, die medizinische Ausreise von Patienten ins Ausland auszusetzen – rund 3.000 Kranke auf 36 Wartelisten seien betroffen. Nach Angaben des Norwegian Refugee Council leben weiterhin fast eine Million Vertriebene in Zelten, weil Israel die Einfuhr von Baumaterial blockiert. Mit den nahenden Sommermonaten verschärft sich die Not: „Sobald die Sonne aufgeht, strömen Ameisen, Fliegen und Insekten herein, und die Hitze steigt“, berichtet ein dreifacher Familienvater aus Dair al-Balah.
In europäischen Hauptstädten – auch in Berlin, Wien und Bern – wächst die Sorge vor einer schleichenden Erosion des Waffenstillstands. Deutschland, das sich traditionell als Vermittler und humanitärer Geber engagiert, steht vor der Herausforderung, die eigene Nahostpolitik zwischen Solidarität mit Israel und dem Schutz der Zivilbevölkerung auszutarieren. Sollte die Gewalt nicht eingedämmt werden, droht eine weitere Destabilisierung der Region mit unmittelbaren Auswirkungen auf Fluchtbewegungen und die Sicherheitslage im östlichen Mittelmeer.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Trotz des Waffenstillstandsabkommens kommt es in Gaza weiterhin zu sporadischen israelischen Angriffen, wobei die örtlichen Behörden über 1.000 Tote melden. Der Friedensplan stockt und die Zahl der zivilen Opfer steigt.
Der Waffenstillstand in Gaza hat sich als leere Formel erwiesen: Seit seinem Inkrafttreten wurden über tausend Palästinenser getötet, darunter viele Frauen und Kinder. Die Waffenruhe hat das Blutvergießen nie wirklich gestoppt.
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