
China protestiert scharf gegen Verstaatlichung von British Steel durch London
Peking wirft der britischen Regierung vor, mit der Übernahme des Stahlwerks in Scunthorpe das Vertrauen chinesischer Investoren zu untergraben, und kündigt Gegenmaßnahmen an.
Die britische Regierung hat am Donnerstag den letzten verbliebenen Primärstahlproduzenten des Landes, British Steel, vollständig in öffentliches Eigentum überführt. Grundlage ist der Steel Industry (Nationalisation) Act 2026, der nach königlicher Zustimmung in Kraft trat. Das Werk in Scunthorpe, das zuvor der chinesischen Jingye Group gehörte, war seit Monaten nur mit staatlichen Überbrückungshilfen am Laufen gehalten worden. Mit der Verstaatlichung will London nach eigener Darstellung die Stahlproduktion, rund 2.700 direkte Arbeitsplätze sowie die Lieferketten für Bahn und Bauwirtschaft dauerhaft sichern. Jingye hatte zuvor Pläne zur Schließung der Hochöfen verfolgt, woraufhin das Parlament bereits im April vergangenen Jahres an einem Samstag zu einer Sondersitzung zusammenkam, um den Betrieb per Notgesetzgebung zu verlängern.
Aus Peking kam umgehend scharfer Widerspruch. Das chinesische Handelsministerium erklärte, man sei „entschieden gegen die Entscheidung der britischen Regierung und zutiefst unzufrieden“. Die britische Seite habe die bedeutenden Beiträge Jingyes zur britischen Wirtschaft und Gesellschaft missachtet und das Unternehmen unter dem Vorwand der nationalen Sicherheit „gewaltsam“ unter Kontrolle gebracht. Dies habe die legitimen Rechte und Interessen Jingyes schwer verletzt und das Vertrauen chinesischer Unternehmen in Investitionen im Vereinigten Königreich „stark untergraben“. Peking forderte London auf, die einschlägigen internationalen Regeln einzuhalten und seinen Verpflichtungen aus dem bilateralen Investitionsschutzabkommen von 1986 nachzukommen. Gleichzeitig kündigte das Ministerium an, chinesische Firmen bei der Rechtsdurchsetzung zu unterstützen und „entschlossene Maßnahmen“ zum Schutz ihrer Interessen zu ergreifen, ohne dies näher zu spezifizieren.
Die britische Regierung begründet den Schritt mit strategischen Notwendigkeiten. Premierminister Keir Starmer sprach von einer Sicherung der „Zukunft der Stahlherstellung im Vereinigten Königreich“ und dem Erhalt einer „lebenswichtigen nationalen Fähigkeit“. Das Werk in Scunthorpe produziert Stahlsorten, die andernorts im Land noch nicht gefertigt werden können und die insbesondere für Network Rail und die Bauindustrie unverzichtbar sind. Ohne die Anlage wäre das Vereinigte Königreich das einzige G7-Mitglied ohne eigene Primärstahlkapazität. Wirtschaftsstaatssekretär Blair McDougall teilte dem Unterhaus mit, dass im Herbst ein unabhängiger Gutachter über eine etwaige Entschädigung befinden werde – diese könne auch bei null liegen. Der Betrieb verursacht derzeit tägliche Verluste von rund 1,3 Millionen Pfund; die Regierung will die laufenden Kosten vorerst tragen, strebt langfristig aber eine Umstellung auf Elektrolichtbogenöfen an.
Die Verstaatlichung fällt in eine politisch sensible Phase: Am Montag wird Andy Burnham das Amt des Premierministers übernehmen, und der Fall droht die ohnehin angespannten Beziehungen zwischen London und Peking weiter zu belasten. Das chinesische Handelsministerium hat angekündigt, die Entwicklungen genau zu verfolgen. In europäischen Handelskreisen wird der Vorgang aufmerksam registriert, da er die Risiken staatlicher Eingriffe in strategische Sektoren für ausländische Investoren verdeutlicht. Der weitere Fahrplan sieht vor, dass die Regierung die Führung des Unternehmens neu besetzt und den Betrieb stabilisiert, während parallel das Entschädigungsverfahren vorbereitet wird. Eine gerichtliche Auseinandersetzung unter Berufung auf das Investitionsschutzabkommen gilt als wahrscheinlich.
| Atlantische / angloamerikanische Presse | 0.00 | neutral |
|---|---|---|
| Südostasiatische Presse | −0.70 | critical |
| Kontinentaleuropäische Presse | +0.20 | neutral |
The UK nationalises to save the industry; China protests.
Balanced presentation of facts without judgment, leaving evaluation to the reader.
The Chinese criticism that the nationalisation was forcible and damaged Jingye's rights is not mentioned.
The UK forcibly expropriated British Steel, damaging legitimate Chinese rights and revealing its hypocrisy on free markets.
Emphasising the contrast between British free-market rhetoric and the nationalisation action, creating an accusation of double standards.
The UK's justification of protecting future production and jobs is not reported.
Nationalisation is the only way to save British steel, given the red ink and conflict with Jingye.
Presenting nationalisation as an inevitable technical solution, based on economic and production data, to legitimise state intervention.
The strong Chinese dissatisfaction and the accusation of damage to investors are not given voice.
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