
Vance: Israelische Regierungskreise wollen Iran-Konflikt ohne Ende verlängern
Der US-Vizepräsident verteidigt zugleich die Diplomatie mit Teheran und betont, dass militärische Mittel allein die Straße von Hormus nicht sichern könnten.
US-Vizepräsident JD Vance hat in einem am Mittwoch ausgestrahlten Podcast mit Joe Rogan Teile der israelischen Regierung beschuldigt, den militärischen Konflikt mit dem Iran gezielt in die Länge ziehen zu wollen. Es gebe „keinen Zweifel“, dass Akteure innerhalb des israelischen Systems versuchten, die amerikanische Öffentlichkeit zu manipulieren, um den Krieg „auf unbestimmte Zeit“ fortzusetzen, sagte Vance. Er verwies auf einen Bericht des Magazins Time, der eine vom israelischen Staat finanzierte Kampagne über den früheren Trump-Wahlkampfmanager Brad Parscale beschreibt, die darauf abziele, die Waffenstillstandsverhandlungen zwischen Washington und Teheran zu torpedieren. Vance betonte, er lasse sich von solchen Einflussversuchen nicht beirren und vertrete zuerst die Interessen der amerikanischen Bevölkerung.
Aus Washingtoner Sicht wird die Militäroperation gegen den Iran unabhängig von israelischem Druck fortgesetzt. Präsident Donald Trump sei, so Vance, „völlig unabhängig von jeglichem Einfluss Israels“ der festen Überzeugung, dass der Iran keine Atomwaffe erhalten dürfe. Gleichzeitig räumte der Vizepräsident ein, dass es innerhalb der israelischen Führung auch Kräfte gebe, die den Friedensprozess unterstützten und eine endlose Kampagne für schädlich hielten. Laut israelischen Sicherheitskreisen, über die das Portal Al-Monitor berichtete, wächst in Jerusalem die Sorge, die Trump-Regierung könne ihre Entschlossenheit zur Zerstörung des iranischen Atomprogramms verlieren und sich stattdessen auf die Sicherung der Schifffahrt in der Straße von Hormus konzentrieren. Aus Teheraner Perspektive wiederum ist die Lage eindeutig: Der Iran hat die Straße von Hormus für den Schiffsverkehr gesperrt und knüpft eine Wiedereröffnung an ein Ende der amerikanischen Intervention in der Region.
Die faktischen Konsequenzen dieser Spannungen sind eine erneute Eskalation der Gewalt. Seit dem 8. Juli fliegt das US-Militär Angriffe auf iranische Stellungen, während Teheran mit Schlägen gegen amerikanische Basen im Nahen Osten antwortet. Washington hat zudem eine Seeblockade gegen iranische Häfen verhängt und beansprucht die Rolle des „Wächters“ der Straße von Hormus. Vance argumentierte, dass Luftschläge allein die Bedrohung der Schifffahrt nicht beseitigen könnten, da es für den Iran zu einfach sei, Schiffe in der engen Wasserstraße zu beschießen. Deshalb müsse man zu Verhandlungen bereit sein. Diese Haltung steht in einem gewissen Spannungsverhältnis zu Trumps jüngster Äußerung, es sei „Zeitverschwendung, mit ihnen zu verhandeln“, und der Ankündigung, eine größere Militäroperation gegen den Iran zu prüfen.
Der Konflikt dreht sich im Kern um das iranische Nuklearprogramm und die Freiheit der Seewege. Aus amerikanischer Sicht soll eine atomare Bewaffnung Teherans verhindert und der ungehinderte Transport von Öl und Gas sichergestellt werden. Die diplomatischen Bemühungen, die Vance anführt, sind ins Stocken geraten, doch der Vizepräsident bezeichnete die Entwicklung dennoch als „in die richtige Richtung“ gehend, wenn auch mit vielen Rückschlägen. Die nächsten Schritte bleiben ungewiss: Während Trump eine Ausweitung der Militärschläge erwägt, laufen nach seinen Angaben die Gespräche mit Teheran weiter. Die offene Kritik des Vizepräsidenten an israelischen Regierungskreisen belastet das traditionell enge Bündnis zusätzlich und offenbart die unterschiedlichen Prioritäten in Washington und Jerusalem.
| Atlantische / angloamerikanische Presse | −0.20 | neutral |
|---|---|---|
| Israelische Presse | −0.50 | critical |
| Lateinamerikanische Presse | +0.30 | aligned |
| Russische & GUS-Presse | +0.10 | neutral |
Vances Anschuldigung offenbart einen tiefen Riss zwischen den USA und Israel, wobei israelische Hardliner die diplomatischen Bemühungen untergraben.
Der Block präsentiert Vances Anschuldigung als eine direkte Tatsache, eingebettet in eine Erzählung von Bündnisspannungen, und verleiht ihr so Glaubwürdigkeit ohne offene Zustimmung.
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Israel wird von Vance zu Unrecht beschuldigt; das eigentliche Problem ist, dass Israel den Kampf um die öffentliche Meinung verliert, nicht dass es die US-Politik manipuliert.
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Die USA bewegen sich mit dem Iran in die richtige Richtung, aber der Weg ist komplex und unsicher. Diplomatie bleibt der Schlüssel, und israelischer Einfluss ist kein großer Faktor.
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