
USA setzen erstmals Seedrohnen im Kampf gegen iranische Marine ein
Das US-Militär griff mit drei unbemannten Corsair-Booten eine Wartungsanlage in Bandar Abbas an und weitete damit den Drohnenkrieg auf See aus.
Das United States Central Command (Centcom) hat am Montag den ersten Kampfeinsatz unbemannter Überwasserschiffe der US-Streitkräfte bekanntgegeben. Am Sonntag seien drei autonome Seedrohnen des Typs Corsair in den Hafen der iranischen Marinebasis Bandar Abbas eingedrungen und hätten dort eine Wartungseinrichtung für U-Boote und Schiffe getroffen. Das Centcom veröffentlichte Videoaufnahmen, die die Explosionen zeigen, und erklärte, die Fähigkeit Irans, den kommerziellen Schiffsverkehr anzugreifen, sei „degradiert“ worden.
Aus Washingtoner Sicht ist der Angriff Teil einer umfassenderen Militäroperation, die sich am Wochenende gegen rund 140 militärische Ziele im Iran richtete. Präsident Donald Trump verkündete zudem die Wiedererrichtung einer Seeblockade und kündigte an, dass die USA künftig eine Schutzgebühr von 20 Prozent für die Passage durch die Straße von Hormus erheben würden. Iranische Reaktionen auf den Drohnenangriff lagen zunächst nicht vor. Nach Darstellung regionaler Sicherheitskreise weitete Teheran jedoch in den vergangenen Tagen seine Gegenschläge auf Kuwait, Bahrain, Katar, Jordanien, Oman und die Vereinigten Arabischen Emirate aus – sämtlich Verbündete Washingtons mit amerikanischer Militärpräsenz.
Der Einsatz der Corsair-Drohnen markiert eine neue Stufe in der Seekriegsführung. Die 24 Fuß langen, von der texanischen Firma Saronic Technologies entwickelten Boote können über 1.000 Seemeilen zurücklegen und bis zu 1.000 Pfund Nutzlast tragen. Erst im Vormonat hatte ein Corsair-Boot die Besatzung eines abgestürzten US-Hubschraubers geborgen. Das Centcom hatte die Systeme im März erstmals in der Region stationiert. Parallel setzt die US-Marine auch unbemannte Unterwassereinheiten zur Minenräumung in der Straße von Hormus ein, nachdem Washington Teheran vorwirft, mit kleinen Booten Seeminen ausgebracht zu haben.
Die militärische Eskalation folgt auf das Scheitern des am 17. Juni unterzeichneten Waffenstillstandsabkommens, das US-Präsident Trump am 8. Juli für beendet erklärte. Die Straße von Hormus, durch die vor dem Konflikt rund ein Fünftel des globalen Rohöls transportiert wurde, ist erneut weitgehend blockiert. Teheran betrachtet die Kontrolle über die Wasserstraße als zentrales Druckmittel gegenüber der US-Präsenz in der Region. Eine neue diplomatische Initiative ist derzeit nicht erkennbar; die US-Regierung hat mit der angekündigten Blockade und den Schutzgebühren einen wirtschaftlichen Hebel in Aussicht gestellt, dessen Umsetzung in den kommenden Tagen erwartet wird.
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Die militärische Eskalation der USA im Nahen Osten erreicht mit dem Einsatz von Oberflächendrohnen eine neue Schwelle.
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