
US-Justizministerium deckt Betrug im Gesundheitswesen von über 6,5 Milliarden Dollar auf
Die größte koordinierte Aktion gegen Abrechnungsbetrug in der US-Geschichte führt zu 455 Anklagen und neuen internationalen Fahndungen.
Das amerikanische Justizministerium hat am Dienstag die Ergebnisse der bislang umfangreichsten konzertierten Aktion gegen Betrug im Gesundheitswesen bekanntgegeben. Innerhalb von zwei Wochen wurden in 45 Bundesstaaten und Territorien Anklagen gegen 455 Beschuldigte erhoben; die mutmaßlich falschen Abrechnungen gegenüber den staatlichen Programmen Medicare und Medicaid summieren sich auf mehr als 6,5 Milliarden Dollar. Zeitgleich setzte die Bundespolizei FBI zwei internationale Flüchtige auf die neu geschaffene Liste der „Most Wanted Fraudsters“ und kündigte eine Reihe behördenübergreifender Datenabkommen an, die den Zugriff auf Verbraucherbeschwerden und Reisebewegungen ausweiten sollen.
Aus Washingtoner Sicht markiert die Operation eine strategische Wende. Justizminister Todd Blanche sprach von der „größten gemeinsamen Anstrengung von Bund und Staaten zur Bekämpfung von Gesundheitsbetrug in der Geschichte“. Die Regierung betont, dass sie nicht länger dem Prinzip des nachträglichen Eintreibens folge, sondern durch den Einsatz von Datenanalyse und künstlicher Intelligenz betrügerische Forderungen bereits vor der Auszahlung blockiere. Kritiker aus Kreisen der Opposition und aus betroffenen Bundesstaaten wenden ein, die verstärkte Kontrolle könne politisch motiviert sein und ziele insbesondere auf traditionell demokratisch wählende Staaten sowie auf Programme wie Medicaid, die konservative Kräfte seit langem zurückfahren wollten. Das Ministerium weist diese Deutung zurück und verweist auf die schiere Schadenssumme sowie auf die systematische Ausbeutung schutzbedürftiger Patienten.
Die vorgelegten Anklageschriften zeichnen ein detailliertes Bild der mutmaßlichen Machenschaften. In Südkalifornien sollen Beschuldigte mit gefälschten Rezepten für teure, medizinisch nicht notwendige Medikamente fast 270 Millionen Dollar von Medi-Cal erlangt haben. Ein Hospizbetreiber aus dem San Fernando Valley steht im Verdacht, Sterbebegleitung für nicht todkranke Personen abgerechnet und dafür Schmiergelder an ein Bestattungsunternehmen gezahlt zu haben. In Florida wird einem Kardiologen vorgeworfen, jahrelang unnötige Herzscreenings an studentischen Sportlern durchgeführt und die Ergebnisse ohne Prüfung als unauffällig zertifiziert zu haben; in einem Fall blieb eine schwere Herzerkrankung unentdeckt, der Patient starb später. Die Behörden beschlagnahmten zudem Bargeld, Luxusfahrzeuge und Schmuck im Wert von über 127 Millionen Dollar.
Parallel zu den Strafverfolgungen hat das Unternehmen Laboratory Corp of America (Labcorp) einen Vergleich über 35 Millionen Dollar geschlossen, um eine Sammelklage wegen einer Datenschutzverletzung beizulegen, die zwischen 2018 und 2019 die medizinischen Informationen von rund 7,7 Millionen Menschen kompromittiert haben soll. Betroffene – darunter ausdrücklich auch ausländische Staatsbürger – können bei Nachweis wirtschaftlicher Schäden Zahlungen von bis zu 5.000 Dollar erhalten; ohne Belege sind pauschale Beträge von etwa 50 Dollar sowie kostenlose Kreditüberwachung vorgesehen. Die finale Anhörung zur Genehmigung des Vergleichs ist für August 2026 angesetzt, Auszahlungen werden gegen Jahresende erwartet.
Die laufenden Verfahren werden nun vor den zuständigen Bundesgerichten verhandelt. Das FBI ersuchte die Öffentlichkeit um Hinweise zu den Flüchtigen, die sich mutmaßlich in den Vereinigten Arabischen Emiraten und in Vietnam aufhalten. Die neu geschlossenen Datenabkommen mit der Federal Trade Commission und dem Heimatschutzministerium sollen die Ermittlungsmöglichkeiten dauerhaft ausweiten. Für europäische Beobachter unterstreicht die Aktion den hohen Stellenwert, den die Bekämpfung von Finanzkriminalität im amerikanischen Regierungshandeln derzeit einnimmt – ein Kurs, der auch die internationale Rechtshilfe in solchen Fällen prägen dürfte.
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In einer historischen landesweiten Aktion haben US-Behörden 455 Personen angeklagt und betrügerische Forderungen in Höhe von 6,5 Milliarden Dollar aufgedeckt. Die als größte ihrer Art bezeichnete Operation unterstreicht den aggressiven Kurs der Regierung beim Schutz von Steuergeldern und setzt neue Flüchtige auf die FBI-Liste der meistgesuchten Betrüger. Ein klares Signal: Gesundheitsbetrug wird mit überwältigender Härte bekämpft.
Das US-Justizministerium ermittelt in einem großangelegten Gesundheitsbetrugsfall mit einem Volumen von 6,5 Milliarden Dollar und 455 Beschuldigten. Der Bericht verweist auf die Beteiligung dutzender medizinischer Fachkräfte und zahlreicher Bundesgerichtsbezirke und stellt den Vorgang als innenpolitisches amerikanisches Ereignis ohne weitere Einordnung dar.
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