
US-Inflation erreicht mit 4,1 Prozent höchsten Stand seit drei Jahren
Der von der Federal Reserve bevorzugte Preisindex stieg im Mai auf 4,1 Prozent, angetrieben durch die Energiekosten infolge des Iran-Konflikts.
Der Preisindex für die persönlichen Konsumausgaben (PCE) in den Vereinigten Staaten kletterte im Mai auf 4,1 Prozent im Jahresvergleich – das höchste Niveau seit April 2023. Das geht aus den am Donnerstag veröffentlichten Daten des Bureau of Economic Analysis hervor. Gegenüber dem Vormonat stiegen die Preise um 0,4 Prozent. Die Kernrate, die schwankungsanfällige Preise für Energie und Lebensmittel ausklammert, beschleunigte sich auf 3,4 Prozent, nach 3,3 Prozent im April. Beide Werte lagen im Rahmen der Markterwartungen, bestätigen jedoch den anhaltenden Inflationsdruck, der das Zwei-Prozent-Ziel der Notenbank seit über fünf Jahren außer Reichweite hält.
Als zentraler Treiber gilt der Krieg der USA gegen den Iran. Die Kampfhandlungen und die zeitweise Blockade der Straße von Hormus ließen die Rohölpreise und damit die Kosten für Benzin sprunghaft steigen. Nach Angaben des Automobilclubs AAA lag der durchschnittliche Benzinpreis im Mai bei fast 4,50 Dollar pro Gallone und damit rund 31 Prozent über dem Vorkriegsniveau. Zwar sind die Notierungen für Rohöl seit der Unterzeichnung eines vorläufigen Friedensabkommens zwischen Washington und Teheran wieder unter 70 Dollar je Barrel gefallen, und der Tankstellenpreis sank zuletzt auf 3,92 Dollar. Ökonomen wie Heather Long von der Navy Federal Credit Union sehen darin eine Entlastung für die kommenden Monate, doch warnen andere Stimmen, dass die Zweitrundeneffekte über Lieferketten und Dienstleistungspreise die Teuerung noch länger hochhalten dürften.
An den Finanzmärkten festigte sich die Erwartung, dass die Federal Reserve noch in diesem Jahr die Leitzinsen anheben wird. Das FedWatch-Tool der CME Group zeigt eine Wahrscheinlichkeit von über 80 Prozent für eine Zinserhöhung bis Dezember, mit einem ersten möglichen Schritt bereits im September. Der neu ernannte Fed-Vorsitzende Kevin Warsh hatte zuletzt die Entschlossenheit der Notenbank betont, die Inflation zurückzuführen, ohne konkrete Maßnahmen anzukündigen. Aus Washingtoner Sicht wird die Teuerung zudem zum politischen Risiko für Präsident Trump und die Republikaner vor den Kongresswahlen im November. Die demokratische Senatorin Elizabeth Warren warf dem Präsidenten vor, sein Versprechen, die Kosten vom ersten Tag an zu senken, nicht einzulösen.
Trotz der hohen Inflation zeigte sich der private Konsum robust. Die Ausgaben stiegen im Mai real um 0,3 Prozent, gestützt durch höhere Steuerrückerstattungen und Kursgewinne an den Aktienmärkten. Parallel revidierte das Handelsministerium das Wirtschaftswachstum für das erste Quartal deutlich nach oben, von 1,6 auf 2,1 Prozent auf annualisierter Basis. Als nächster richtungsweisender Termin gilt die Sitzung des Offenmarktausschusses der Fed im September, bei der die Notenbanker über eine mögliche Straffung beraten werden.
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Die US-Inflation ist auf den höchsten Stand seit drei Jahren gestiegen, was Wetten auf eine aggressive Straffung der Fed befeuert und der Trump-Regierung vor den Zwischenwahlen politischen Gegenwind beschert. Die Verbraucherpreise stiegen im Mai um 4,1 % und verdeutlichen eine Erschwinglichkeitskrise, die die Wahllandschaft verändern könnte.
Die Märkte preisen in diesem Jahr drei Zinserhöhungen der Fed ein, nachdem die Inflation ein Dreijahreshoch erreicht hat. Der Fokus liegt auf den Auswirkungen auf den Goldpreis, der direkt auf den US-Geldpolitikausblick reagiert.
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