
US-Inflation sinkt überraschend stark – Kryptomärkte reagieren, politischer Druck bleibt
Der unerwartet deutliche Rückgang der Verbraucherpreise in den USA um 0,4 Prozent im Juni gibt den Finanzmärkten Auftrieb, während die Zustimmungswerte für Präsident Trump auf ein Rekordtief fallen.
Der stärkste monatliche Rückgang des US-Verbraucherpreisindex seit April 2020 hat die Finanzmärkte bewegt. Nach Daten des Bureau of Labor Statistics sanken die Preise im Juni gegenüber dem Vormonat um 0,4 Prozent, während die Jahresteuerung auf 3,5 Prozent zurückging – nach 4,2 Prozent im Mai. Auslöser war ein Einbruch der Energiepreise, nachdem Präsident Trump ein Memorandum of Understanding mit dem Iran unterzeichnet hatte. An den Kryptomärkten stieg Bitcoin in der Folge auf rund 64.600 US-Dollar, Ethereum notierte bei etwa 1.900 Dollar. Beobachter in Jakarta werteten die Daten als Signal für eine möglicherweise stabilere Geldpolitik.
Der Rückgang der Gesamtinflation überdeckt jedoch fortbestehenden Preisdruck. Die Kernrate, die Energie und Lebensmittel ausklammert, verharrt mit annualisiert 2,9 Prozent auf erhöhtem Niveau. Ökonomen in Washington verweisen auf die Trägheit der Dienstleistungspreise, die rund drei Viertel der Wirtschaftsleistung ausmachen und deren größter Kostenfaktor die Löhne sind. Zudem wirken die in den Vormonaten gestiegenen Energiekosten sowie die von der Regierung verhängten Zölle weiterhin preistreibend. Claudia Sahm, Chefökonomin von New Century Advisors, betont, dass die von Unternehmen absorbierten Kosten zeitverzögert an die Verbraucher weitergegeben werden.
Politisch fällt die Inflationsentwicklung in eine Phase geschwächter Zustimmung für den Präsidenten. Laut einer Erhebung von The Economist und YouGov sank die Approbationsrate Trumps auf 36 Prozent – der niedrigste Wert seiner beiden Amtszeiten. 59 Prozent der Befragten missbilligen seine Amtsführung. Als treibende Faktoren gelten der Konflikt mit dem Iran und der Anstieg des Benzinpreises auf durchschnittlich 4,48 Dollar pro Gallone. Die Unzufriedenheit erstreckt sich auch auf republikanisch geprägte Bundesstaaten und nährt vor den Midterm-Wahlen Besorgnis in der Partei.
Abseits der US-Dynamik zeigt sich in Argentinien ein anderes Bild. Dort fiel die monatliche Inflationsrate im Juni mit 1,1 Prozent niedrig aus, und die Kernrate sank auf 1,6 Prozent. Allerdings verfehlte das Finanzministerium das mit dem IWF vereinbarte Halbjahresziel für den Primärsaldo um umgerechnet 0,57 Billionen Pesos. Analysten in Buenos Aires werten das Verfehlen angesichts des geringen Betrags und der grundsätzlich positiven Fiskalentwicklung als beherrschbar, sehen aber die Notwendigkeit, Einnahmen und Ausgaben im zweiten Halbjahr genau zu überwachen. Der nächste Orientierungspunkt für die globalen Märkte ist die geldpolitische Sitzung der Federal Reserve, während in Argentinien die kommenden Monatsdaten zur Fiskalentwicklung im Fokus stehen.
| Lateinamerikanische Presse | −0.20 | neutral |
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| Südostasiatische Presse | +0.50 | aligned |
Lateinamerikanische Märkte und Analysten warnen: Der Inflationsrückgang ist eine vorübergehende Erleichterung, aber die eigentlichen fiskalischen und beschäftigungspolitischen Probleme bleiben bestehen.
Durch die Gegenüberstellung positiver Inflationsdaten mit negativen Fiskal- und Arbeitsmarktdaten entsteht ein 'Ja, aber'-Narrativ, das den Optimismus dämpft.
Erwähnt nicht den Optimismus der Kryptomärkte noch die möglichen Auswirkungen einer geldpolitischen Lockerung der Fed.
Die Kryptomärkte Südostasiens feiern die Daten: Der Rückgang der US-Inflation ebnet den Weg für neue Höchststände bei Bitcoin und Ethereum.
Indem er sich ausschließlich auf die positive Preisreaktion konzentriert und die Kerninflation sowie fiskalische Bedenken ignoriert, baut er eine reine Optimismus-Erzählung auf.
Lässt fiskalische und arbeitsmarktbezogene Bedenken sowie Warnungen vor anhaltend hohen Preisen außer Acht.
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