
Uruguay scheitert in der WM-Vorrunde – Bielsa erhebt schwere Vorwürfe gegen das Team
Nach dem enttäuschenden Ausscheiden in der Gruppenphase der WM 2026 kündigt der scheidende Trainer Marcelo Bielsa eine Pressekonferenz an, während interne Konflikte und logistische Entscheidungen für Aufsehen sorgen.
Mit einer 0:1-Niederlage gegen Spanien im Estadio Akron von Guadalajara besiegelte die uruguayische Nationalmannschaft am Samstag ihr Ausscheiden in der Gruppenphase der Weltmeisterschaft 2026. Zuvor hatte das Team von Trainer Marcelo Bielsa gegen Saudi-Arabien (1:1) und den WM-Debütanten Kap Verde (2:2) nur Unentschieden erreicht. Ein schwacher Schuss von Álex Baena, der Torhüter Fernando Muslera durch die Hände glitt, bedeutete die entscheidende Niederlage. Mit zwei Punkten belegte Uruguay in der Gruppe H den dritten Rang und verpasste als einer der schlechtesten Gruppendritten den Einzug in das neu eingeführte Sechzehntelfinale. Es ist das zweite Vorrunden-Aus in Folge und das fünfte insgesamt für den zweimaligen Weltmeister.
Dabei hatte Bielsas Amtszeit vielversprechend begonnen: 2024 führte er Uruguay auf den dritten Platz der Copa América und zu Siegen gegen Argentinien und Brasilien in der WM-Qualifikation. Doch nach der Ausbootung von Luis Suárez und dessen öffentlicher Kritik geriet das Team in eine Abwärtsspirale, die in der WM-Endrunde ihren Tiefpunkt fand. Bereits vor dem Turnier hatte Bielsa seinen Abschied nach der WM angekündigt. Für Dienstag berief der 70-Jährige eine Pressekonferenz im Estadio Centenario in Montevideo ein, die von der AUF live übertragen wird. Übereinstimmenden Medienberichten aus Uruguay und Argentinien zufolge warf Bielsa den Führungsspielern der Celeste in einer internen Sitzung im Teamquartier in Playa del Carmen vor, ihn „allein gelassen“ zu haben. Der Trainer selbst übernahm öffentlich die Verantwortung: „Wir sind angetreten, um sieben Punkte zu holen, und haben zwei geholt. Das ist das Ergebnis meiner Arbeit.“ Seinem Wirken in Uruguay maß er keinen bleibenden Wert bei: „Was ich dem uruguayischen Fußball hinterlasse, ist nichts, denn ohne Ergebnisse setzt sich kein Beitrag eines Trainers durch.“ Die Spannungen im Team waren zuvor durch die Ausbootung von Luis Suárez und Beschwerden über die Trainingsintensität eskaliert; in der Nachspielzeit gegen Spanien sah Agustín Canobbio nach einer Tätlichkeit die Rote Karte, und Bielsa selbst war am Spielfeldrand mit einer Journalistin aneinandergeraten.
Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgte die Rückreise der Delegation. Während mehrere internationale Medien von einer kurzfristigen Streichung des Charterflugs als disziplinarische Maßnahme berichteten, wies die AUF diese Darstellung zurück. In einer Stellungnahme erklärte der Verband, der Hinflug sei aufgrund der Größe der Delegation und des umfangreichen Gepäcks gechartert worden, der Rückflug hingegen sei „von Anfang an nie als Charter vorgesehen“ gewesen, da der Abflugort vom Turnierverlauf abhing. Die verbliebenen Mitglieder der Delegation traten die Heimreise daher auf kommerziellen Linienflügen an, was die AUF als „schnellsten und effizientesten Weg“ bezeichnete. Ein Teil der Spieler reiste direkt zu ihren Klubs im Ausland.
Der frühere argentinische Weltmeister Jorge Burruchaga kritisierte die Mannschaft in einer Fernsehsendung als „pechos fríos“ – ein im südamerikanischen Fußball gebräuchlicher Ausdruck für mangelnde Leidenschaft. Die AUF kündigte an, die sportliche Leistung in den kommenden Tagen zu analysieren und die Zukunft des Projekts zu bewerten, auch wenn Bielsas Abgang bereits feststeht.
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Nach dem frühen Aus bei der Weltmeisterschaft strich der uruguayische Verband Berichten zufolge den Charterflug für die Mannschaft, sodass die Spieler mit kommerziellen Flügen heimkehren mussten. Ein logistischer Schritt, der eine implizite Bestrafung für die enttäuschende Leistung andeutete.
Die Niederlage gegen Spanien besiegelte den Untergang Uruguays, zwischen Torwartpatzern, harten Fouls und internen Verschwörungen. Bielsa, als autoritär beschrieben, geht, ohne der Celeste etwas zu hinterlassen, die zum zweiten Mal in Folge die Gruppenphase nicht übersteht.
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