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Geopolitik & PolitikSamstag, 25. Juli 2026

Guterres in Damaskus: UN-Chef mahnt Achtung syrischer Souveränität an und appelliert an Wiederaufbauhilfe

Bei seiner ersten Visite eines UN-Generalsekretärs in Syrien seit 2009 sichert Guterres Damaskus Unterstützung zu und fordert ein Ende aller Souveränitätsverletzungen.

UN-Generalsekretär António Guterres ist am Samstag zu einem dreitägigen Besuch in der syrischen Hauptstadt eingetroffen und hat dabei die Forderung nach internationaler Solidarität mit dem vom Bürgerkrieg gezeichneten Land in den Mittelpunkt gestellt. In einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Außenminister Asaad al-Schaibani bekräftigte er, dass die Vereinten Nationen Syrien in dieser „entscheidenden Phase“ zur Seite stünden, und rief die Weltgemeinschaft auf, das syrische Volk bei Wiederaufbau und politischer Transition zu unterstützen. Zugleich wies er darauf hin, dass kein Land, das einen schweren Konflikt durchlitten habe, sich aus eigener Kraft wiederaufbauen könne. Mit Blick auf die anhaltenden israelischen Militäraktivitäten betonte der UN-Chef: „Die Golanhöhen sind syrisches Territorium. Verletzungen der Souveränität und territorialen Integrität Syriens sind inakzeptabel und müssen aufhören.“

Aus Damaskus wurde die Visite als deutliches Zeichen für eine neue Phase der Beziehungen zur Weltorganisation gewertet. Außenminister Schaibani sprach von einem „offenen Bekenntnis zum Übergang Syriens in die Rolle eines aktiven Partners der Vereinten Nationen“. Die syrische Führung unter Präsident Ahmed al-Scharaa drängt auf eine vollständige Aufhebung der verbliebenen Sanktionen und eine stärkere internationale Unterstützung für den Wiederaufbau, dessen Kosten die Weltbank auf rund 216 Milliarden Dollar schätzt. Scharaa, der selbst bis November 2025 UN-Sanktionen wegen Terrorismusvorwürfen unterlag, hatte zuletzt versucht, Syriens diplomatische Isolation zu durchbrechen und die Beziehungen über die früheren Verbündeten Russland und Iran hinaus auszuweiten.

In westlichen Hauptstädten wird der Besuch als weiterer Meilenstein in der schrittweisen Reintegration Syriens gesehen. Die USA haben die meisten umfassenden Sanktionen aufgehoben, und Präsident Donald Trump stellte eine Streichung Syriens von der Liste der Terrorunterstützerstaaten in Aussicht. Auch die Europäische Union ist um eine vorsichtige Öffnung bemüht, wenngleich erhebliche Vorbehalte gegenüber der von Islamisten dominierten Übergangsregierung bestehen. Die jüngsten Wellen konfessioneller Gewalt – mit Hunderten Toten unter Alawiten und Drusen – haben in europäischen Außenministerien die Sorge verstärkt, dass die Zusagen zum Minderheitenschutz nicht verlässlich sind. Aus israelischer Sicht wiederum bleibt das Misstrauen gegenüber der neuen Führung groß; man besteht auf der Aufrechterhaltung der eingerichteten Sicherheitszone jenseits der entmilitarisierten Pufferzone, was wiederholt zu militärischen Zusammenstößen geführt hat.

Guterres’ Programm umfasst neben dem Besuch bei den im Golan stationierten UN-Blauhelmen (UNDOF) auch eine für Montag vorgesehene Rede vor dem neuen Übergangsparlament sowie Gespräche mit Vertretern der Zivilgesellschaft und Frauenorganisationen. Mit der Reise unterstreicht die UN-Spitze, dass sie den syrischen Übergangsprozess als Chance für eine politische Neuordnung begreift, drängt aber gleichzeitig auf die Einhaltung menschenrechtlicher Standards. Ob der Besuch konkrete Hilfszusagen oder Fortschritte in der Frage der israelischen Präsenz bewirkt, bleibt vorerst offen. Der Ton aus New York und Damaskus lässt jedoch eine beiderseitige Bereitschaft zu engerer Zusammenarbeit erkennen, sofern die fragile Stabilität im Land nicht erneut durch interne oder externe Spannungen gefährdet wird.

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Samstag, 25. Juli 2026

Guterres in Damaskus: UN-Chef mahnt Achtung syrischer Souveränität an und appelliert an Wiederaufbauhilfe

Bei seiner ersten Visite eines UN-Generalsekretärs in Syrien seit 2009 sichert Guterres Damaskus Unterstützung zu und fordert ein Ende aller Souveränitätsverletzungen.

UN-Generalsekretär António Guterres ist am Samstag zu einem dreitägigen Besuch in der syrischen Hauptstadt eingetroffen und hat dabei die Forderung nach internationaler Solidarität mit dem vom Bürgerkrieg gezeichneten Land in den Mittelpunkt gestellt. In einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Außenminister Asaad al-Schaibani bekräftigte er, dass die Vereinten Nationen Syrien in dieser „entscheidenden Phase“ zur Seite stünden, und rief die Weltgemeinschaft auf, das syrische Volk bei Wiederaufbau und politischer Transition zu unterstützen. Zugleich wies er darauf hin, dass kein Land, das einen schweren Konflikt durchlitten habe, sich aus eigener Kraft wiederaufbauen könne. Mit Blick auf die anhaltenden israelischen Militäraktivitäten betonte der UN-Chef: „Die Golanhöhen sind syrisches Territorium. Verletzungen der Souveränität und territorialen Integrität Syriens sind inakzeptabel und müssen aufhören.“

Aus Damaskus wurde die Visite als deutliches Zeichen für eine neue Phase der Beziehungen zur Weltorganisation gewertet. Außenminister Schaibani sprach von einem „offenen Bekenntnis zum Übergang Syriens in die Rolle eines aktiven Partners der Vereinten Nationen“. Die syrische Führung unter Präsident Ahmed al-Scharaa drängt auf eine vollständige Aufhebung der verbliebenen Sanktionen und eine stärkere internationale Unterstützung für den Wiederaufbau, dessen Kosten die Weltbank auf rund 216 Milliarden Dollar schätzt. Scharaa, der selbst bis November 2025 UN-Sanktionen wegen Terrorismusvorwürfen unterlag, hatte zuletzt versucht, Syriens diplomatische Isolation zu durchbrechen und die Beziehungen über die früheren Verbündeten Russland und Iran hinaus auszuweiten.

In westlichen Hauptstädten wird der Besuch als weiterer Meilenstein in der schrittweisen Reintegration Syriens gesehen. Die USA haben die meisten umfassenden Sanktionen aufgehoben, und Präsident Donald Trump stellte eine Streichung Syriens von der Liste der Terrorunterstützerstaaten in Aussicht. Auch die Europäische Union ist um eine vorsichtige Öffnung bemüht, wenngleich erhebliche Vorbehalte gegenüber der von Islamisten dominierten Übergangsregierung bestehen. Die jüngsten Wellen konfessioneller Gewalt – mit Hunderten Toten unter Alawiten und Drusen – haben in europäischen Außenministerien die Sorge verstärkt, dass die Zusagen zum Minderheitenschutz nicht verlässlich sind. Aus israelischer Sicht wiederum bleibt das Misstrauen gegenüber der neuen Führung groß; man besteht auf der Aufrechterhaltung der eingerichteten Sicherheitszone jenseits der entmilitarisierten Pufferzone, was wiederholt zu militärischen Zusammenstößen geführt hat.

Guterres’ Programm umfasst neben dem Besuch bei den im Golan stationierten UN-Blauhelmen (UNDOF) auch eine für Montag vorgesehene Rede vor dem neuen Übergangsparlament sowie Gespräche mit Vertretern der Zivilgesellschaft und Frauenorganisationen. Mit der Reise unterstreicht die UN-Spitze, dass sie den syrischen Übergangsprozess als Chance für eine politische Neuordnung begreift, drängt aber gleichzeitig auf die Einhaltung menschenrechtlicher Standards. Ob der Besuch konkrete Hilfszusagen oder Fortschritte in der Frage der israelischen Präsenz bewirkt, bleibt vorerst offen. Der Ton aus New York und Damaskus lässt jedoch eine beiderseitige Bereitschaft zu engerer Zusammenarbeit erkennen, sofern die fragile Stabilität im Land nicht erneut durch interne oder externe Spannungen gefährdet wird.

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