
Ukrainische Drohnen treffen Gaswerk tief in Russland – Stromausfall in Sewastopol
Kiew weitet seine Angriffe auf Energie- und Militärinfrastruktur aus, während Moskau Luftabwehr verlagert und Treibstoffengpässe spürbar werden.
Die ukrainischen Streitkräfte haben in der Nacht zum Mittwoch eine große Erdgasaufbereitungsanlage in Orenburg, mehr als 1200 Kilometer von der Front entfernt, sowie zwei Satellitenkommunikationszentren bei Moskau und in der Region Wladimir angegriffen. In Sewastopol, der größten Stadt der von Russland seit 2014 besetzten Krim, führten Drohnenangriffe zu einem flächendeckenden Stromausfall. Nach Angaben des ukrainischen Generalstabs geriet der Gaskomplex, der auch die einzige Heliumproduktion Russlands beherbergt, in Brand; das Helium wird unter anderem für Flüssigtreibstoff-Raketentriebwerke und Lenksysteme verwendet. Die russische Seite bestätigte die Angriffe zunächst nicht offiziell, das Verteidigungsministerium in Moskau erklärte jedoch, in derselben Nacht 323 ukrainische Drohnen abgeschossen zu haben.
Aus Kiewer Sicht sind die Schläge Teil einer systematischen Kampagne, die darauf zielt, die militärische Logistik und die Energieversorgung Russlands zu stören. Präsident Wolodymyr Selenskyj kündigte auf der Plattform X weitere präventive Angriffe auf Einrichtungen an, die Russland für seine Kriegführung nutze. Der ukrainische Sicherheitsdienst SBU äußerte die Überzeugung, Russland verliere zunehmend die Kontrolle über den Luftraum der Krim. Moskau hingegen stellt die Angriffe als Eskalation dar und hat nach Erkenntnissen Kiews damit begonnen, Luftabwehrsysteme aus anderen Regionen zum Schutz der Hauptstadt und der strategisch wichtigen Kertsch-Brücke zu verlegen – eine Verlagerung, die nach Darstellung Selenskyjs andere Frontabschnitte schwächt. Satellitenbilder belegen zudem den Einsatz von Nebelgeneratoren auf der Brücke, um sie vor Drohnen zu tarnen.
Die Angriffsserie hat spürbare Auswirkungen auf die Versorgungslage. Auf der Krim wurde der Treibstoffverkauf an Privatpersonen ausgesetzt und die Stromversorgung ist wiederholt unterbrochen; der von Moskau eingesetzte Gouverneur von Sewastopol rief die Bevölkerung dazu auf, Mobiltelefone nur im Notfall zu nutzen. Der russische Vize-Ministerpräsident Alexander Nowak räumte eine „schwierige, aber beherrschbare“ Treibstoffsituation ein und verwies auf verkürzte Wartungsintervalle in Raffinerien. Nach offiziellen Angaben sank die Produktion von Mineralölprodukten und Koks im Mai im Jahresvergleich um 13,5 Prozent. Westliche Beobachter werten die Engpässe als Zeichen dafür, dass die ukrainischen Angriffe die russische Logistik zunehmend unter Druck setzen.
Parallel dazu mehren sich Hinweise auf eine mögliche Ausweitung des Konflikts über Belarus. Laut einem Bericht des Wall Street Journal übt Moskau seit Jahresbeginn Druck auf Minsk aus, um belarussisches Territorium für eine Ausweitung des Krieges oder für unkonventionelle Operationen gegen Nato-Staaten zu nutzen. Der französische Präsident Emmanuel Macron habe seinen belarussischen Amtskollegen Aljaksandr Lukaschenka in einem Telefonat vor den Risiken einer Beteiligung gewarnt. Die Ukraine hat unterdessen für Anfang Juli die Evakuierung mehrerer Ortschaften in der nördlichen Grenzregion Tschernihiw angeordnet. US-Präsident Donald Trump bezeichnete Selenskyj als mutig und bescheinigte ihm, sich gut zu behaupten. Eine diplomatische Lösung bleibt vorerst ohne konkrete Perspektive; die nächsten Schritte auf internationaler Ebene sind nicht terminiert.
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Ukrainische Kräfte haben ein Umspannwerk in Sewastopol getroffen und die größte Stadt der von Russland besetzten Krim vom Stromnetz genommen. Der Angriff ist Teil einer breiteren Kampagne gegen Energieinfrastruktur, um russische Öleinnahmen zu stören und Moskau an den Verhandlungstisch zu zwingen.
Weitreichende Stromausfälle trafen Cherson und die Krim, nachdem ukrainische Drohnen Energieanlagen und eine Gasaufbereitungsanlage angegriffen hatten. Russland verurteilte die Angriffe als Beweis für die Nazi-Natur der Ukraine, und in Belgorod wurde ein Zivilist getötet. Die Treibstoffkrise auf der Krim verschärft sich.
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