
Immer mehr Staaten verbieten Minderjährigen soziale Medien – EU vor Grundsatzentscheidung
Weltweit schränken über zwanzig Länder den Zugang von Kindern und Jugendlichen zu Plattformen wie Instagram und Facebook ein; Brüssel prüft einheitliche Regeln und droht Meta wegen süchtig machenden Designs mit Milliardenstrafe.
Von Australien über Brasilien bis China: Weltweit untersagen oder planen mehr als zwanzig Staaten, Minderjährigen den Zugang zu sozialen Netzwerken zu verbieten oder stark einzuschränken, wie eine Erhebung der Nachrichtenagentur AFP zeigt. In Australien ist ein entsprechendes Gesetz für unter 16-Jährige bereits seit Dezember 2025 in Kraft, Brasilien verlangt seit März die Altersverifikation und die Kopplung von Konten Minderjähriger an die elterlichen Profile, und in China gelten nach staatlichen Vorgaben seit Jahren progressive Einschränkungen mit nächtlichen Sperren. In der Europäischen Union legt ein Expertenkomitee an diesem Montag der Kommission seine Empfehlungen vor; eine Entscheidung in Brüssel wird in den kommenden Wochen erwartet.
Innerhalb der EU haben bereits mehrere Mitgliedstaaten eigenständige Schritte angekündigt. Die griechische Regierung will ab Januar 2027 ein Verbot für unter 15-Jährige durchsetzen, Österreich und Slowenien arbeiten an Gesetzen für 14- beziehungsweise 15-Jährige, und in Deutschland prüft eine von Bundeskanzler Friedrich Merz eingesetzte Expertenkommission stufenweise Verbote oder plattformspezifische Beschränkungen. Schweden, Dänemark und Irland signalisieren nationale Alleingänge, falls Brüssel keine rasche Einigung erzielt. Außerhalb der EU streben Norwegen, das Vereinigte Königreich und Kanada ein Mindestalter von 16 Jahren an; auch Indien verhandelt mit den Betreibern über künftige Regeln. In Frankreich, Spanien, Portugal und Italien laufen parlamentarische Beratungen, wobei Frankreich einen Gesetzentwurf für unter 15-Jährige nach Änderungen im Senat nun auf die schädlichsten Plattformen beschränken will.
Gleichzeitig erhöht die Europäische Kommission den Druck auf die Plattformbetreiber, insbesondere auf Meta. In einer vorläufigen Bewertung erklärte sie am Freitag, Instagram und Facebook verstießen gegen den Digital Services Act, weil ihr Design – mit automatischer Wiedergabe, endlosem Scrollen und personalisierten Empfehlungen – ein suchtartiges Nutzungsverhalten fördere und die Risiken für Minderjährige unzureichend adressiere. Meta wies die Vorwürfe zurück und verwies auf neu eingeführte „Teenager-Konten“ mit Schutzfunktionen. Sollte die Kommission ihre Einschätzung bestätigen, droht dem Konzern ein Bußgeld von bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes. Unabhängig davon bereitet Brüssel für Ende des Jahres ein „Gesetz über digitale Fairness“ vor, das gezielt manipulative Designs und andere Verbraucherfallen ins Visier nehmen soll.
Die Sorge um die mentale und körperliche Gesundheit Jugendlicher untermauert die globalen Initiativen. Psychologen in Argentinien warnen, dass exzessive Bildschirmzeit grundlegende soziale Fähigkeiten beeinträchtige und Angststörungen begünstige. Aus Indonesien berichten Augenärzte von einem Anstieg schwerer Kurzsichtigkeit bei Kindern, die kaum noch im Freien spielen. In Australien, einem der Vorreiterstaaten, werden die ersten Ergebnisse des Verbots indes skeptisch beurteilt; das Medium The Bell zitiert Behörden, die von einem „Fehlschlag“ sprechen. Regierungen in aller Welt sehen die Plattformen in der Pflicht, doch die Umsetzung effektiver Schutzmechanismen stößt auf wirtschaftliche Widerstände – wie die umgehende Aussetzung des KI-Bildgenerators „Muse Image“ durch Meta nach öffentlicher Kritik zeigt. Die Kommission will nach den Empfehlungen der Experten zügig handeln; die nächsten Wochen dürften die Weichen für eine europaweit harmonisierte Altersgrenze stellen.
| Subsaharisch-afrikanische Presse | 0.00 | neutral |
|---|---|---|
| Russische & GUS-Presse | −0.30 | critical |
| Lateinamerikanische Presse | 0.00 | neutral |
The world is moving towards protecting minors online, with over 20 countries adopting restrictions.
The article relies on an objective count of countries and concrete examples, without evaluative commentary.
It does not mention criticisms or alternatives to prohibition, such as digital education.
Governments act on impulse, but results are disappointing and real priorities lie elsewhere.
The article juxtaposes the ban topic with a tech news item, suggesting media attention is scattered and the debate is unserious.
It omits the growing consensus among child protection advocates.
The debate is open: ban or educate? The Australian experience offers insights, but the solution is not one-size-fits-all.
The article presents the ban as one possible solution, contrasting it with education, and invites balanced reflection.
It does not mention that over 20 countries have already implemented concrete measures, reducing the debate to an open question.
Erweitere deinen Horizont
Trump verhängt Seeblockade gegen Iran und erhebt 20-Prozent-Abgabe im Golf
3 Sprachen · 15 Quellen
Aus Economy & MarketsKI-Wettbewerb verlagert sich auf Kosteneffizienz
6 Sprachen · 16 Quellen
Aus TechnologyKI als Wachstumsmotor und Risiko: Regulierer fordern widerstandsfähige Governance
2 Sprachen · 8 Quellen