
Trumps Wahlempfehlungen auf dem Prüfstand: Siege und eine seltene Niederlage
Bei den Vorwahlen in Georgia und Alabama gewannen zwei von Trump unterstützte Kandidaten, doch ein selbstfinanzierter Milliardär fügte dem Ex-Präsidenten eine seltene Niederlage zu – und erntete dennoch Trumps Lob.
Die republikanischen Vorwahlen in den Südstaaten Georgia und Alabama haben die Durchschlagskraft der Wahlempfehlungen Donald Trumps einer neuerlichen Belastungsprobe unterzogen. Das bemerkenswerteste Ergebnis lieferte die Gouverneurs-Stichwahl in Georgia: Der amtierende Vizegouverneur Burt Jones, den Trump ausdrücklich unterstützt hatte, unterlag dem Milliardär Rick Jackson. Der 72-jährige Unternehmer aus dem Gesundheitssektor, der über kein politisches Mandat verfügt, finanzierte seinen Wahlkampf mit mehr als 100 Millionen Dollar aus eigenem Vermögen und stilisierte sich zum Außenseiter, der gegen das Establishment und für Steuersenkungen kämpft. Trump reagierte auf die Niederlage mit einem für ihn typischen Schachzug: Er lobte Jackson öffentlich und erklärte, dieser habe eine „großartige Trump-Kampagne“ geführt. Aus Washingtoner Sicht offenbart dieser Vorgang, dass selbst in einem tief republikanisch geprägten Bundesstaat die Kombination aus immensem privatem Reichtum und einer Anti-Establishment-Rhetorik Trumps Einfluss zeitweise aushebeln kann.
Gleichzeitig konnte Trump in zwei weiteren Rennen Erfolge verbuchen. In Georgia gewann der von ihm unterstützte Kongressabgeordnete Mike Collins die Senatsvorwahl und wird im November gegen den demokratischen Amtsinhaber Jon Ossoff antreten, der als einer der verwundbarsten Demokraten im Senat gilt. In Alabama setzte sich der Trump-treue Abgeordnete Barry Moore in der Stichwahl um die Senatsnominierung gegen den ehemaligen Navy-SEAL Jared Hudson durch. Moore, der auch von Vizepräsident JD Vance und Mehrheitsführer John Thune unterstützt wurde, gilt nun als klarer Favorit für den Sitz, den Tommy Tuberville für seine eigenen Gouverneursambitionen räumt. Diese Siege belegen, dass Trumps Wort in Hochburgen der Partei weiterhin erhebliches Gewicht besitzt und seine Fähigkeit, die republikanische Basis zu mobilisieren, nicht zu unterschätzen ist.
Für Beobachter in Europa, insbesondere in Deutschland, Österreich und der Schweiz, sind diese Vorwahlergebnisse mehr als ein inneramerikanisches Schauspiel. Sie illustrieren die anhaltende populistische Dynamik innerhalb der Republikanischen Partei, die jedoch zunehmend von internen Machtkämpfen und der Rolle privaten Geldes geprägt wird. Die Tatsache, dass ein politisch unerfahrener Milliardär mit einer an Trump erinnernden Rhetorik den offiziellen Trump-Kandidaten schlagen konnte, deutet auf eine Fragmentierung des Lagers hin, die Parallelen zu europäischen Protestbewegungen aufweist. Zugleich zeigt sich, dass Trumps Empfehlungsmacht in Staaten mit stark ausgeprägter Parteibindung – wie Alabama – nahezu ungebrochen ist, während sie in heterogeneren Wählerschaften wie in Georgia anfälliger für Gegenkandidaten mit enormen Ressourcen wird.
Der Ausblick auf die Kongresswahlen im November bleibt spannungsgeladen. Die gemischten Resultate könnten weitere vermögende Außenseiter ermutigen, sich gegen von Trump auserkorene Kandidaten zu stellen. In Georgia wird das Gouverneursrennen zwischen Jackson und dem demokratischen Herausforderer zu einem kostspieligen Duell, während die Senatswahl zwischen Collins und Ossoff mitentscheiden wird, ob die Republikaner ihre Mehrheit im Senat ausbauen können. Trumps flexible Reaktion – er vereinnahmte den Sieger kurzerhand als Beleg seiner eigenen Strahlkraft – unterstreicht seine politische Wendigkeit. Dennoch bleibt die Frage, ob seine Empfehlungsmacht in einem zunehmend von Geld und medialer Inszenierung bestimmten Vorwahlkampf dauerhaft jene „nahezu unüberwindliche“ Wirkung entfalten kann, die er selbst so gern beschwört.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Trumps Unterstützungsmaschinerie erlitt in Georgia einen seltenen Rückschlag, als ein selbstfinanzierter Milliardär seinen Kandidaten besiegte, obwohl er anderswo Siege einfuhr. Das Ergebnis offenbart Schwachstellen in seinem Einfluss auf die Partei, wenn viel Geld im Spiel ist. Beobachter verweisen auf den Versuch des Präsidenten, nachträglich zu behaupten, der Sieger habe einen 'Trump-Wahlkampf' geführt.
Trump feiert einen wichtigen Sieg bei den Senatsvorwahlen in Georgia, was zeigt, dass sein politisches Gewicht in der Republikanischen Partei weiterhin entscheidend ist. Der Fokus liegt auf dem Triumph seines Kandidaten, während die Niederlage im Gouverneursrennen ausgeblendet wird. Es wird als Zeichen gewertet, dass der Ex-Präsident die Basis weiterhin kontrolliert.
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